Regionalliga-Kellerduell zwischen Phönix Hövelhof und Wesel endet 4:4
Hochemotionaler Punktgewinn

Hövelhof (WB). Der Plan war unmissverständlich. „Wir hatten uns fest vorgenommen, dieses Spiel zu gewinnen, um uns in der Tabelle von unserem Gegner abzusetzen“, sagte Trainer Martin Brameyer. Doch so zielstrebig das Team des BC Phönix Hövelhof das Kellerduell gegen den SV BW Wesel auch anging – am Ende mussten die Gastgeber froh sein, zumindest einen Zähler zuhause behalten zu haben. Nach acht zum großen Teil dramatischen Duellen hieß es 4:4.

Dienstag, 13.10.2020, 03:00 Uhr
Hannah Schiwon steuert einen wichtigen Sieg im Einzel zum Hövelhofer 4:4 im Heimspiel gegen Wesel bei. Foto: Elmar Neumann
Hannah Schiwon steuert einen wichtigen Sieg im Einzel zum Hövelhofer 4:4 im Heimspiel gegen Wesel bei. Foto: Elmar Neumann

Die 30 Zuschauer fühlten sich von diesem Vergleich der beiden – neben Gladbeck – noch sieglosen Mannschaften bestens unterhalten. Allein die Krönung in Form des ersehnten Heimerfolges blieb aus und das hatte nicht zuletzt schon mit dem 1. Herrendoppel zu tun. Niklas Kampmeier war nach überstandener Grippe, das hatte ein Härtetest am Vortag gezeigt, noch nicht wieder fit genug, um auch im Einzel aufzuschlagen, trat aber im Spitzendoppel an der vertrauten Seite von Sven Falkenrich an und lieferte auf Anhieb wieder Überzeugendes ab. Gen Ende des dritten Durchgangs wussten die Weseler Remco Pots und Jonas Kaiser neben einigen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen aber auch das entscheidende Mehr an Kondition auf ihrer Seite und setzten sich mit 25:23, 18:21 und 27:25 durch. „Das Spiel dürfte der Knackpunkt gewesen sein. Da hatten wir doch sehr auf einen Sieg gehofft“, sagte Coach Brameyer.

Sriteja Kummita (links) und Theo Steinwart lieferten im Phönix-Trikot starke Vorstellungen ab.

Sriteja Kummita (links) und Theo Steinwart lieferten im Phönix-Trikot starke Vorstellungen ab.

Das in der Oberliga noch ungeschlagene Duo Björn Six/Sriteja Kummita sorgte mit einem souveränen 2:0 für den Ausgleich, doch nach dem Damendoppel stand es 1:2. Hier war der Phönix-Paarung aber keinerlei Vorwurf zu machen. Ganz im Gegenteil: An der Seite von Stefanie Menne deutete die erst 14-jährige Lina Sigge an, dass ihr schon jetzt nicht mehr viel fehlt, um in so jungen Jahren alsbald selbst auf Drittliganiveau konkurrenzfähig zu sein. Als „richtig tolle Geschichte“ beschrieb Brameyer auch den ersten Regionalliga-Einzelsieg von U19-Talent Theo Steinwart, der das 3. Herreneinzel gegen Wesels Patrik Sanders mit 2:0 für sich entschied und dabei im zweiten Satz aus einem 11:17 ein 22:20 machte. „Theo hat sich in der Phase auch von einigen Mätzchen seines Gegners nicht aus dem Konzept bringen lassen. Das war eine reife Leistung“, sagte sein Trainer.

Während Björn Six im Spitzeneinzel gegen den starken Niederländer Pots chancenlos blieb, lieferte Hannah Schiwon einen weiteren Hövelhofer Höhepunkt ab. Die 22-Jährige behielt im hochklassigen Duell mit Maria Kruse mit 21:18 und 21:19 die Oberhand, ehe sie im für sie ungewohnten Mixed mit Sven Falkenrich ein 19:21 und 11:21 gegen das zweitligaerfahrene Gespann der Gäste kassierte.

Sriteja hat uns spielerisch und kämpferisch begeistert.

Martin Brameyer

Damit stand es 3:4 und es hing vom indischen Neuzugang Sriteja Kummita ab, ob es für Phönix wenigstens noch zu einem Remis reichen sollte. Aber selbst ein Krampf vermochte es nicht, den Ex-Lipp­städter auf seinem Weg zum 2:1-Erfolg (26:24, 16:21, 21:16) zu stoppen. „Das war ein unglaublich emotionales letztes Spiel mit Fehlentscheidungen, mit Konzessionsentscheidungen, aber vor allem mit einem Sriteja, der uns sowohl kämpferisch als auch spielerisch begeistert hat“, sagte Brameyer nach dem 4:4. Das fühlte sich ob des nervenaufreibenden Finales doch viel eher wie ein Punktgewinn als ein Punktverlust an.

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