Fr., 20.09.2019

Derbyzeit: BC Hövelhof geht als Favorit in das Duell mit dem SC Ostenland »Es bleibt etwas ganz Besonderes«

Hövelhofs Trainer Martin Brameyer (Foto) und sein Ostenländer Pendant Dominik Ahlheit denken noch über die perfekte Taktik für das Derby nach.

Hövelhofs Trainer Martin Brameyer (Foto) und sein Ostenländer Pendant Dominik Ahlheit denken noch über die perfekte Taktik für das Derby nach. Foto: Elmar Neumann

Hövelhof/Ostenland (WB/en). Die ersten beiden Kreisderbys in der Badminton-Regionalliga hatten es in sich. Zwei dramatische Vergleiche in erstklassiger Atmosphäre (in Delbrück hieß es 4:4, in Hövelhof 5:3 für die Gastgeber) vor jeweils 300 begeisterten Zuschauern machten in der Vorsaison jede Menge Lust auf mehr. Diese Sehnsucht wird am Sonntag, 22. September (15 Uhr, Sporthalle an der Mühlenschule), gestillt.

Bereits in ihrem zweiten Spiel der neuen Saison treffen der BC Phönix Hövelhof und der SC Blau-Weiß Ostenland, die mit 3:5-Niederlagen gestartet sind, aufeinander. Elmar Neumann hat mit den Trainern Martin Brameyer (Hövelhof) und Dominik Ahlheit (Ostenland) über ihre Erwartungen gesprochen.

Herr Brameyer, Herr Ahlheit, es wartet Derby Nummer drei. Ist die Vorfreude noch so groß wie vor dem ersten direkten Duell?

Martin Brameyer: Ja, die Spannung vor einem solchen Spiel ist weiterhin groß. In der Regionalliga ein Spiel bestreiten zu dürfen, zu dem mehr Zuschauer kommen als zu den allermeisten Erstligaspielen, das ist und bleibt etwas ganz Besonderes.Dominik Ahlheit: Das kann ich nur bestätigen. Die Vorfreude ist ungebrochen. Wir alle fiebern dem Derby und der sicherlich wieder ganz speziellen Stimmung entgegen. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass sich daran jemals etwas ändern wird.

 

Ist Hövelhof dank seines serbischen Neuzugangs Andrija Doder etwas klarer favorisiert als in der vergangenen Saison?

Ahlheit: Aus meiner Sicht ist das so. Wenn die Hövelhofer mit beiden Serben antreten, wovon wir ausgehen, sind sie der klare Favorit. Wenn einer fehlt, wird das wieder eine enge Nummer. Aber andernfalls verlieren wir von zehn Spielen gegen Hövelhof acht. Wie gut die Mannschaft in diesem Jahr ist, hat schon das erste Spiel gezeigt, in dem Hövelhof selbst ohne Spitzenspielerin Hannah Schiwon beinahe beim Aufstiegsfavoriten in Sterkrade gepunktet hätte.Brameyer: Wir sind der Favorit, mehr aber auch nicht. Aber das gelungene Debüt von Andrija stimmt uns zuversichtlich und verschafft uns gute Voraussetzungen.

 

Was spricht für den Außenseiter Ostenland?

Brameyer: Ostenland hat eine gut aufgestellte Mannschaft, ein funktionierendes Kollektiv. Wir müssen auf allen Positionen voll dagegenhalten und hoch konzentriert sein, wenn wir unser Ziel erreichen wollen.Ahlheit: Wir werden 110 Prozent Einsatz liefern, bis in die Haarspitzen motiviert sein und bauen auf unseren Teamgeist, der Berge versetzen kann. Aber keine Frage: Wir brauchen einen ganz besonderen Tag, um zu punkten.

 

Gibt es ein Einzel oder Doppel, das Sie als Schlüsselspiel bezeichnen würden?

Brameyer: Nein, aber es kann sein, dass sich im Laufe des Derbys ein Spiel als solches herausstellt.Ahlheit: Gerade mit Blick auf die enorme Stärke der Hövelhofer in den Einzeln wird es für uns sehr wichtig sein, mit guten Ergebnissen aus den Doppeln zu kommen. Wenn es da schon 0:3 steht, wird es natürlich unglaublich hart.

 

Ist es für Sie als Trainer in der Derby-Atmosphäre eigentlich etwas schwieriger, mit Taktik-Tipps zu den Spielern durchzudringen als in einem der üblichen Meisterschaftsspiele?

Brameyer: Ein Derby hat den Vorteil, dass man den Gegner sehr gut kennt und den Spielern bereits im Vorfeld viel mit auf den Weg geben kann. Während des Spiels kann es aber tatsächlich schon mal passieren, dass die Emotionen derart dominieren, dass die taktische Disziplin vernachlässigt wird.Ahlheit: Das kommt auf den Spieler an. Es gibt diejenigen, für die es keinen Unterschied macht, ob es ein Derby ist oder nicht, und die, auf die man schon sehr, sehr intensiv einreden muss, damit etwas hängen bleibt. 15 Minuten vor Spielbeginn sind aber alle so nervös, dass da erst mal nichts mehr ankommt. Daher findet die letzte Besprechung auch am Sonntag deutlich früher statt als sonst.

 

Für Hövelhof und Ostenland ist das Derby das zweite Saisonspiel, alle anderen Mannschaften sind bereits zweimal angetreten. Gab es Ergebnisse, die Sie überrascht haben?

Ahlheit: Definitiv. Dass Mülheim Gladbeck schlägt, war keinesfalls zu erwarten. Wir haben uns sogar ein bisschen erschrocken, denn als Aufsteiger ist Mülheim eine der Mannschaften, die wir hinter uns lassen wollen und die haben jetzt schon zwei Bonuspunkte erspielt. So etwas Unerwartetes muss nun auch uns gelingen, vielleicht klappt das ja in einem der Derbys. (lacht) Brameyer: Ja, das 7:1 für Mülheim ist wirklich eine Überraschung. Zwar hatte Gladbeck personelle Probleme, aber mit einem Ergebnis in dieser Höhe war unter keinen Umständen zu rechnen.

 

Ist die Regionalliga, Deutschlands dritthöchste Klasse, eigentlich das Höchste der Gefühle für Ihren Verein?

Brameyer: Mit Hannah Schiwon haben wir eine Spielerin, die sicherlich auch in der 2. Bundesliga regelmäßig punkten könnte. Auch Melanie Gräßer könnte sich an das höhere Niveau gewöhnen. Aber einen Kader auf die Beine zu stellen, der auf allen Positionen zweitligareif wäre, das sehe ich im Moment nicht und ist auch kein konkretes Ziel. Wir konzentrieren uns weiter auf unsere Jugendarbeit und auf unsere Eigengewächse.Ahlheit: Für uns ist das Maximum erreicht. Für mehr müssten wir ein, zwei ausländische Spieler auf den Herren-Positionen verpflichten und das ist schon finanziell nicht machbar. Sollten wir in der Regionalliga mal Vierter oder Fünfter werden, wäre das bombastisch und für uns wie ein Meistertitel. Aktuell aber geht es für uns wieder um den Klassenerhalt.

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