Mo., 13.01.2020

Sportlerball in der Paderhalle: Baumgarts Versprechen beim Klassenerhalt Polonaise durch Paderborn

Sie wurden beim Sportlerball in die Mitte genommen und standen auch im Blickpunkt: SCP-Kapitän Christian Strohdiek nahm stellvertretend für den Kader den Preis entgegen, Squash-Europameister Raphael Kandra durfte sich erstmals als „Sportler des Jahres“ feiern lassen. Ganz links: Bürgermeister Michael Dreier, rechts steht Gastgeber Mathias Hornberger.

Sie wurden beim Sportlerball in die Mitte genommen und standen auch im Blickpunkt: SCP-Kapitän Christian Strohdiek nahm stellvertretend für den Kader den Preis entgegen, Squash-Europameister Raphael Kandra durfte sich erstmals als „Sportler des Jahres“ feiern lassen. Ganz links: Bürgermeister Michael Dreier, rechts steht Gastgeber Mathias Hornberger. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn  (WB). Ein Bürgermeister ohne Amtskette und ein Trainer, der eine Polonaise durch die gesamte Innenstadt anführen will: Sollte der SC Paderborn im Mai den Klassenerhalt schaffen, dürfen sich Freunde und Fans des Fußball-Bundesligisten auf einiges gefasst machen.

Der Bundesliga-Ball rollt seit August wieder an der Pader, das fasziniert die Bürger der „Sporthauptstadt von Ostwestfalen“, entsprechend lang war der Beifall für die „Mannschaft des Jahres“, auch wenn das Team aktuell das Tabellenende ziert. „Wir glauben nicht nur an den Klassenerhalt, wir sind davon auch fest überzeugt“, verbreitete Trainer Steffen Baumgart auch am Ballabend viel Optimismus und gab dann dieses Versprechen ab: „Wenn wir es im Mai geschafft haben, führe ich die Polonaise durch die Stadt an.“ Sein Wort gilt, schwierig könnte es dann für Michael Dreier werden. SCP-Profi Mohamed Dräger fordert im Fall eines Falles die Amtskette des Bürgermeister, der Verwaltungschef nahm den Ball gleich auf und spielte ihn verbal so zurück: „Wenn ihr das schafft, lasse ich mir was Tolles einfallen. Ich habe beim Goldschmied Cassau auch schon einen Termin.“

Kandra peilt die Top 15 an

Nicht so viele Fans hat Raphael Kandra, die Leistung des 29-jährigen in 2019 hätte aber noch mehr verdient. Der Squash-Profi wurde Europameister, Deutscher Meister, gewann mit dem Paderborner Squash Club den Europapokal und den 15. nationalen Titel. „Das war beruflich wie privat ein nahezu perfektes Jahr“, strahlte der „Sportler des Jahres“, der mit seiner Sina auch für Nachwuchs sorgte: Töchterchen Milenne kam im August auf die Welt. „2020 da noch etwas draufzusetzen, ist sehr schwer“, musste der gebürtige Franke zugeben. Dabei ist Erfolgshunger des PSC noch längst nicht gestillt, das machte Sportwart Matthias Wolff deutlich, der den erkrankten Präsidenten Andreas Preising vertrat: „Wir wollen mit den Männern zum 16. Mal Meister werden und mit den Frauen Titel Nummer sechs holen.“

Alle Erfolge will auch Kandra wiederholen, dazu in der Weltrangliste wieder ein Stück nach vorne kommen: „Ich bin die Nummer 30, ich will aber wieder in die Top 15.“ Das mit 195.000 US-Dollar dotierte PSA-Weltranglistenturnier in New York ließ er am Wochenende dennoch sausen, da war ihm die Ehrung viel wichtiger.

Pinto will noch einmal zu den Olympischen Spielen

Andere Schwerpunkte setzt Tatjana Pinto. Die nationale Sprintkönigin und amtierende Deutsche Meisterin über 100 und 200 Meter bezog – wie schon vor einem Jahr  – wieder in Jacksonville (Florida) ihr Winterquartier und startete dort mit ihrem US-Coach Rana Reider die Vorbereitung auf die Olympia-Saison 2020. Die Spiele in Tokio sind ihr erklärtes Ziel, das bestätigte auch Kathi Panitz. Die Sprinttrainerin vom LC Paderborn und enge Vertraute von Pinto nahm stellvertretend den Preis für die „Sportlerin des Jahres“ entgegen und sagte: „Olympische Spiele sind ein krasses Erlebnis im Leben eines Sportlers. Für Tatjana wären es die dritten Spiele, da möchte sie unbedingt noch einmal hin.“ 2012 in London und 2016 in Rio waren die bisherigen Olympia-Stationen von Pinto, so ganz verzichten mussten die knapp 1200 Ballgäste dann aber doch nicht auf die schnellste Frau Paderborns. Die 27-Jährige sendete eine Videobotschaft und sagte: “Das ist bereits meine dritte Auszeichnung, das macht mich sehr stolz.” Wann Pinto wieder nach Deutschland zurückkehrt, ist noch unklar. Panitz hofft auf eine Teilnahme an der Hallensaison, ein großes Ziel wären da Ende Februar die Deutschen Meisterschaften in Leipzig.

Moderator Jürgen Lutter erinnert an zwei Verstorbene

Der Sportlerball endete sehr laut und launig erst am Sonntagmorgen, begonnen hatte das Fest eher leise, denn Moderator Jürgen Lutter hatte die Traditionsveranstaltung in Erinnerung an zwei Verstorbene eröffnet: SCP-Präsident Wilfried Finke und Sportfotograf Marc Köppelmann. „Seine Bilder werden uns immer bleiben“, sagte Lutter und schloss damit den stillsten Teil des Abends.

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