Hövelhoferin Lia Welschof krönt ihre letzten internationalen Titelkämpfe bei den Jungen Reitern mit drei Silbermedaillen
Dreimal auf Platz zwei

Hövelhof  (WB). Dreimal Silber. Dreimal Vize-Europameister – das ist die Bilanz von Lia Welschof (RV Hövelhof) und ihrem vierbeinigen Partner „First Class“ nach der U21-EM im ungarischen Pilisjaszfalu. Ein Abschied zum Abschluss ihrer Zeit in der Altersklasse der Jungen Reiter, der sich sehen lassen kann.

Dienstag, 25.08.2020, 20:09 Uhr
Die Hövelhoferin Lia Welschof und ihr Wallach „First Class“ triumphierten im ungarischen Pilisjaszfalu. Foto: FN/Sina Kuipe
Die Hövelhoferin Lia Welschof und ihr Wallach „First Class“ triumphierten im ungarischen Pilisjaszfalu. Foto: FN/Sina Kuipe

Dabei waren die Aussichten für die Titelkämpfe in der Dressur aus deutscher Sicht nicht besonders vielversprechend. Die ursprünglich geplante Mannschaft fiel zum größten Teil aus, so dass das Team selbst mit Ersatzreitern nur auf drei von möglichen vier Reitern kam. Damit war klar: Ein Streichergebnis konnte sich das deutsche Team nicht leisten. Die Ergebnisse des Trios flossen damit komplett in die Wertung ein. Doch damit nicht genug: Welschof musste verletzungsbedingt auch noch auf ihr Spitzenpferd „Linus“ verzichten und dafür den international unerfahrenen „First Class“ satteln.

Großer Jubel

 

„Ich habe versucht, mir zu keinem Zeitpunkt zu viel Druck zu machen und die EM einfach auf mich zukommen zu lassen. Als dann meine Mannschaftskolleginnen Henriette Schmidt und Luca Sophia Collin super vorgelegt hatten, war klar, dass wir auch mit dem Team eine richtige gute Chance auf eine Medaille haben“, blickt Welschof zurück. Ihr Ritt führte das Team schließlich zu Rang zwei, der Jubel war entsprechend: „Wir haben uns alle unglaublich gefreut. Aber der Zusammenhalt und die Stimmung im Team waren auch einfach nur toll.“ Lediglich die niederländischen Reiter (diesmal Marten Luiten, Daphne van Peperstraten und Quinty Vossers), seit jeher die stärkste Konkurrenz, waren in der Mannschaftswertung noch besser und sicherten sich den EM-Titel.

Der Gewinn der Mannschaftmedaille wirkte aber wie eine Befreiung für Lia und ihren erst neunjährigen „First Class“. Dabei war es vor allem ihr bildschöner, schwarzer Wallach, den Lia Welschof liebevoll „Fetti“ nennt, der in der Einzelwertung für besonderes Aufsehen sorgte. „Fetti war noch nie bei einem internationalen Wettkampf am Start und wir wussten nicht, wie er den Richtern gefallen wird. Aber er hat alles ganz prima gemacht, seine Auftritte genossen und die Noten haben auch gezeigt, dass er super ankommt“ zieht Lia Welschof dieses Fazit.

Sympathische Studentin

Für die 21-Jährige waren die Wettbewerbe in Ungarn auch etwas ganz besonderes: „Das war meine emotionalste EM. Ich habe noch nie so oft mit den Tränen kämpfen müssen, weil mich die Leistungen und besonders mein Pferd immer wieder so unglaublich positiv überrascht haben.“

Die sympathische Studentin zeigte mit ihrem „First Class“ allerdings auch in der Einzelwertung und der Kür herausragende Leistungen, die jeweils nur von einem niederländischen Reiter (Marten Luiten und Daphne van Peperstraten) überboten wurden. Wobei Welschof betont: „Ich habe nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen. Besonders die Kür war eine große Überraschung. Die war extrem auf Linus zugeschnitten, aber First Class hat sich so super im Viereck zur Musik bewegt, dass ich hin und weg war.“

Deutsche Meisterschaften

Nächstes Ziel sind die Deutschen Meisterschaften vom 11. bis 13. September im westfälischen Riesenbeck. an. Hier wird die junge Amazone mit ihrem Wallach „Don Windsor“ starten, „First Class“ bekommt eine EM-Pause.

Anschließend endet für Lia dann die Zeit bei den Jungen Reitern. Im kommenden Jahr wechselt sie altersbedingt ins Lager der U25. „Dieser Sprung ist noch einmal enorm, da es dann auf Grand Prix Niveau geht und das ist eine große Herausforderung“, blickt Welschof zwar mit Respekt in die Zukunft, hat aber auch klare Ziele: „Ich möchte die Lektionen meinen Pferden gerne selbst beibringen und mit ihnen zusammen in diese Klasse hereinwachsen. Wie schnell das dann gehen wird, ist ungewiss.“ Bislang hat aber Lia Welschof schon eindrucksvoll gezeigt, wie man sich mit viel Fleiß und großem Talent behaupten kann.

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