Der gebürtige Paderborner Martin Borgmeier nimmt an neuer Sat.1-Show teil
„Dieses Spiel hört nie auf“

Paderborn (WB). Der gebürtiger Paderborner Martin Borgmeier ist dafür bekannt, Golfbälle weiter zu schlagen als nahezu jeder andere. Der 28-Jährige hat sich als professioneller Longdriver einen Namen gemacht. Vom 6. Mai an ist der muskulöse Mann mit dem markanten Bart allerdings auf ungewohntem Terrain zu sehen. Borgmeier ist einer von zehn Kandidaten der neuen Sat.1-Show „The Mole – Wem kannst Du trauen?“.

Samstag, 18.04.2020, 06:05 Uhr
Martin Borgmeier klatscht nach einer gemeisterten Herausforderung mit den anderen neun Kandidaten von „The Mole – Wem kannst Du trauen?“ ab. Foto: Sat.1
Martin Borgmeier klatscht nach einer gemeisterten Herausforderung mit den anderen neun Kandidaten von „The Mole – Wem kannst Du trauen?“ ab. Foto: Sat.1

Bei den Dreharbeiten in Argentinien galt es verschiedenste Herausforderungen zu meistern und einen Maulwurf unter den Teilnehmern zu finden. Ob er The Mole ist, darf der ehemalige Basketballer des SC GW Paderborn natürlich nicht verraten – über fast alles andere hat der Wahl-Münchener jetzt jedoch mit Elmar Neumann gesprochen.

Martin, normalerweise mischen Sie als extrovertierter Vertreter die weltweite Long-Drive-Szene auf. Nun gibt es Sie bald in einer Reality-Show auf Sat.1 zu sehen. Wie kam es dazu?

Martin Borgmeier: Auch der Auftritt in The Mole hat durchaus etwas mit Longdriving zu tun. Über meinen Sport habe ich mir nämlich in Deutschland und speziell in Köln, wo bereits zweimal die German Long Drive Championships stattgefunden haben, einen Namen gemacht. Das hat sportliche Gründe, liegt aber sicher auch daran, dass meine Art der Show weniger mit dem typischen Golfsport als mit dem Spektakel eines Darts-Events zu tun hat. So habe ich eine gewisse Aufmerksamkeit erregt und mich auf einmal in Köln beim Casting wiedergefunden. Auf das erste folgte das zweite, dann noch ein weiteres und plötzlich hieß es: Jetzt kann’s losgehen, ich saß im Flieger nach Buenos Aires und habe mich in so ein richtiges Abenteuer gestürzt.

Wussten Sie sofort, worum es in dieser Show gehen sollte?

Borgmeier: Nein. Und das war das wirklich Interessante an der Geschichte. Ich habe zu keinem Zeitpunkt des Castings gewusst, um was es da genau geht. Das war so ein bisschen ins Blaue hinein.

Sie sind also zum Casting eingeladen worden, Ihnen wurde aber nicht gesagt, für welche Art von Sendung gecastet wird?

Borgmeier: Genau. Es gab zwar den Arbeitstitel „Abenteuer deines Lebens“ und als solches hat es sich letztlich auch herausgestellt, doch das Stichwort The Mole habe ich zum ersten Mal am Abreisetag gehört. Es war aber klar, dass es kein Trash-TV wie beispielsweise das Dschungelcamp ist. Das war mir ganz wichtig, denn da habe ich keinen Bock drauf, und hier waren neben den sportlichen Herausforderungen tatsächlich einige Aufgaben dabei, bei denen du viel Köpfchen beweisen musstest.

Was hat den Reiz ausgemacht, dieses Abenteuer einzugehen?

Borgmeier: Es war diese unglaubliche Ungewissheit. Ich bin ein absoluter Fan von Escape Rooms. Ich habe in München alle durchgezockt und warte ständig darauf, dass ein neuer aufmacht. Ich habe da so ein Team, das super harmoniert und immer auf den Rekord aus ist. Wir wollen immer schneller als jeder andere zuvor aus den Escape Rooms rauskommen. Und für mich hat sich dieses ganze Thema so angehört, als ginge es einfach um einen riesengroßen Escape Room – im Real Life. Ich wusste, dass es mehrere Challenges zu bestehen gilt, man mit einer Gruppe Aufgaben zu lösen hat und das erschien mir mega reizend. Schon das Casting war richtig cool aufgebaut. Da musste ich unter anderem Codewörter her­ausfinden. Das hatte ein relativ hohes Niveau und hat mich eben an so einen Escape Room erinnert.

