Do., 14.03.2019

Björn Schonlau (34) spielt seine letzte Saison für die Paderborner Untouchables »Einfach nur genießen«

Nach 19 Jahren steht Untouchables-Baseman Björn Schonlau (rechts) vor seiner letzten Bundesliga-Saison als Aktiver.

Nach 19 Jahren steht Untouchables-Baseman Björn Schonlau (rechts) vor seiner letzten Bundesliga-Saison als Aktiver. Foto: Agentur Klick

Von Jörg Manthey

Paderborn (WB). Es wird Frühling. Baseballfreunde machen diese Jahreszeit am »the crack of the bat« fest, wie es im amerikanischen Branchenjargon heißt. Jenes »Poiiinnng« ist das unverkennbare, höchst befriedigende und für manche süchtig machende Geräusch, das entsteht, wenn ein Baseballschläger auf den kleinen rindslederüberzogenen Ball trifft. Für die Untouchables aus Paderborn beginnt am 31. März die neue Saison in der Baseball-Bundesliga Nord. Der erste Spieltag sieht zwei Gastspiele bei den unbekannten Wesseling Vermins vor, einem Aufsteiger.

Für Paderborns vieldekorierten Mann mit der Nummer 20 beginnt damit die Abschiedstournee. Björn Schonlau – Position jetzt: Baseman an der ersten Base – hat seine letzte Baseball-Saison angekündigt. Schonlaus Aufgabe im Spiel: seine Base abzudecken und von Mitspielern zugeworfene Bälle mit oft akrobatische Manövern zu fangen, ehe gegnerische Baserunner die erste Base erreichen. Mitte Juni wird für ihn tatsächlich Schluss sein mit Laufen, Schlagen, Fangen und Werfen.

Schonlau könnte über seine Passion ein Buch verfassen

Baseball ist anders. Schonlau könnte über seine Passion ein Buch verfassen. »Nee, das wäre noch zu früh«, grinst er. In bisher 19 Bundesliga-Jahren im grün-gelb-schwarzen Dress der Untouchables hat der Routinier allerlei erlebt. Er gehörte der Generation an, die die erfolgreichste Zeit des Paderborner Baseballs mit geprägt haben: fünfmal Deutscher Meister (2001 bis 2005), Platz vier beim Europapokal im italienischen Grosseto (2006). Björn Schonlau war Teil der Herren-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Panama (2011). »Ein Highlight war die Meisterschaft 2005 gegen die Solingen Alligators, bei der wir im letzten Inning das Spiel dank einer Kollision zwischen drei Spielern der Alligators noch gewinnen konnten und danach alle Bänne brachen«, denkt er zurück.

Ein »langer, intensiver und harter« Gedankengang ging voraus, bis Schonlau Ende des abgelaufenen Jahres den Entschluss fasste, dass der zeitliche Aufwand für Baseball mit Bundesliga- und Jugendtraining unter der Woche samt den Spielen am Wochenende zu hoch geworden sei. Schließlich ist im Dezember 2017 seine Tochter Lana geboren worden. »Da haben sich Prioritäten verständlicher Weise geändert. Ich will die Zeit mit der kleinen Maus mit genau derselben Intensität und Passion nutzen, wie ich es beim Baseball getan habe.«

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Die Prioritäten haben sich verständlicher Weise geändert.

Björn Schonlau

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So wird ab Ende März ein bisschen Wehmut mitspielen, schließlich hat Baseball »19 Jahre mein Leben bestimmt«, sagt der frühere Catcher. Er sieht die kommende Zeit mit »einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich lege den Fokus voll auf die Saison.«

Erster Heimspielgegner im Ahorn-Ballpark sind am 6. April die Hamburg Stealers. »In unserer Mannschaft steckt viel Potenzial. Wir haben eine hervorragende Mischung aus erfahrenen und jungen wilden Spielern, mit denen wir die Bundesliga Nord aufmischen werden«, orakelt Schonlau. Wie weit es für die U’s in den Play Offs gehen könnte, vermag er indes nur schwer einzuschätzen. »Zum Abschied nochmal die Meisterschaft zu holen, wäre schon ein geiles i-Tüpfelchen. Persönlich möchte ich in dieser Saison nochmal alles aus mir herausholen, den ein oder anderen Homerun schlagen und die letzte Saison in vollen Zügen vor vielen Zuschauern genießen.«

Und bitteschön nicht nochmal so ein Tief durchleiden müssen wie 2016 und 2017, als ihn gleich drei Mittelfußbrüche lahmlegten und aus dem Infield verbannten. »Ich habe im Winter hart trainiert, fühle mich jetzt echt richtig fit und bin gut dabei«, beteuert er. Anfängliche Schulterprobleme seien inzwischen ausgestanden.

Den Zauber des »crack of the bat« wird Björn Schonlau auch in Zukunft nicht ganz missen müssen, schließlich will er seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz der Jugend der »Untouchables« über die Saison hinaus weitergeben. »Durch meine Arbeit bei der Nixdorf Sport- und Jugendstiftung und als Trainer der U15-Mannschaft der Untouchables bleibe ich eng mit dem Nachwuchsbereich verbunden.« Die Talentförderung werde er definitiv auch weiterhin mit vollem Elan nachgehen, verspricht Björn Schonlau.

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