Di., 12.02.2019

Zweitligist DJK Delbrück möchte wenigstens Vorletzter werden Noch wird gerechnet

Auf dem Weg in Richtung Abstieg? Die DJK um Kapitän Johannes Grodde (Nummer 4) erlebt schwierige Zeiten.

Auf dem Weg in Richtung Abstieg? Die DJK um Kapitän Johannes Grodde (Nummer 4) erlebt schwierige Zeiten. Foto: Markus Schlotjunker

Von Markus Schlotjunker

Delbrück (WB). Es geht dem Ende entgegen. Für die DJK Delbrück bahnt sich nach elf Jahren andauernder Zugehörigkeit zur 2. Volleyball-Bundesliga der Abstieg an.

Die historisch schlechte Bilanz von 15 Niederlagen in 15 Spielen und nur vier Punkten für viermaliges Erreichen des Tiebreaks führt dazu, dass die DJK bei sieben anstehenden Spielen als Schlusslicht zwölf Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz (VV Humann Essen, ein Spiel weniger) und zehn auf den Vorletzten (TV Baden, ein Spiel mehr) hat. »Nur nicht ohne Sieg die Saison beenden«, will Delbrücks Kapitän Johannes Grodde die ganz große Schmach abwenden. In den vergangenen 20 Jahren hat es das in der 2. Liga Nord nur einmal gegeben, als das Volleyball Internat Frankfurt 2008/2009 keine einzige Partie für sich entschied.

Das Internat Frankfurt hat 2008/2009 kein einziges Spiel gewonnen

Darüber hinaus will Grodde noch unbedingt den vorletzten Rang erreichen, um als Erster davon zu profitieren, wenn sich ein Zweitligist eventuell zurückzieht. Das gab es in den vergangenen Jahren oft genug. Vor Kurzem war vom FC Schüttorf 09 zu hören, dass dessen Verbleib in Liga zwei zumindest einmal überdacht werden soll. Die DJK ist ja schon einmal (2013/2014) dank Abmeldung anderer Vereine trotz 13 Niederlagen hintereinander und sportlichen Abstiegs drin geblieben. Sich auf so ein Szenario zu verlassen, ist jedoch ein Vabanque-Spiel.

»Realistisch gesehen wird der Klassenerhalt schwer, aber rechnerisch ist es noch nicht vorbei«, glaubt Delbrücks Trainer Uli Kussin an die Rettung, und dass der Wunsch des DJK-Vorsitzenden Rudolf Fraune wahr wird und am Driftweg zum 100-jährigen Vereinsjubiläum der DJK Graf Sporck 1920 Delbrück immer noch Zweitliga-Volleyball dargeboten wird. »Wir haben die Qualität für die Liga, aber nach den vielen Niederlagen ist es jetzt wohl doch eine Kopfsache«, erklärte Kussin nach der 1:3-Heimniederlage gegen den USC Braunschweig am vergangenen Samstag.

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Von unseren Außenangreifern ist erneut wenig gekommen.

Uli Kussin

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Dabei war da alles für den erlösenden ersten Sieg angerichtet. Die Halle war voll und die Fanschar hoch motiviert, ihre Mannschaft lautstark zum Erfolg anzutreiben. Dazu kam ein Gegner, der aufgrund des Fehlens dreier Stammspieler etwas verunsichert ins Spiel ging. Das musste Delbrück doch ausnutzen und zuschlagen. Stattdessen: 1:8-Rückstand nach wenigen Minuten, womit – im Nachhinein gesehen – die Partie schon gelaufen war. »Die Braunschweiger konnten anschließend locker aufspielen, weil wir sie unverständlicherweise mit Fehlern aufgebaut haben«, sagte Kussin. In der Tat machte der USC das, was man sich von der DJK erhofft hatte: Im Angriff mit einer Lockerheit Punkt um Punkt holen, während die Delbrücker ihrerseits selten einen Ball auf den gegnerischen Boden brachten. »Von unseren Außenangreifern ist erneut wenig gekommen. Da lasse ich als Entschuldigung auch nicht gelten, dass die Spieler auf der Position jung sind oder wegen Krankheit nicht trainieren konnten«, sagte Kussin. »Hätten wir gegen Braunschweig so gespielt wie beim 2:3 in Bocholt oder 1:3 gegen Kiel, hätten wir gewonnen. Was da gegen den USC im Argen lag, muss ich in Ruhe analysieren. Für mich war das eine 180-Grad-Wende zu den erwähnten beiden guten Spielen zum Jahresbeginn«, sagte der Coach. Es fehlen der Delbrücker Mannschaft Konstanz, Durchschlagskraft und auch das Glück.

So hatten die Delbrücker einige Deckenbälle und verloren auch alle langen Ballwechsel. »Besonders letzteres ist frustrierend«, erklärte Grodde, der verneint, dass sich die Endlos-Schleife an Pleiten auf die Leistung auswirkt: »Ich kann das ausblenden. Zudem finde ich auch nicht, dass wir, bis auf den vierten Satz, so schlecht waren«, meinte der Zuspieler. Einen Punkt gab es dennoch nicht. Am Sonntag geht es in Essen fast schon um die letzte Chance.

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