Fr., 19.04.2019

73. Osterlauf: Bielefelder Petros hat sich viel vorgenommen Härtetest in Paderborn

Der Paderborner Osterlauf ist für Amanal Petros eine erste Station auf dem Weg zur WM.

Der Paderborner Osterlauf ist für Amanal Petros eine erste Station auf dem Weg zur WM. Foto: imago

Von Jörg Manthey

Paderborn/Bielefeld (WB). Amanal Petros bläst entschlossen zum Halali. Für seinen Start beim 73. Osterlauf hat er sich allerhand vorgenommen: Er macht am Samstag Jagd auf die schnelle Meute aus Kenia. »Volle Pulle« kündigt der Sonnyboy aus Bielefeld an, der seit Jahresbeginn für den TV Wattenscheid läuft.

Der 23-Jährige will mindestens eine neue persönliche Zehn-Kilometer-Bestzeit markieren, die seit 2015 bei 28:49 Minuten steht. »Ich freue mich riesig auf Paderborn«, beteuert Petros, der als Zuschauer die Atmosphäre in der Domstadt schon genossen hat. Heimtrainer Thomas Heidbreder ist nach dem »Ausrufezeichen Berlin« guter Dinge, hat sein Schützling doch jüngst beim Halbmarathonstart in der Hauptstadt bewiesen, dass er gut drauf ist, als er nach 20 Stunden Anreise aus Arizona samt Jetlag in 62:32 Minuten eine neue persönliche Bestzeit aufstellte. Knapp eine Minute schneller als vorher.

In Bestenliste auf Platz 12

In der ewigen deutschen Bestenliste machte der 23-Jährige damit einen Satz nach vorn auf Platz 12 und verbesserte nebenbei den von Ex-Europameister Jan Fitschen (seit 2013) gehaltenen Wattenscheider Vereinsrekord um stattliche 50 Sekunden. »Aber das war unprofessionell. So was mache ich nie wieder«, sagt Petros, den es rückblickend ob des Reisestresses noch immer schaudert. Die kurze Fahrt an die Pader stehe einer eindrucksvolle Performance nicht im Weg. Heidbreder orakelt: »Die tolle Stimmung in Paderborn wird Amanal tragen.«

Zwei Wochen nach der Rückkehr aus dem Höhentrainingslager in Flagstaff/Arizona und bestens regeneriert sollte die Form punktgenau passen. Im WM-Jahr 2019 will sich Petros auf die Disziplinen 5000 Meter, 10.000 Meter und Halbmarathon spezialisieren. »Wenn ich bis Juni reibungslos durchtrainieren kann, hoffe ich, dass ich mich über 5000 Meter für die Weltmeisterschaft in Doha qualifizieren kann«, sinniert er angesichts einer Vorleistung von aktuell 13:34,15 Minuten: Platz 3 in der DLV-Bestenliste 2018. 13:20 Minuten müsste er knacken. »Das ist machbar.« Der Rekordversuch soll im belgischen Laufmekka Oordegem gelingen. Der Bielefelder weiß, dass er für seinen Traum kämpfen muss. Nur drei Deutschen winkt ein WM-Ticket, und die Konkurrenz ist stark.

WM-Norm bei 27:40 Minuten

Noch heftiger sieht’s über die 10.000 Meter aus. Dort liegt die geforderte WM-Norm bei 27:40 Minuten. Insofern könnte seine Osterlaufzeit ein Fingerzeig dafür sein, wozu Amanal Petros im Sommer auf der Bahn fähig ist. Eventuell startet er am 30. Mai beim Diamond League-Meeting in Stockholm. Dort könnte er sich mit schnellster internationaler Konkurrenz messen. Leider liegt dieser Termin ungünstig, denn eine Woche später findet die Deutsche Meisterschaft über 10.000 Meter statt. »Ich möchte unbedingt am Europacup teilnehmen. Dafür ist ein DM-Start aber unbedingte Voraussetzung«, erläutert Petros die verzwickte Situation. Vorsichtig haben er und Starläufer Richard Ringer beim verantwortlichen Bundestrainer Thomas Dreißigacker angefragt, ob der sich eine Ausnahme für sie vorstellen könne: Stockholm und Europacup – ohne DM!

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