Damen des VoR Paderborn rüsten sich für die neue Saison in der 3. Liga
Melonenessen zum Abschied

Paderborn (WB). Innige Worte, die von Herzen kommen. „Es war uns ein inneres Blumenpflücken mit dir. Deine positive Art, deine ansteckende Liebe zu diesem Sport und deine VoR-Liebe werden wir nicht vergessen“ – so stolz und dankbar formulierte Co-Trainerin Susanna Turner den Facebook-Abschied für Sophia Schefner.

Samstag, 04.07.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 10:58 Uhr
Sophia Schefner (Nummer 11), die jüngste Zuspielerin der abgelaufenen Regionalligasaison, sucht ihr Glück in Berlin. Foto: Jörn Hannemann
Sophia Schefner (Nummer 11), die jüngste Zuspielerin der abgelaufenen Regionalligasaison, sucht ihr Glück in Berlin. Foto: Jörn Hannemann

Für die U17-Nationalspielerin hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Mit dem Aufstieg in die Dritte Liga kehrt die 16-Jährige den Frauen des Volleyball-Regionalkaders (VoR) Paderborn den Rücken und lebt fortan ihren Traum in Berlin. „So soll es sein. Das ist der ideale Ablauf. Wir haben sie bis hierhin ausgebildet, jetzt wird sie am Bundesstützpunkt weiter vorangetrieben“, sagt Susanna Turner.

Jüngste Zuspielerin der Liga

Die jüngste Zuspielerin der Liga war in der abgelaufenen Regionalligasaison mehrfach als MVP, als wertvollste Spielerin gekürt worden. Am Mittwoch setzte sie sich in den Zug nach Berlin. Genauer: nach Berlin-Alt-Hohenschönhausen, Bezirk Lichtenberg. Ihr neuer Lernort, nachdem sie am Reismann-Gymnasium die zehnte Klasse beendet hat, ist das Pierre-de-Coubertin-Gymnasium, eine von 43 Eliteschulen des Sports in Deutschland und einer von acht Hallenvolleyball-Bundesstützpunkten. Eine richtig gute Adresse: Auch im internationalen Vergleich gibt es keine andere Schule mit so vielen olympischen Medaillen, Teilnahmen an Olympischen Spielen, Welt- und Europameistertiteln oder Schul-Weltmeisterschaften.

In der Sportmetropole schließt sich Sophia Schefner dem auf dem Campus beheimateten VC Olympia an, spielt dort in der Dritten Liga Nord. Fein, dass die Melonen beim Abschlusstraining am Dienstag kein richtiges Abschiedsessen waren, denn so ganz sagt sie doch nicht Tschüss. „VoR bleibt mein Heimatverein. Ich spiele in der nächsten Saison weiter für das U18-Team in der NRW-Liga“, verspricht Sophia Schefner.

Doppelzimmer im Internat

Die „Neue“ bezieht in Berlin im Internat – drei Häuser à vier Etagen, 24 Sportler pro Etage – ein Doppelzimmer. Zimmergenossin ist eine gute Bekannte. Greta Schlichter (Raspo Lathen), Libera der U18-Nationalmannschaft, schlägt in Berlin ebenfalls ein neues Lebenskapitel auf. Beide absolvierten bereits am Mittwoch ein erstes Training unter Bundestrainer Jens Tietböhl. „Sophia ist topfit angereist und hat gleich einen guten ersten Eindruck hinterlassen“, meint Susanna Turner nach einem Telefonat mit Tietböhl. Mit dem pflegt sie einen engen Austausch. Schließlich gehört die VoR-Trainerin zum erweiterten Stab der Jugend-Nationalmannschaft und war nicht unerheblich beteiligt am Wechsel ihres Schützlings nach Berlin. Das professionelle Umfeld an der Spree dürfte Sophia Schefner beflügeln. Die „Eisente“ ist bereit für den nächsten Entwicklungsschritt.

Derweil laufen beim VoR, 2006 als Kinder- und Jugendverein gegründet, die Weichenstellungen für das Abenteuer Dritte Liga. Da schmerzen erstmal weitere empfindliche Verluste. Svenja Strumpen legt eine Babypause ein. Immerhin bleibt ihre Erfahrung VoR auf anderer Ebene erhalten, sie wechselt ins Team-Management. Sandra Krause will kürzertreten, vielleicht sogar aufhören.

Adelina Emich Kapitänin

Die ersten Eckpfeiler stehen. Adelina Emich übernimmt in der neuen Saison die Kapitänsbinde. Senta Barke und Libera Dana Peperkorn machen weiter, ebenso Xenia Xenia Surkov, Maja Pollkläsener und die Blockerinnen Rebecca Schnitker, Céline Dessin und Viktoria Mirvoda. Schefners Nachfolge als Zuspielerin soll die junge Jenny Saporowski (Jahrgang 2002) antreten, Mitglied der VoR-„Silbermädchen“, die 2018 bei der U16-DM in Lohhof erst im Finale gestoppt wurden. „Jenny hat das in der Verbandsliga und zuletzt in der Oberliga richtig gut gemacht“, lobt Turner. Ein Fragezeichen steht noch hinter Jana Hölscher; sie weiß noch nicht, wo sie studiert. Gleiches gilt für Milla Rust. „Vieles hängt von Studienplätzen ab. Klar ist nur, dass wir weiter verjüngen“, spricht Susanna Turner von internen Lösungen.

Seit Mitte Juni in der Halle

Seit Mitte Juni sind die VoR-Damen wieder im Hallentraining. Noch eher waren sie im Sand, auf den Beachanlagen im Goldgrund. Das sei angesichts der Hygienevorschriften ein hoher Aufwand gewesen. Aber: „Alle sind jetzt angefixt und ein bisschen in Beachvolleyball verliebt“, verrät Turner eine schöne Nebenwirkung.

Am Sonntag, 6. September (16 Uhr) – wenn es Corona denn zulässt – treten die VoR-Damen in der Sporthalle des Pelizäus-Gymnasiums zu ihrer Heimpremiere in Liga drei gegen den USC Münster II an. Angesichts vier direkter Absteiger in der 14er-Staffel formuliert sich das Saisonziel automatisch. „Klassenverbleib“, sagt Turner. „Das ist auch realistisch.“ Sophia Schefner spricht „ihren“ Mädels zu. „Das wird eine Herausforderung, aber die kriegen das hin.“

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