Der gebürtige Paderborner Martin Borgmeier ist Finalist der Sat1-Show „The Mole“
„Ich bin ein Typ, der polarisiert“

Paderborn (WB). Eigentlich ist Martin Borgmeier professioneller Long Driver, aber kann diese 1,98 Meter große und 105 Kilogramm schwere Kante auch als stattlicher Maulwurf durchgehen? Das wird sich an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) zeigen, wenn die achte und letzte Folge der Sat1-Realityshow „The Mole – Wem kannst Du trauen?“ gesendet wird.

Mittwoch, 24.06.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 05:02 Uhr
Colleen (von links), Yves oder Martin? Wer ist der Maulwurf? Am Mittwoch wird diese Frage im Finale der Sat1-Show beantwortet. Foto: Sat1
Colleen (von links), Yves oder Martin? Wer ist der Maulwurf? Am Mittwoch wird diese Frage im Finale der Sat1-Show beantwortet. Foto: Sat1

Von anfangs zehn Kandidaten sind noch drei übrig – Colleen (24) aus Köln, Yves (29) aus Bruchsal und Martin (29). Im Finale geht es um den mit 52.000 Euro gefüllten Jackpot und vor allem darum, welcher der drei verbliebenen Teilnehmer von Beginn an allein auf Sabotage aus war und der gesuchte Mole, der Maulwurf, ist. Ist es Martin Borgmeier? Der darf das natürlich noch nicht vorzeitig verraten – er hat mit Elmar Neumann aber über die Show, seine Spielweise, sinkende Quoten und Long Driving gesprochen.

Martin, ist das hier ein Interview mit dem Maulwurf?

Martin Borgmeier: (lacht). Es kann alles sein. Ich glaube, dass hat der Off-Sprecher in der Show auch oft genug gesagt: Nichts ist, wie es scheint und alles ist möglich. Ihr werdet es am Mittwochabend sehen.

 

Sie sehen sich am Mittwoch ein Finale an, dessen Ausgang Sie kennen. Das klingt erst mal, als könnte es für Sie langweilig sein.

Borgmeier: Das ist für mich überhaupt nicht langweilig. Jede einzelne Folge war super spannend. Klar, ich kenne den Ablauf, aber ich hatte nur meine beiden Augen als Kamera dabei und jetzt alles aus so vielen unterschiedlichen Perspektiven zu sehen und zu erfahren, was im Hintergrund abgelaufen ist, ist unfassbar interessant. Das gilt auch fürs Finale.

 

Die Art und Weise, wie die acht Folgen von Sat1 zusammengeschnitten worden sind, deckt sich das mit Ihrem Eindruck, den Sie bei den Aufnahmen in Argentinien gewonnen haben?

Borgmeier: Es wurde natürlich viel mehr aufgezeichnet, als letztendlich zu sehen ist. Aber was nicht gemacht wurde, und das ist ja immer die Gefahr, wenn es um Schnitt geht, dass Statements komplett aus dem Zusammenhang gerissen wurden, um irgendeinen Effekt zu erzielen, den der Zuschauer möglicherweise lustig findet. Alles, was gesendet wird, wurde auch genauso gesagt. Ich bin mit dem Schnitt vollkommen zufrieden. Ich habe das Spiel genauso gespielt, wie ich dargestellt werde. Das passt zu 100 Prozent.

 

Vor dem Finale sind gut 52.000 Euro im Jackpot, der am Ende an den oder die Gewinner geht. Was bekommt denn eigentlich der Maulwurf selbst?

Borgmeier: Tja, der Mole hat natürlich eine Aufgabe, die ein bisschen heftiger ist als die der Kandidaten. Das ist noch mehr Spielen, noch mehr Sabotage und viel mehr Druck, weil er ja nicht sofort auffliegen will. Und dieser Einsatz wird natürlich vertraglich kompensiert. Man kann sich das als eine Service-Dienstleistung vorstellen, die ihren Preis hat, denn der Jackpot ist für den Mole natürlich nicht drin.

 

Hat denn jeder Teilnehmer eine Garantiesumme, die er ausgezahlt bekommt?

