Sprint-Asse des LC Paderborn starten am Samstag beim Meeting in Wetzlar
Erste Standortbestimmung

Paderborn (WB/jm). Die Konkurrenz hat bereits mächtig vorgelegt: Lisa Marie Kwayie (11,26 Sekunden), Jennifer Montag (11,30) und Laura Müller (11,47) führen aktuell bei den Frauen die deutsche Jahresbestenliste im 100-Meter-Sprint an. Am Samstag plant die Elite des LC Paderborn den Einstieg in die Late-Season dieses Sommers.

Donnerstag, 16.07.2020, 21:00 Uhr
Prosit: Yasmin Kwadwo sieht Wetzlar nach Improvisationen im Trainingsbetrieb als wichtige Standortbestimmung. Foto: Jörg Manthey
Prosit: Yasmin Kwadwo sieht Wetzlar nach Improvisationen im Trainingsbetrieb als wichtige Standortbestimmung. Foto: Jörg Manthey

Ziel: das ENWAG-Stadion im hessischen Wetzlar. Für das hochkarätig besetzte Meeting „Fast Arms, Fast Legs“ haben sich fast alle Topstars der nationalen Sprintszene angekündigt. Der Wettkampf drei Wochen vor den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 8./9. August in Braunschweig gilt als wichtiger Formtest.

Nach ihrer Rückkehr aus Florida kuriert die amtierende Deutsche Meisterin über 100 Meter und 200 Meter Tatjana Pinto („Ich gehe nach Gefühl) aktuell eine leichte Verletzung aus. Und meint: „In diesem Jahr steht für mich nichts Besonderes mehr an. Der einzige Reiz ist eine schnelle Zeit.“ Yasmin Kwadwo (Doppelstart über 100 und 200 Meter) und Katharina Grompe bestreiten diesen ersten Saisonwettkampf aus vollem Training heraus – und entsprechend als Trainingswettkampf.

„Gewisse Verunsicherung“

Coach Thomas Prange, der sich in den zurückliegenden Wochen nicht selten ein Alternativprogramm überlegen musste, möchte gerne Noel Thorwesten laufen sehen, ebenso Hürdensprinterin Monika Zapalska. „Die Bundestrainer haben da das letzte Wort. Kaderathleten gehen vor.“ Wie sich die LC-Delegation nach Wetzlar letztlich wirklich zusammensetzt, soll sich erst kurzfristig entscheiden. Prange: „Die Athleten müssen sich fit fühlen. Es herrscht eine gewisse Verunsicherung. Wir haben viel improvisiert.“ Yasmin Kwadwo wirkt jedenfalls voll motiviert: „Zwar lief das Training nicht immer so wie geplant, doch das, was wir trainiert haben, klappte sehr gut. Dieser Samstag wird eine Standortbestimmung, von da an werden wir von Wettkampf zu Wettkampf schauen.“

Ines Wäntig, Sportliche Leiterin des LC, äußert sich zuversichtlich: „Wenn die Vorhersagen so bleiben, ist Petrus Samstag mit Sonnenschein und warmen Temperaturen auf der Seite der Athleten. Das sind gute Voraussetzungen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es sich um besondere Umstände handelt, da bleibt das Wohl der Athleten an erster Stelle.“

Grompe testet sich aus

Verletzungen sind seit Jahren ihr hartnäckiger Begleiter: Katharina Grompe musste zusätzlich zum Corona-Shutdown eine zweimonatige Zwangspause wegen Achillessehnenbeschwerden einlegen. „Ich bin seit sechs Wochen wieder im Training und teste mich in Wetzlar einfach mal aus“, erzählt die 26-Jährige. „Ich will auf jeden Fall Spaß am Wettkampfgeschehen haben. Das liebe ich, das ist mein Ding. Ich laufe da mein Rennen und würde mich nicht auf die Bahn stellen, wenn ich nicht denken würde, da kommt was bei rum.“ Grompe hat Ambitionen in diesem Sommer und erwartet viel von sich. „Es geht stetig vorwärts. Ich nehme Wetzlar als Test, wie ich das, was ich in all den Wochen erarbeitet habe, umsetzen kann.“ Im Vergleich zu den Bundeskaderathletinnen macht sie Nachteile für sich aus. „Ich hatte nicht die Möglichkeiten, Krafträume zu nutzen. Da war ich komplett aufgeschmissen. Natürlich habe ich was organisiert, trotzdem nervt mich das.“ Angesichts des fehlenden Kaderstatus’ bleibt für Katharina Grompe im Sommer 2020 „nur eine Nebenrolle. Damit muss man sich auch erstmal abfinden. Eine seltsame Situation, denn ich habe natürlich dieselben Ambitionen und dieselben Ziele wie die Leute, die komplett volle Unterstützung bekommen haben in der Zeit.“

„Ich will Spaß haben“

Die ausgebildete Gesundheitsmanagerin und Personal-Trainerin sei in der schwierigen Corona-Situation finanziell komplett auf sich alleine gestellt gewesen, Einnahmen weggebrochen. „Ich hatte kaum Unterstützung, es aber hinbekommen – und deshalb bin ich auch ein bisschen stolz auf mich. Ich nehme Wetzlar einfach mit und will Spaß haben. Wenn ich Spaß habe, bin ich auch locker.“

Ihr Traum bleibt die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio. Dafür will Kathi Grompe dokumentieren, „dass ich immer noch eine der schnellsten Frauen in Deutschland bin.“ Weitere Wetzlar-Läufer vom LC Paderborn: Lauryn Siebert, Franziska Keuper, Peter Emelieze, Florian Rieker und Marvin Orthmann. Das Meeting muss zwar ohne Zuschauer stattfinden, dafür wird es Samstag ab 14 Uhr einen Livestream auf dem Youtube-Kanal des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (www.leichtathletik.de) geben.

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