Do., 14.02.2019

Pinto nicht im Aufgebot des LC Paderborn Die Finals im Visier

Chantal Butzek möchte in Leipzig ins 60-Meter-Finale sprinten. Trainer Thomas Prange sagt: »Ich traue ihr eine Zeit von unter 7,30 Sekunden zu. Sie kann auch im Kampf um die vorderen Plätze ein Wort mitreden.«

Chantal Butzek möchte in Leipzig ins 60-Meter-Finale sprinten. Trainer Thomas Prange sagt: »Ich traue ihr eine Zeit von unter 7,30 Sekunden zu. Sie kann auch im Kampf um die vorderen Plätze ein Wort mitreden.« Foto: Wolfgang Birkenstock

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Im vergangenen Jahr waren die Auftritte bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften für die Athletinnen des LC Paderborn eine große Erfolgsgeschichte. Tatjana Pinto triumphierte in Dortmund nicht nur über 60 und 200 Meter, sondern führte auch die 4x200-Meter-Staffel auf den Bronzeplatz. In diesem Jahr sind die Aussichten für die DM in Leipzig nicht ganz so spektakulär.

Das liegt allem voran daran, dass Pinto auf einen Start verzichtet. Zwar ist ihr Name neben Katharina Grompe, Alina Kuß, Kirsten Ewert-Liening, Chantal Butzek und Ina Thimm unter den sechs möglichen Starterinnen in der LC-Staffel zu finden, aber Trainer Thomas Prange sagt: »Tatjana hat ihre Verletzung so gut wie auskuriert, jedoch relativ vorsichtig trainiert. Sie wird nicht laufen. Die Hallensaison ist für sie kein Thema.« Die nun wohl ausgestandenen Sorgen der 26-Jährigen hatten unter anderem mit dem Sitzbeinhöcker zu tun. Statt auf Sprints in der ausverkauften Arena Leipzig oder bei der Hallen-EM in Glasgow (1. bis 3. März) konzentriert sich Pinto ganz auf die Höhepunkte der Freiluftsaison. Diese hat mit den 119. Deutschen Meisterschaften im Berliner Olympiastadion (3. und 4. August) sowie den Weltmeisterschaften in Doha (28. September bis 6. Oktober) einiges zu bieten. Ob die gebürtige Münsteranerin auch die inoffizielle Staffel-WM, die »World Relays« in Yokohama (11. und 12. Mai), mitnimmt, ist eher fraglich als offen. »Ich denke, dass Tatjana nicht daran teilnimmt, aber das wird sie selbst entscheiden«, sagt Prange.

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Die Hallensaison ist für sie kein Thema.

Thomas Prange

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Ohne Pinto, so viel ist klar, sind die Perspektiven der Paderborner 4x200-Meter-Staffel (Zeit-Endläufe am Sonntag, 15.50 Uhr) ganz andere als mit ihr. »Unter normalen Umständen sind wir so in der Halle nicht konkurrenzfähig. Natürlich ist das bei den Wechseln immer sehr eng und ein gewaltiges Gewusel, aber wenn man allein die Einzelzeiten der gemeldeten Staffeln addiert, wird es für uns sehr schwer«, sagt der 44-Jährige.

Gute Aussichten räumt der Sprintcoach, der seit dem 25. Januar hauptamtlich an der NRW-Sportschule Besselgymnasium in Minden tätig ist, seinen Schützlingen in den Einzelrennen ein. Ob Janina Kölsch, Katharina Grompe, Chantal Butzek oder der einzige männliche LC-Starter Noel Thorwesten – sie alle haben über die 60 Meter die Finals im Visier und können dieses Ziel auch durchaus erreichen. Bei den Frauen (Finale: Samstag, 18.20 Uhr) sorgen die Absagen von Pinto und Gina Lückenkemper (SCC Berlin) für eine extrem enge Ausgangslage. Hinter Rebekka Haase (ST Wetzlar) folgt ein Pulk hoch motivierter Verfolgerinnen, deren Meldezeiten nur wenige Hundertstel auseinander liegen. »Das wird eine knappe Geschichte. Mit einem guten Vorlauf bist du im Finale, beim kleinsten Patzer bist du raus«, sagt Prange, der insbesondere Chantal Butzek eine bemerkenswerte Vorstellung zutraut: »Chantal kann bestimmt eine Zeit von unter 7,30 Sekunden laufen und damit dann auch im Kampf um die vorderen Plätze ein Wörtchen mitsprechen.«

Auch bei den Männern bahnt sich eine enge Entscheidung an

Bei den Männern wäre der vorderste Platz an den Erfurter Julian Reus vergeben, wenn der Titelverteidiger nicht verletzungsbedingt hätte absagen müssen. Sein Verzicht schiebt auch hier das Feld deutlich dichter zusammen und Prange ist guter Dinge, dass Noel Thorwesten am Samstagabend (18.10 Uhr) zu den Finalisten zählt. Ende Januar, beim Meeting in Erfurt, zog sich Thorwesten zwar auf den ersten 30 Metern eine leichte Verletzung zu und musste austrudeln lassen, doch die Tatsache, dass die Uhr trotzdem schon nach 6,82 Sekunden stehen blieb, sagt viel über seine Verfassung aus: »Noel ist in extrem guter Form. Er hat ebenfalls eine realistische Chance aufs Finale.

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