Borgmeier: Ja, klar. Es gibt Gagen. Das ist individuell geregelt, aber der Einsatz wird natürlich auch entlohnt, klar.

 

Wie ist das, sich selbst acht Wochen lang immer mittwochs zur Prime Time im Fernsehen zu sehen?

Borgmeier: (lacht) Ich muss sagen, ich habe mich inzwischen daran gewöhnt. Es ist jetzt nicht mehr so, dass ich mich sehe und sage: Oh, guck mal, da bin ich. Die Werbe-Clips zu Beginn, bevor The Mole überhaupt losging, haben mich noch mehr geflasht als der ganze Verlauf. Danach wusste ich in etwa, was passiert und es ist bei mir eine Art Gewöhnungseffekt eingetreten. Es war ja auch nicht das erste Mal, dass ich mich im Fernsehen sehen konnte. In meinem Job als Long Driver war ich im Vorjahr des Öfteren auf dem US-Sender „Golf Channel“ zu sehen, so dass der Wow-ich-bin-im-Fernsehen-Moment nicht mehr ganz so krass ausgefallen ist.

 

Welchen Eindruck haben Sie vom Kandidaten Martin Borgmeier?

Borgmeier: Wenn ich ihn beschreiben müsste, würde ich sagen: Er ist voll im Game. Er ist ein Spieler. Er hat eine Strategie. Nichts passiert ohne Hintergedanken. Er hat das Spiel von Anfang an verstanden – im Gegensatz zu manch anderem. Da sind natürlich Sachen dabei, die ein bisschen Härte erfordert haben, da gibt es aber auch Momente, in denen der softere Martin gefordert war. Eben immer der Situation angepasst und sich nicht zu schade, auch mal ein Machtwort zu sprechen und die Reaktionen auszuhalten.

 

Ein Zitat der Moderatoren The BossHoss über Sie lautet: „So gelassen wie Martin kann man eigentlich gar nicht sein.“ Waren Sie so gelassen?

Borgmeier: Ehrlich gesagt, war ich eigentlich nie gelassen. Aber man muss natürlich nach außen die Eigenschaften verkörpern, mit denen man bei den anderen Kandidaten den entsprechenden Effekt erzielen will. Man wirkt die ganze Zeit, man wird die ganze Zeit beobachtet. Das sind ja keine Szenen, die zehnmal wiederholt oder gespielt werden, sondern das, was ich mache, das passiert. Ich bin von Anfang an als der abgebrühte Profisportler da reingegangen und die Strategie musste ich natürlich durchziehen, weil jede Abweichung auf die Mitspieler komisch gewirkt hätte.

 

Die Meinungen über Sie gehen auseinander. Kandidat Aaron ist im Halbfinale ausgeschieden, und hat nach seiner Eliminierung davon gesprochen, dass Sie jemand seien, der über Leichen gehe und sehr oft böse mit andere umgehe.

Borgmeier: Ach, so etwas höre ich immer wieder. Aber da muss man ganz klar unterscheiden: Was passiert im Spiel und was persönlich? Fußball-Profi Thomas Müller macht auch mal eine Blutgrätsche, wenn die sein muss, und meckert mal. Aber nach dem Spiel gibt man sich die Hand und dann ist das Thema durch. Und genauso sehe ich The Mole. Das ist ein riesengroßes Spiel, das sich über einen langen Zeitraum erstreckt und 24/7 gespielt wird. Wenn es die Situation erfordert, dass ich jemanden „rauswerfen“ muss, indem ich mal härter bin, dann ist das so. Wenn man das Über-Leichen-gehen nennt, ist das auch okay für mich. Ehrlich und direkt, aber nie beleidigend und immer höflich – so beschreibe ich das. Ich glaube, ich habe in diesem ganzen Format kein Schimpfwort benutzt.

 

Wie ist das Feedback, das Sie sonst noch bekommen?

