Jugendfußball: U19 und U17 des SC Paderborn zurück in der Bundesliga
„Die letzte Emotionalität hat gefehlt“

Paderborn (WB/pk). Die Tabellen sind erstellt (offizielle Veröffentlichung am 26. Juni), die Staffelleiter haben Grünes Licht gegeben: Der Doppelaufstieg des Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des SC Paderborn ist perfekt.

Dienstag, 16.06.2020, 05:00 Uhr
Oliver Döking rückte von der U16 in die U17 auf und führte das Team zur direkten Rückkehr in die Bundesliga. Foto: Jörg Manthey
Oliver Döking rückte von der U16 in die U17 auf und führte das Team zur direkten Rückkehr in die Bundesliga. Foto: Jörg Manthey

Die U19 und die U17 kehren in die Junioren-Bundesligen zurück, weil sie in ihren Spielklassen den besten Punktequotienten und bei Gleichstand in der A-Junioren-Westfalenliga das bessere Torverhältnis erzielt haben. „Wir haben in den Bereichen der individuellen Förderung und der mannschaftlichen Platzierungen wichtige sportliche Ziele erreicht und hervorragende Erfolge erzielt”, zieht NLZ-Leiter Christoph Müller ein positives Fazit der Saison 2019/2020.

Einziger Wermutstropfen, so stellen die beiden Trainer Bernd Wiesner (U19) und Oliver Döking (U17) unisono fest, war, dass es aufgrund von Corona keine Aufstiegsfeierlichkeiten geben konnte. „Die letzte Emotionalität hat gefehlt“, sagen sie. Nach dem letzten Training der alten Mannschaften gab es zumindest noch einige lobende Worte der NLZ-Leitung sowie der Coaches und für jeden „Aufstiegshelden“ ein Präsent. Die neuen Teams starten mit sogenannten Kennenlern-Treffs, nach zwei Wochen Urlaub mit Beginn der Sommerferien beginnt anschließend die Vorbereitung auf die neue Saison, von der noch niemand weiß, wann sie beginnt.

Enges Duell mit Hombruch

Die U19 lieferte sich ein enges Duell mit dem Hombrucher SV, der in 15 Meisterschaftsspielen ebenfalls einen Punktedurchschnitt von 2,47 erreichte. „Beide hätten es verdient gehabt, wir hätten es auch andersrum akzeptiert“, urteilt Wiesner. Die SCP-Youngster setzten sich mit einem Torverhältnis 49:18 im Vergleich zu 37:11 durch. Besonders auffällig war, dass die Mannschaft im Schnitt mehr als drei Tore pro Spiel erzielte. Damit hat die U19 die vereinsinterne Spielphilosophie optimal umgesetzt. Wiesner erklärt: „Wir werden auch in der Bundesliga unseren Fußball spielen. Das ist unabhängig von der Liga und von den Ergebnissen. Idealerweise passen aber auch die Resultate.“ Döking ergänzt: „Der Hauptfokus liegt immer auf der individuellen Ausbildung.“

Drei Beispiele aus der U19 zeigen, dass sich die individuelle Förderung der Nachwuchsspieler auch bei der gewünschten Heranführung an den Profibereich auszeichnet. Abwehrspieler Jesse Tugbenyo (mit Beginn der Vorbereitung im Sommer 2019 im Kader U21 sowie mit Trainingseinheiten und Testspiel-Einsätzen bei den Profis), Mittelfeldakteur Adrian Oeynhausen (auch in der nächsten Saison noch für die U19 spielberechtigt, ab November 2019 im Kader der Profis und Pflichtspieleinsätzen in der U21) und Torwart Luis Hillemeier (Trainingseinheiten bei den Profis und Pflichtspieleinsätze in der U21) sind bereits bei den Profis dabei.

Die U17 spielte eine sehr konstante Saison auf hohem Niveau und erzielte in der B-Junioren-Westfalenliga einen unangefochtenen Punktedurchschnitt von 2,25 bei einem Torverhältnis von 27:12. Das Team von Trainer Oliver Döking, der ebenso wie Wiesner seine Mannschaft im ersten Jahr betreute, traf ebenfalls häufig ins Schwarze – im Schnitt mehr als zwei Mal pro Spiel. „Der Aufstieg ist für uns alle ein Wahnsinnserfolg. Für die Spieler, aber auch für mich als Trainer“, sagt Döking. Der kannte schon einige Jungs aus der U16 und wollte mit seinem Team „von Beginn an oben mitspielen“. Das klappte perfekt: „Wir haben uns immer wieder kleine Ziele gesteckt und egal, welche Regelung der Verband am Ende getroffen hätte, wir wären immer aufgestiegen.“ Der Bundesliga sieht er nun mit sehr großer Vorfreude entgegen: „Das wird natürlich eine ganz andere Aufgabe und wir werden sicher weniger Ballbesitz haben.“

Übernahmequote herausragend

Doch der SCP-Nachwuchs ist mit diesen Jahrgängen für die Zukunft sehr gut gerüstet. Beide Trainer, die ihre aktuellen Mannschaften erst vor dieser Saison übernommen hatten, haben ihre Verträge verlängert. „Die Übernahmequote der Spieler in die nächsten Mannschaften ist herausragend”, freut sich Müller, dass mehr als 20 Spieler aus der U19 und 18 Akteure aus der U17 im Verein bleiben. Ein weiterer Aspekt stimmt den NLZ-Leiter zuversichtlich: „Zu unserem Schwerpunkt der individuellen Förderung ergibt sich Schritt für Schritt auch eine weitere Erhöhung der mannschaftlichen Qualität.“

Der DFB kündigte an, dass die Staffeleinteilung drei Wochen vor Saisonstart erfolgen soll. „Wann der 1. Spieltag sein wird, ist aber noch völlig offen“, verrät Müller. Was schon feststeht, ist, dass die beiden West-Staffeln (sowohl U19 als auch U17) von 14 Teams auf 17 Vereine aufgestockt werden, da es diesmal keine Absteiger gibt. „Das wird eine spannende und interessante Aufgabe“, so Wiesner.

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