Mi., 22.05.2019

Boris Aguma (19) aus Uganda nutzt das Know-how des Erstligaaufsteigers TuS Sennelager statt Davis Cup

Paderborn (WB/AK). Boris Aguma ist 19 Jahre jung und Tennisprofi. Er ist die aktuelle Nummer zwei Ugandas und verzichtet in diesem Jahr auf die Teilnahme mit der Nationalmannschaft seines Heimatlandes am Davis Cup. Der Grund: Aguma zieht es vor, in Paderborn beim TuS Sennelager und der Tennis-Base-Germany seine ersten Schritte im europäischen Turnierzirkus zu gehen.

Die einmalige Chance, die Plätze in Europa kennenzulernen, mit den Spielern hier zu trainieren, am Mannschaftsspielbetrieb teilzunehmen, bei Turnieren an den Start zu gehen und dabei Kontakte in die Szene zu knüpfen, ist für Boris Aguma den Verzicht auf den illustren Davis Cup wert. »Es war nicht einfach, ein Visum für Boris zu bekommen«, umreißt Marc Renner, Teammanager der TuS-Tennisherren, eines von mehreren Problemen, die im Vorfeld des Aufenthaltes von Aguma in Deutschland zu überwinden waren.

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Es war nicht einfach, ein Visum für Boris zu bekommen.

Marc Renner

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Agumas Anwesenheit hierzulande ist bereits das zweite gemeinsame Projekt von Renner und TuS-Trainer Marius Kur zur Förderung vielversprechender Tennistalente aus Afrika. Von 2013 an unterstützten sie die Brüder Shabani (heute 21) und Omari (heute 19) Kasalo. Kur hatte die beiden Nachwuchsspieler aus dem Kongo bei einem Turnier in Burundi kennengelernt und war direkt von ihrem Talent überzeugt. Versuche, die beiden Brüder zur weiteren sportlichen Ausbildung nach Deutschland zu holen, scheiterten jedoch an behördlichen Hürden.

Also halfen Kur und Renner mit dem Transfer finanzieller Mittel, aber auch durch den Versand von Hilfspaketen mit beispielsweise Tennisschlägern, Bällen und allerlei weiteren Tennisutensilien. Mit diesen – eingesetzt beim eigenen Spiel, beim Geben von Trainerstunden und auch durch deren Verkauf – erwirtschafteten die Brüder die Grundlage für ihre Ausreise im April 2018 in die USA, für die sie aufgrund ihres Flüchtlingsstatus’ ein Visum bekamen.

Shabani und Omari leben inzwischen in Cleveland und arbeiten im Bereich des Tennissports. »Die Jungs haben es trotz aller Widrigkeiten geschafft, und es geht ihnen gut«, bilanziert Kur zufrieden. »Ich freue mich, dazu beigetragen zu haben, dass Shabani und Omari heute in Sicherheit sind und sie nach wie vor Verbindung zu ihrem Sport haben.«

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Die Menschen hier sind netter, als ich erwartet habe.

Boris Aguma

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Dieser Erfolg ermutigte Kur und Renner. »Wir haben per E-Mail Kontakt zu Boris Aguma aufgenommen. Er wollte danach unbedingt zu uns kommen«, beschreibt Renner den Beginn ihres zweiten Förderprojektes. »Alles rund um den Flug nach Deutschland und den für Mitte Juli terminierten Rückflug nach Uganda hat er aber selbst geregelt.«

Agumas Visum gilt für drei Monate. Von Deutschland ist er positiv überrascht. »Die Menschen hier sind netter, als ich erwartet habe«, erzählt er. »Ich möchte hier viel trainieren, spielen und in der Liga antreten.« Marius Kur und Marc Renner möchten gleichfalls etwas: Erfolg auch in ihrem zweiten Förderprojekt – und danach weitere Projekte dieser Art folgen lassen.

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