Sat.1 nennt es „Das Psychospiel des Jahres“ – trifft es das?

Borgmeier: Volle Pulle! Wenn ich mich zurückerinnere: Es gibt einfach keinen Moment, an dem das Spiel aufhört. Es ist nicht so, dass man in einen Escape Room geht, nach einer Stunde wieder rauskommt und dann ist die Runde überstanden, nein, dieses Ding läuft 24/7. Das ist die komplette Zeit über ein Psychospiel.

Spannender als ein Long-Drive-Event?

Borgmeier: Der Adrenalin-Ausstoß ist bei einem Long-Drive-Wettbewerb krasser. Da betrete ich die Bühne, habe meine drei Minuten und muss mit voller Power abliefern. Im Vergleich dazu ist The Mole eher ein Marathon. Aber du musst die komplette Zeit über hellwach sein, immer gucken, was passiert und überlegen, welche Schritte du als nächstes macht.

Wie ausgeprägt war der Konkurrenzgedanke unter den Kandidaten? Ging es den Teilnehmern eher um sich oder ums Team?

Borgmeier: Da werden wir über die gesamte Zeit alles zu sehen bekommen. Vor Beginn kannten wir uns nicht. Jeder war nach der Ankunft zunächst in einem anderen Hotel. Vor dem ersten Spiel wurden wir dann abgeholt, uns wurden die Augen verbunden und wir konnten auch nichts hören. Dann wurden wir in eine Kiste gesteckt und als man die geöffnet hat, standen da plötzlich die Jungs von The BossHoss sowie ein Produktionsteam mit 70 Leuten und zehn Kameras. Dann kommen die auf dich zu und das Spiel geht los. Peng! Erst dann haben wir Kandidaten uns nach und nach kennengelernt.

Und jetzt hören Sie nur noch The BossHoss?

Borgmeier: (lacht) Wenn ich ehrlich bin: Ich kannte The BossHoss von The Voice, hatte durchaus schon mal gehört, dass es die gibt. Aber ich habe erst nachher herausgefunden, dass viele Lieder, die ich gut finde, tatsächlich von The BossHoss sind. Ich bin schon ein Stück weit Fan geworden, das muss ich zugeben. Das sind coole Jungs, die gute Musik machen.

Wie wichtig war Ihnen die Aussicht auf 100.000 Euro?

Borgmeier: Das war nicht die Motivation, um da mitzumachen. Mir ging es darum, mal etwas ganz anderes auszutesten, das Spiel meines Lebens zu spielen. Das hätte ich auch probiert, wenn es nicht um 100.000 Euro gegangen wäre. Während der Challenges hatte man auch nicht das Gefühl, dass jeder nur an das Geld denkt. Stattdessen standen die Dynamik und die permanente Aufregung im Mittelpunkt. Da hattest du gar keine Zeit, an das Geld zu denken.

Inwieweit hat Ihnen Ihr Studium der Wirtschaftspsychologie dabei geholfen, in diesem Psychospiel zu bestehen?

Borgmeier: Es ist schon nicht schlecht, wenn du dich mit Dingen wie Sozialpsychologie und Gruppendynamik schon einmal beschäftigt hast, wenn du die Basics kennst, aber ich würde nicht sagen, dass ich irgendwann mal der Theorie vertraut und deswegen Schritt x oder y gemacht hätte. Stattdessen habe ich die ganze Zeit auf mein Bauchgefühl gehört. Aber das ist ja in den meisten Fällen so. Wer Wirtschaft studiert hat, trifft seine Entscheidung auch sehr selten, weil er dies oder das vielleicht mal im vierten Semester gelernt hat, sondern eher, weil er auf sein Bauchgefühl vertraut.

Können Sie sich jetzt weitere TV-Auftritte vorstellen?

Borgmeier: Auf jeden Fall. Klar. Ins Dschungelcamp gehe ich nicht. Das ist sicher. Aber alles, was irgendwie mit Nervenkitzel, Sport oder bestenfalls meinem Lieblingssport Longdriving zu tun hat – da schrecke ich vor nichts zurück.

Hat Sie an diesem Metier irgendetwas überrascht?