Borgmeier: Ganz unterschiedlich. Die Leute aus meinem engeren Umfeld, die finden das alle mega, die kennen mich, die wissen auch, wie ich bin, wenn ich mit denen Karten spiele. Auch da will ich immer gewinnen. (lacht) Da ist das Feedback: „Ja, Martin, genauso bist du, wenn du zockst. Das passt schon.“ Aber wenn das Leute sind, die mich nicht kennen, kann das auch schon mal anders sein. Ich weiß, dass ich ein Typ bin, der polarisiert, und das finden Leute entweder super-cool oder sie sagen: „Martin, du bist der unsympathischste Mensch, den ich je gesehen habe.“

 

Ihre Begeisterung für die Show deckt sich nicht ganz mit den Einschaltquoten, die von anfangs 1,6 Millionen Zuschauern mittlerweile unter die Millionen-Marke gefallen sind.

Borgmeier: Das verfolge ich natürlich auch. Ich kenne allerdings auch ein paar Insider-Informationen über das Feedback von Sat1. Ja, die Quoten sehen nach außen auf den ersten Blick nicht überragend aus. Trotzdem kommt das Format bei einer jungen Zielgruppe sehr gut an. Die Unter-25-Jährigen gucken immer weniger lineares Fernsehen, sondern gehen zu den Streaminganbietern. Die komplette Show gibt es ja auch auf Sat1 und Joyn als Stream und die Abrufe dort muss man natürlich auch berücksichtigen. Dahin geht der Weg und ich kann mir gut vorstellen, dass die Quote in einigen Jahren gar nicht mehr interessiert, sondern es bei solchen Formaten allein um die Streamingzahlen geht.

 

Die Zahl Ihrer Instagram-Follower ist in den vergangenen Wochen von 14.000 auf etwa 19.000 gestiegen. Sie wollten Ihre TV-Präsenz auch dazu nutzen, um die Sportart Golf und insbesondere Long Drive zu pushen. Ist Ihnen das gelungen?

Borgmeier: Ich glaube, dass ich im Finale die 20.000 knacke, aber grundsätzlich ist es mir völlig egal, ob es 20.000 oder zwei Millionen Follower sind. Entweder gefällt jemandem der Content oder nicht. Ich hoffe einfach, dass ich einen Teil dazu beitragen kann, dass sich die allgemein verbreitete Meinung über den Golfsport verbessert, beziehungsweise, dass die Leute erst mal erfahren, was Long Drive überhaupt ist. Ich versuche, meinen Sport so zu präsentieren, dass die Leute verstehen, wie cool das ist, dass das kein Rentnersport ist, richtig Power dahintersteckt und eine Menge Show dazugehört.

 

Gibt es schon Anfragen für neue TV-Formate?

Borgmeier: Grundsätzlich habe ich Interesse daran, klar. Ich werde mir – bis auf Trash-Formate – alles anhören. Im Dschungel wird man mich wahrscheinlich nicht finden. Das würde mich schon sehr wundern. (lacht) Aber alles, was in Richtung Sport oder – ich spinne jetzt mal – Formate wie „Schlag den Raab“ geht, hat mir immer mega gefallen. Da würde ich sofort mitmachen. Es gibt aktuell keine konkreten Anfragen, aber viele Ideen. Da passiert ein bisschen was, da wirke ich zum Teil auch selbst mit, aber Konkretes, was die Öffentlichkeit wissen sollte, gibt es noch nicht.

 

Was können Sie mit Blick auf die finale Folge verraten?

Borgmeier: Es geht erst hoch hinaus – und dann wieder steil bergab. (lacht) Am Ende werden wir wissen, wer der Mole ist und was alles boykottiert wurde.

 

Wo und mit wem sehen Sie sich das Finale an?

Borgmeier: Ich habe bei mir in München ein paar Leute, enge Freunde eingeladen, für die ich etwas koche und mit denen ich mir das ansehe. Darunter wird auch Golfprofi Alexander Knappe sein, den ich schon seit meiner Zeit als Jugendlicher beim GC Paderborner Land sehr gut kenne.

 

Weiß irgendeiner der Gäste schon, wie es ausgeht?

Borgmeier: Nein, selbst meiner Frau Ninja habe ich nichts erzählt. Sie wusste nur, dass ich relativ weit gekommen sein musste, weil ich doch ziemlich lange in Argentinien war. Aber das ist auch gut so, denn wir sollen und wollen am Finale ja alle unseren Spaß haben.

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