A-Junioren-Bundesliga: U19 des SC Paderborn startet in eine verkürzte Saison
Ausbildung steht über allem

Paderborn (WB/jm). Nach dem Abstieg in die A-Junioren-Westfalenliga hatte die U19 des SC Paderborn der Corona-Abbruchsaison mit dem direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga immerhin noch ein Happyend abringen können.

Dienstag, 15.09.2020, 03:00 Uhr
Der neue Co-Trainer Ihsan Kalkan (links) und Chefcoach Bernd Wiesner freuen sich auf die verkürzte Saison in der A-Junioren-Bundesliga. Foto:
Der neue Co-Trainer Ihsan Kalkan (links) und Chefcoach Bernd Wiesner freuen sich auf die verkürzte Saison in der A-Junioren-Bundesliga.

Nach 15 Spieltagen lagen die Paderjungs auf dem ersten Platz und können sich folglich wieder auf höchstem Niveau messen. „Die Zugehörigkeit zur A-Jugend-Bundesliga ist für den SCP07 aus meiner Sicht keine Selbstverständlichkeit, sodass ein Abstieg vorkommen kann“, findet A-Lizenz-Trainer Bernd Wiesner. Ins gleiche Horn stößt der Sportliche Leiter Ayhan Tumani. „Wir sind ein Ausbildungsverein, das müssen wir immer wieder betonen. Darum geht es. Adrian Oeynhausen hat den Sprung aus der U19 zu den Profis geschafft, jetzt auch Jesse Tugbenyo. Das passt!“

Ordentliche Vorbereitung

Die Vorbereitung sei „ordentlich“ gelaufen, die Fitness passe, berichtet Bernd Wiesner, der einen neuen „Co“ an seiner Seite hat: Ihsan Kalkan trainierte zuvor im Seniorenbereich die Westfalenligamannschaft des SC Herford. Allerdings habe es im Offensivbereich einige verletzungsbedingte Ausfälle gegeben. Insbesondere Mateo Biondic (Bänderriss im Sprunggelenk) brauche noch Zeit und werde zum Saisonstart fehlen. Zum Auftakt gastiert der SC Paderborn am Samstag, 19. September (11 Uhr), beim VfL Bochum.

„Die Jungs sind in den vergangenen Wochen intensiv mitgegangen. Das war schön anzusehen. Das Gefüge passt“, so Wiesner. „Ich vermag nicht so recht einzuschätzen, wo wir im Liga-Vergleich stehen. Das muss man abwarten, doch ich bin nicht vollends pessimistisch.“ Der vollzogene Umbruch ist wie immer beträchtlich. Von der Aufstiegsmannschaft sind zwei Handvoll „Alte“ geblieben, viele Jungjahrgänge aus der eigenen U17 aufgerückt. Insgesamt fünf Externe verstärken den SCP-Stamm, allesamt aus dem älteren Jahrgang 2002.

An Zielstrebigkeit arbeiten

Die erzielten Ergebnisse der insgesamt elf Testspiele seit Ende Juli interessieren Bernd Wiesner „nur peripher. Der Kader war jedes Mal sehr unterschiedlich zusammengestellt, da wir nur 15 Spieler einsetzen durften.“ Die 0:4-Niederlage gegen den Herren-Oberligisten TuS Haltern etwa wertete der Coach als „sehr gut. Es war lehrreich für die Jungs, sich auf dem Niveau zu messen. Wir haben über weite Strecken gut mitgespielt.“ In Sachen Sicherheit, Abgezocktheit oder auch Physis habe Haltern Vorteile gehabt. Auch das 0:1 gegen Eintracht Frankfurt habe den SCP weitergebracht.

Diese Ansätze gilt es in der Meisterschaft zu bestätigen. „Ich bin mit der defensiven Stabilität zufrieden. Vom Gefüge her sind wir gut zusammengewachsen. Jetzt müssen wir noch vorne an unserer Zielstrebigkeit arbeiten“, nennt Wiesner eine Baustelle. „Da einige Offensivleute zwischendurch fehlten, mussten wir dort schon viel Kreativität zeigen.“ Gegen stärkere Gegner konnten wohl Torchancen kreiert werden, oder zumindest beinahe, „doch wir müssen an der einen oder anderen Stelle einfach effektiver werden und daraus mehr Kapital schlagen.“

Nur 16 Punktspiele

Wegen der temporären Ligaaufstockung müssen am Saisonende (17. April 2021) vier Mannschaften aus der 17er-Staffel direkt wieder absteigen. Da bloß eine einfache Runde gespielt wird, ist angesichts lediglich 16 Begegnungen jeder Fehlschlag doppelt misslich. „Es ist, wie es ist. Wir gehen gelassen und professionell damit um“, sagt Bernd Wiesner, räumt aber ein, dass so „eine Ausbildung der Spieler auf Wettkampfniveau schwierig ist.“ Denn nachhaltiges Saisonziel und oberste Priorität bleibt, „unseren Spielern die bestmögliche individuelle Förderung zukommen zu lassen. Um später in den U21-Bereich integriert zu werden oder gar mit den Profis zu trainieren.“ Das „Durchschieben“ von U19-Spielern in die U21 und dort das sinnvolle Sammeln von Spielpraxis sei aus ausbildungstechnischer Sicht enorm wichtig. „Da sind wir in Paderborn auf einem sehr guten Level angekommen.“ Gute Ergebnisse, um sich zügig in eine sichere Situation zu manövrieren, seien wünschenswert und besser als Abstiegskampf. Doch als wichtiger empfindet der Trainer, dass „wir die Spielidee des Vereins durchbringen, unabhängig vom Gegner“.

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