Uni Baskets Paderborn: Basketball-Zweitligist schließt sich IG „Teamsport NRW“ an
Vereint gegen massive Corona-Bedrohung

Paderborn (WB/jm). In der Geschäftsstelle der Uni Baskets Paderborn ist es am Dienstag geschäftig hergegangen: Bis null Uhr mussten fristgerecht die letzten Lizenzunterlagen für die Saison 2020/21 bei der Ligazentrale eingereicht sein.

Dienstag, 02.06.2020, 21:00 Uhr
Die Uni Baskets Paderborn, hier mit Daniel Mixich, haben sich der Interessengemeinschaft „Teamsport NRW“ angeschlossen. Foto: Elmar Neumann
Die Uni Baskets Paderborn, hier mit Daniel Mixich, haben sich der Interessengemeinschaft „Teamsport NRW“ angeschlossen. Foto: Elmar Neumann

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeit unsere Hausaufgaben gemacht haben“, erklärt Dominik Meyer, Geschäftsführer des Basketball-Zweitligisten.

Überall in Nordrhein-Westfalen bereiten sich derzeit Vereine auf den Wiedereinstieg in den normalen Alltag vor. Egal ob Eishockey, Handball oder Basketball: Alle Sportarten stehen vor den gleichen organisatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Deshalb haben sich jetzt 20 Spitzensport- und Profiklubs in NRW als Interessengemeinschaft zusammengetan, um den massiven Bedrohungen, die durch die Corona-Pandemie entstehen, entschlossen und gut organisiert entgegenzutreten. Zu diesem Reigen gehören auch die Uni Baskets Paderborn.

Geisterspiele sind keine Lösung

Alle verbindet die ernste Sorge um die Zukunftsfähigkeit ihres Vereins oder wirtschaftlichen Trägers. Die Gefahr, dass das Virus dem die Geschäftsgrundlage entzieht, ist ungebrochen real. Alle aus dem Bündnis wissen, dass anders als beim Fußball Ticketerlöse unverzichtbar sind und Geisterspiele keine Lösung darstellen. „Wir sind auf unsere Fans angewiesen“, stellt Dominik Meyer klar, „und müssen frühzeitig kreativ sein, die Dinge dahingehend zu entwickeln, damit wir positiv nach vorne gucken können.“ Und er wirft einfach mal ein Schlagwort in den Raum: Pay-TV-Livestream.

Solidarität und Synergien: Initiator der IG Teamsport NRW ist Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. Ein weiteres Motiv der Interessengemeinschaft: Der Spitzensport in NRW – abseits des Fußballs – soll eine starke Stimme bekommen. „Klar geht’s in erster Linie um die neue Saison, die ganz im Zeichen der Corona-Pandemie und gewisser Existenzängste stehen wird“, sagt Dominik Meyer. „Aber nicht nur. Wir wollen auch künftig Knowhow und Ressourcen bündeln und weiter im Austausch bleiben.“ Beispiel Hygienekonzepte und deren Umsetzung: „Da kann man sich gegenseitig helfen.“ Den Klubs ist daran gelegen, dass „wir von der Landespolitik nicht vergessen werden. Dadurch, dass in der Fußball-Bundesliga wieder Geisterspiele durchgeführt werden können, ist nicht alles tutti. Wir Hallensportarten sind auch noch da und wollen mit einer Stimme unsere Interessen vertreten. Das soll keineswegs provokant geschehen.“

„Hörbare Stimme nutzen“

Mitinitiator Stefan Adam, Geschäftsführer des achtmaligen Deutschen Eishockeymeisters Düsseldorfer EG, ergänzt: „Unser Ziel ist es, die Vielfalt des NRW-Teamsports zu erhalten. Unser Schulterschluss gibt uns in dieser einzigartigen Krisensituation eine hörbare Stimme, die wir nutzen werden, um auf die außerordentlichen Herausforderungen, aber auch auf die besonderen Chancen aufmerksam zu machen, die Spitzen- und Profisport bieten.“

Angesichts der Effekte, die ähnliche Interessengemeinschaften in Sachsen, Hessen und Thüringen schon erwirkt haben, gibt sich Dominik Meyer vorsichtig optimistisch, dass das Land NRW ebenfalls ein Hilfspaket schnürt. Schließlich sind die Fragezeichen allerortens dick, von Düsseldorf bis Paderborn. „Das größte Problem ist, dass wir nicht wissen, wann wir anfangen können.“ Oder das Thema Zuschauereinnahmen, ein elementarer Posten im Etat: „Wie geht es mit den Lockerungsregeln weiter? Was ist im September, Oktober mit der Abstandsregel möglich? Eine 30-Prozent-Auslastung der Maspernhalle?“, blickt Meyer in die Glaskugel. Der Thekenbereich müsste umgerüstet werden, mehr Toiletten her. Zudem bestehe eine „Restunsicherheit“, wie schwer die Krise die Baskets-Sponsorenschaft getroffen hat. „Da sind wir aber in guten Gesprächen.“ Doch was ist, wenn Sponsoren angesichts weniger Zuschauer einen geringeren Werbeeffekt anmahnen? Fest dürfte stehen, dass der Etatrahmen der Uni Baskets unter dem der Vorsaison liegen wird. Genauso, dass das Gehaltsniveau der Spieler sinken wird. Meyer: „Das wird der Markt sportartenübergreifend so regeln. Es ist weniger Geld im System.“

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