Mi., 15.08.2018

Zweitliga-Meister könnte die 1. Bundesliga nur mit Hilfe von außen stemmen Der TuS Sennelager hat »ein Problem«

Ivan Gakhov (links) und seine Teamkollegen des Tennis-Zweitligisten TuS Sennelager lieferten als Aufsteiger in den vergangenen vier Wochen eine Saison zum Zunge schnalzen ab. Über den siebten Meistertitel in Folge freuen sich neben Gakhov zudem (oben von links) David Pichler, Marius Kur (Trainer), Antoine Hang, Dragos Nicolae Madaras und Tsung-Hua Yang sowie (unten von links) Alberto Ortega-Olmedo, Dante Gennaro und Dragos Dima.

Ivan Gakhov (links) und seine Teamkollegen des Tennis-Zweitligisten TuS Sennelager lieferten als Aufsteiger in den vergangenen vier Wochen eine Saison zum Zunge schnalzen ab. Über den siebten Meistertitel in Folge freuen sich neben Gakhov zudem (oben von links) David Pichler, Marius Kur (Trainer), Antoine Hang, Dragos Nicolae Madaras und Tsung-Hua Yang sowie (unten von links) Alberto Ortega-Olmedo, Dante Gennaro und Dragos Dima.

Sennelager  (WB). Die Vorgaben des Deutschen Tennisbundes (DTB) sind unmissverständlich: Der Tabellenerste der 2. Bundesliga steigt in die 1. Bundesliga auf. Im Falle des TuS Sennelager muss man diese Formulierung allerdings in den Konjunktiv stellen.

Nach dem Meistercoup von Team-Hämmerling am vergangenen Sonntag hat sich der TuS Sennelager die siebte Meisterschaft in Serie gesichert und zum siebten Mal in Folge das Anrecht erworben, in der darauffolgenden Spielzeit eine Spielklasse höher anzutreten. Ob es jedoch dazu kommt, steht derzeit in den Sternen.

Die siebte Meisterschaft in Serie gesichert

Die Jahre zuvor war der Aufstieg entweder das Saisonziel gewesen oder zumindest eine positive Überraschung, die von den TuS-Verantwortlichen nach kurzer Konsultation mit großer Motivation in Angriff genommen wurde. Dabei stiegen von Liga zu Liga die zeitlichen und finanziellen Aufwendungen, aber die Herausforderungen ließen sich schultern. Mit dem Einzug in Liga zwei stieß der TuS jedoch bereits an Grenzen. Eine personelle Aufstockung im Umfeld des erfolgreichen Teams unter anderem in den Bereichen Logistik, Training oder Unterkünfte wurde erforderlich. Die überschaubare 3-Feld-Tennisanlage hinter dem Kunstrasen-Fußballplatz des TuS Sennelager musste aufgepeppt und zweitligatauglich gemacht werden.

Der DTB macht unmissverständliche Vorgaben

Mit der Frage, ob Sennelager auch einen Aufstieg in die 1. Liga als positive Überraschung ansehen und die erneut gestiegenen Anforderungen schultern würde können und wollen, hat sich beim TuS bis zum vergangenen Wochenende niemand ernsthaft beschäftigt. »Nun haben wir ein Problem«, sagte Teammanager Marc Renner kurz nach dem entscheidenden Sieg am Sonntag in Hamburg. Der DTB macht unmissverständliche Vorgaben nämlich auch für die Erstligatauglichkeit von Platzanlagen. Und der TuS Sennelager erfüllt diese nicht.

Bis zur Meldefrist am 30. September ist Zeit

Bis zur Meldefrist am 30. September haben die Verantwortlichen im Verein Zeit, sich Klarheit zu verschaffen, ob der TuS die vielleicht einmalige Chance des Erstliga-Aufstiegs wahrnehmen kann und will. »Bei uns sind alle glücklich mit dem Erreichten, aber keiner hat im Moment eine genaue Vorstellung davon, wie es weitergeht«, sagt Renner, »in der kommenden Woche werden wir Gespräche zu dem Thema führen« Vorher werde er sich beim DTB über die konkreten Vorgaben für die Plätze erkundigen. Laut den DTB-Standards für die 1. Liga sind das auch mindestens zwei Trainingsplätze, Ballkinder, Raum für eine Bande mit Bundesliga-Logo und –Sponsoren auf dem Hauptplatz, elektronische Ergebnistafel.

Schulterschluss mit den Paderborner Tennisvereinen

Renner berichtet von Vereinen in Paderborn, die sich bereits erkundigt hätten, ob ihre Platzanlagen als mögliche Spielorte in Frage kämen. »Die Herausforderung 1. Bundesliga könnten wir nur mit Hilfe von außen stemmen, im Schulterschluss mit den Paderborner Tennisvereinen, der Stadt und weiteren Sponsoren«, sagt Renner.

Toller Sport bei ausnahmslos erstklassigen Vorstellungen

Rein sportlich gesehen zauberte der TuS-Kader eine Spielzeit zum Zunge schnalzen in den hitzebedingt nicht selten staubtrockenen roten Grand. Toller Sport bei ausnahmslos erstklassigen Vorstellungen, die Spannung, Dramatik und ein kaum für möglich gehaltenes Happy End boten. Alle Neuzugänge schlugen voll ein. »Der Knackpunkt war das knappe 5:4 in Berlin«, konstatiert TuS-Trainer Marius Kur, »in diesem Schlüsselspiel sind die Jungs zu einem wahren Team geworden, in dem die Stimmung, der Zusammenhalt, die Motivation und der Enthusiasmus einmalig sind.«

»Wir sind stolz auf das Erreichte«

Ein Aufstieg in die 1. Liga müsse aber nicht »auf Biegen und Brechen« zustande kommen. »Wir haben uns das sportlich verdient und sind stolz auf das Erreichte«, so Kur. Aber es schlügen auch bei den Spielern zwei Herzen in der Brust: Auf der einen Seite wäre die reizvolle Teilnahme an der 1. Bundesliga. Auf der anderen Seite stünden die dort kleineren 4er-Teams, die dann dazu führen würden, dass einige Spieler auf Einsätze verzichten müssten.

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