Erstes Kräftemessen der Paderborner Sprinter mit der nationalen Spitze in Wetzlar
Hürden-Ass Monika Zapalska gewinnt Vorlauf und Finale

Paderborn (WB/jm). Die Sprint-Elite des LC Paderborn hat es beim ersten großen Kräftemessen mit der nationalen Spitze überwiegend verpasst, Ausrufezeichen zu setzen. Beim „Fast Arms, Fast Legs“-Meeting am Samstag in Wetzlar durfte vor allem Monika Zapalska zufrieden sein, die mit stabiler Leistung sowohl den Vorlauf als auch das Finale über 100 Meter Hürden in jeweils 13,55 Sekunden ganz klar gewann.

Sonntag, 19.07.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 19.07.2020, 15:48 Uhr
Hürdensprinterin Monika Zapalska siegte in Wetzlar im Vorlauf und im Finale mit identischer Zeit von 13,55 Sekunden. Foto/Archiv: Wolfgang Birkenstock

„Im Vorlauf war ich schon etwas aufgeregt und wollte einfach nur gut und sauber durchkommen. Das hat ziemlich gut geklappt, damit war ich zufrieden. Im Finale hätte ich gerne eine schnellere Zeit erzielt, hatte allerdings leider mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Trotzdem kann ich mit diesem Wettkampf absolut zufrieden sein, zumal ich Corona-bedingt mit dem spezifischen Hürdentraining erst Ende Mai beginnen konnte“, resümierte Monika Zapalska.

Männer-Trio verpasst Endlaufeinzug

Im 28-köpfigen 100-Meter-Sprint der Männer liefen Noel Thorwesten (10,76 sec), Peter Emelieze (10,78) und Florian Rieker (11,22) nur hinterher und verpassten den Einzug in die Finals der 18 Schnellsten. Thorwesten zog sich zu allem Übel eine Verletzung an der Kniekehle zu. Bei der männlichen U20 kam Marvin Orthmann im Vorlauf auf 10,95 Sekunden und konnte sich im Finale trotz Gegenwind leicht steigern auf 10,92 Sekunden; Sechster im Zehnerfeld.

Yasmin Kwadwo im B-Finale

Derweil die Führende der Deutschen Rangliste Lisa Marie Kwayie (Neuköllner SF) über 100 Meter ihre Bestzeit um eine Hundertstel auf 11,21 Sekunden verbesserte. blieb den Paderbornerinnen – Tatjana Pinto, Keshia Kwadwo und Alina Kuß fehlten im Feld – bloß die Statistenrolle. Vorlaufschnellste im roten Dress war noch Yasmin Kwadwo als Zehnte mit 11,69 Sekunden bei Gegenwind. Im B-Finale verbesserte sie sich auf 11,52 Sekunden, wurde hier Zweite und insgesamt Achte. „Alles war ziemlich ungewiss. Wir hatten zwar ein gutes Alternativprogramm in der Corona-Krise, aber es war dann doch etwas anderes, auf der Bahn zu stehen und einen Wettkampf zu absolvieren“, meinte Kwadwo. „Nach meiner Verletzung und dem Hin und Her war es einfach wichtig zu sehen, wo man im Trainingsprozess steht und was man besser machen kann. Für die kommenden Wochen wünsche ich mir, dass wir ohne Komplikationen die Trainingshalle und die Leichtathletikbahn nutzen können, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Katharina Grompe glücklich

Etwas Positives zog Katharina Grompe aus dem Meeting, trotz lediglich sechs effektiver Wochen als Vorbereitung. Schließlich war es ein 100-Meter-Comeback: Ihren letzten offiziellen Wettkampf über diese Distanz hatte sie 2014 bestritten, ehe sie eine mehrjährige Verletzungsseuche heimsuchte. Im Vorlauf lief es auf der zweiten Hälfte unrund für sie, samt eines kleinen Stolperers. 12,05 Sekunden hievten sie wohl ins Finale, in das sie aber mit einem „komischen Gefühl“ ging. Als Dritte des C-Finales steigerte sich Grompe auf 11,90 Sekunden. „Im Training hatte ich schon andere Zeiten gezeigt“, merkte sie an. „Nach den vielen Jahren, die ich nicht laufen konnte, brauche ich erst wieder Wettkampfhärte. Ich bin einfach glücklich, dass ich zwei Läufe überstanden habe. Ich habe jede Sekunde aufgesogen. Es soll hoffentlich immer schneller und schneller werden.“ Lauryn Siebert, die im Vorlauf Lokalmatadorin Rebekka Haase (11,40 sec) neben sich hatte, folgte im C-Finale in 12,44 Sekunden. Für Franziska Keuper (12,75 sec), die nach längerer Verletzungspause einstieg, war nach dem Vorlauf Endstation.

LC-Coach Thomas Prange formulierte sein Wetzlar-Fazit neutral. „Die Vorbereitungen waren schwierig, es musste viel alternativ trainiert werden. Wir sind froh, mittlerweile wieder einige Einheiten im Ahorn-Sportpark absolvieren zu können und müssen sehen, was sich in den kommenden Wochen ergibt.“

Atmosphärisch DM-Vorgeschmack

Der ganz große Leistungsdruck war am Samstag im Wetzlarer Stadion nicht da. So bleibt als Fingerzeig der ersten Standortbestimmung in der Corona-Krise: Vor den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig (8./9. August) gibt es im Training noch viel zu tun. Laute Musik, keine Zuschauer, strenges Hygienekonzept mit Fieber messen und Hände desinfizieren – auch atmosphärisch war’s bereits ein DM-Vorgeschmack.

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