Borgmeier: Ja. Ich wusste, dass es ein Knochenjob ist und es eigentlich keinen Feierabend gibt, aber dass es so krass ist, hätte ich nicht gedacht. Die Uhrzeit hat bei der Frage, wann gedreht wird, keinerlei Rolle gespielt. Wir wurden nicht nachts beim Schlafen gefilmt und konnten auch in Ruhe duschen, aber sonst musstest du immer damit rechnen, dass da irgendwo eine Kamera steht.

Das Coronavirus hat auch auf der Long-Drive-Tour für jede Menge Absagen gesorgt. Ist es für Sie in schwierigen Zeiten wie diesen die ideale Ablenkung, sich vom 6. Mai an die ersten eigenen Fernsehauftritte ansehen zu dürfen?

Borgmeier: Definitiv. Ich bin mega gespannt. Ich kenne bislang kein einziges Bild, sondern auch nur die Trailer, also genau das, was die Öffentlichkeit auch kennt. Ich habe noch keine einzige Minute gesehen, aber die Bilder aus Argentinien, diese spektakuläre Landschaft, das muss einfach hammermäßig wirken. Wenn ich uns in dem einen Trailer an der Brücke hängen sehe, kann ich kaum erwarten, dass es losgeht.

Wie hoch war die körperliche Belastung? Die kurzen Sequenzen von der Brücke lassen auf Grenzerfahrungen schließen.

Borgmeier: Auf einer Skala von 1 bis 10 hätte ich mehrmals eine 11 vergeben. Da gab es jede Menge Psychospielchen, aber es war auch extrem viel Ausdauer, Kraft, Mut und Wissen gefragt. Ein komplett krasses Paket. Adrenalin pur. Wir wussten zudem morgens nie, was uns erwartet. Wir sind aufgestanden, dann waren die Kameras da und es ging los. Diese Ungewissheit war unfassbar. Es war nur am Kleidungsbriefing zu erahnen, was wohl kommen könnte.

Das ist The Mole

Die Maulwurf-Suche läuft bei Sat.1 unter dem Titel „The Mole – Wem kannst Du trauen?“, umfasst acht Folgen und beginnt am Mittwoch, 6. Mai, um 20.15 Uhr. Die Show moderieren The BossHoss – Alec Völkel und Sascha Vollmer. In dem international erfolgreichen Format, das von der Kölner Fabiola GmbH produziert wird, kämpfen zehn eher nicht prominente Kandidaten in verschiedenen Herausforderungen quer durch Argentinien um bis zu 100.000 Euro. Aber einer der Teilnehmer sabotiert die Gruppe. Kandidaten und Publikum müssen rätseln, wer ein falsches Spiel spielt, wer also der titelgebende Maulwurf ist.

...

Können Sie von den Erfahrungen, die Sie bei The Mole gesammelt haben, etwas für Ihren Beruf als Longdriver nutzen?

Borgmeier: Oh, ja. Es ist eigentlich egal, ob deine Konkurrenten im Sport psychologischen Druck auf dich ausüben oder du in einer Gruppe The Mole spielst. Die Verbindungen sind hoch interessant. Lass ich mich manipulieren oder manipuliere ich selbst? Was beeinflusst einen Menschen, was nicht? Wie finde ich Wege, mich nicht beeinflussen zu lassen? Da gibt es viele Parallelen zwischen meinem Sport und diesem Spiel und da habe ich jede Menge gelernt.

Apropos: Was hat das Coronavirus den Longdrivern von dieser Saison gelassen?

Borgmeier: Stand jetzt ist von den World-Long-Drive-Events bis auf die Weltmeisterschaften Anfang September in Chicago alles abgesagt worden. Das ist extrem bitter, denn kurz vor Saisonbeginn, Mitte März, habe ich mich so gut gefühlt wie noch nie. Ich habe sogar den Weltrekord in Sachen Ball Speed (Geschwindigkeit des Balles direkt nach Verlassen der Schlagfläche, Anm. d. Red.) gebrochen. In genau dem Golfsimulator in West Palm Beach, Florida, in dem bei Weltmeister Kyle Berkshire einige Monate zuvor 230,2 Meilen pro Stunde gemessen worden waren, habe ich es auf 231,9 gebracht. Ich kann nur hoffen, dass ich bei der WM in einer vergleichbaren Verfassung bin.

Wenn Sie bei der WM abschlagen, dann nicht mehr unter dem Spitznamen The Beard, der Bart, sondern als The Mole, der longdrivende Maulwurf?

Borgmeier: (lacht) Puh, ich weiß nur, dass ich diese Tiere auf dem Golfplatz ab sofort ganz anders wertschätzen werde.

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