Badminton-Regionalligist Hövelhof wartet vor dem Saisonauftakt vergeblich auf eine Antwort der Bundespolizei. Ostenland freut sich nach dem Abstieg auf die kleine Derbyvariante.
Phönix startet ohne serbische Hilfe

Paderborn  (WB). Am Wochenende beginnt auch für die hiesigen Badminton-Asse eine Saison wie keine andere. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie spiegeln nicht nur die strengen Hygienevorschriften bei den Begegnungen wider, der Umgang mit dem Virus nimmt auch großen Einfluss auf die Aufstellungen – insbesondere beim nach dem Abstieg des SC Ostenland einzigen Regionalligisten im Kreis: dem BC Phönix Hövelhof.

Donnerstag, 20.08.2020, 06:00 Uhr
Die Punktgaranten Andrija Doder (links) und Ilija Pavlovic werden dem BC Phönix Hövelhof zum Saisonauftakt fehlen. Ihr Heimatland Serbien gilt derzeit als Risikogebiet. Foto: Elmar Neumann
Die Punktgaranten Andrija Doder (links) und Ilija Pavlovic werden dem BC Phönix Hövelhof zum Saisonauftakt fehlen. Ihr Heimatland Serbien gilt derzeit als Risikogebiet. Foto: Elmar Neumann

Regionalliga West

BC Phönix Hövelhof

Als „seltsam“ bezeichnet Trainer Martin Brameyer das, was vor dem ersten Saisonspiel in Gladbeck passiert oder – besser gesagt – nicht passiert ist. Mit Ilija Pavlovic, Andrija Doder sowie der (auch) für die Reserve verpflichteten U19-Nationalspielern Sara Loncar haben die Hövelhofer ein Trio aus dem Risikogebiet Serbien gemeldet, können darauf aber vorerst nicht zurückgreifen. Eine Antwort auf die eigentlich frühzeitig bei der Bundespolizei eingereichten Einreiseanträge steht aus. Bis Dienstag hätte es des Okays bedurft, um noch Zeit genug zu haben, die geforderten Coronatests vorlegen zu können. „Bislang gab es aber – aus welchen Gründen auch immer – keine Rückmeldung. Das fühlt sich auch mit Blick auf die weiteren Spiele nicht gut an. Das ist bitter und stellt uns vor nicht unerhebliche logistische Herausforderungen, um alle unsere Mannschaften vollständig an den Start zu bringen. Uns bleibt nichts anderes übrig, als von Woche zu Woche zu gucken“, sagt Brameyer.

Zum Glück beginnt die Saison für die in die Oberliga aufgestiegene zweite Mannschaft erst eine Woche später, so dass sich der Trainer hier nach Belieben bedienen kann. Auf wen genau Brameyer in Gladbeck zurückgreift, behält er aus taktischen Gründen für sich und sagt nur: „Wir haben da einige potente Spieler zur Verfügung und werden eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen.“

Zu den coronabedingten Problemen gesellt sich eine außerordentlich starke Konkurrenz. Das gilt vor allem für die Aufsteiger, den VfB GW Mülheim und den 1. BC Wipperfeld II mit dem ehemaligen Ostenländer Karim Krehemeier: „Gerade Wipperfeld sehe ich weit vorne. Zwei so starke Aufsteiger wie in dieser Saison gab es noch nie, seit wir in dieser Liga dabei sind.“ Phönix steht vor der vierten Spielzeit auf dem dritthöchsten Niveau und strebt nach dem starken vierten Rang in der vergangenen Saison erneut einen Mittelfeldplatz an. Viel wird davon abhängen, wie die Antwort der Bundespolizei ausfällt – wenn sie irgendwann kommen sollte.

BC Phönix: Ilija Pavlovic, Andrija Doder (beide Serbien), Niklas Kampmeier, Sven Falkenrich, Hannah Schiwon, Melanie Gräßer

Das erste Spiel: Samstag, 22. August, 17 Uhr: Gladbecker FC - BC Phönix Hövelhof

Oberliga Nord

SC BW Ostenland

Nach zwei Jahren in der dritthöchsten Liga sind die Blau-Weißen zurück in der Viertklassigkeit und wollen dort – wie beim Durchmarsch in der Saison 2017/2018 – am liebsten nicht lange verweilen. Die Voraussetzungen sind vielversprechend. Abgesehen vom unvermeidbaren Abschied des bundesweit begehrten Toptalents Karim Krehemeier (1. BC Wipperfeld II) ist das Team zusammengeblieben und sich seiner Rolle als Mitfavorit bewusst. Unter zu großen Druck möchte Sportwart Tim Fischbach die Mannschaft jedoch nicht setzen: „Wir haben jetzt nicht auf Biegen und Brechen den direkten Wiederaufstieg im Sinn. Die Liga ist schwer einzuschätzen. Es kann Platz eins oder zwei werden, aber vielleicht wird es auch eine Übergangssaison, an deren Ende wir auf Rang vier landen.“

Neben den Routiniers soll auch Dominic Lassig, der mit der Reserve in die Verbandsliga aufgestiegen ist, seine Einsätze erhalten. Im Kampf um die vorderen Plätze hat Fischbach vor allem Friedrichsdorf mit auf der Rechnung, er freut sich aber natürlich auch auf das Derbyduell: „Das kommt sicher nicht an die speziellen Spiele gegen Hövelhofs Erste ran, aber ich kann mir vorstellen, dass auch hier 120 Fans zusehen – wenn es die Corona-Bestimmungen erlauben.“ Das Hinrundenduell zwischen Ostenland I und Hövelhof II steigt am Sonntag, 18. Oktober, von 10 Uhr an in der Delbrücker Halle am Driftweg.

SCO: Tim Hindera, Hendrik Wiedemeier, Jan Santüns, Mike Augustine Gnanagunaratnam, Karina Büser, Sanne Schra (Niederlande)

Das erste Spiel: Samstag, 22. August, 18 Uhr, SC BW Ostenland - 1. BV Mülheim III

 

BC Phönix Hövelhof II

Der Aufsteiger geht die Oberliga-Saison mit zwei Verstärkungen an. Während sich zeigen muss, wie oft die serbische U19-Nationalspielerin Sara Loncar auflaufen kann, setzen die Verantwortlichen in Sriteja Kummita ganz konkrete Hoffnungen. Der Inder hat in der vergangenen Saison im Trikot von Verbandsliga-Absteiger 1. BV Lippstadt zu überzeugen vermocht und den Eindruck im bisherigen Training bestätigt. Doch nicht nur sein Leistungsniveau sorgt für Zuversicht. „Nach dem Aufstieg dachten wir, dass es extrem schwer werden dürfte, den Klassenerhalt zu erreichen. Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Wochen aber super entwickelt, so dass wir nun mit einer gesunden Portion Optimismus starten“, sagt Brameyer.

BC Phönix II: Björn Six, Sriteja Kummita (Indien), Marvin Barther, David Klein, Sara Loncar (Serbien), Doreen Kortmann, Ricarda Rieke

Das erste Spiel: Samstag, 29. August, 18 Uhr: BC Phönix Hövelhof II - TV Datteln

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