DJK Delbrück und VoR Paderborn haben auf Spiele gegen Kölner Teams verzichtet
„Die einzig richtige Entscheidung“

Paderborn/Delbrück (WB). Am Wochenende hat es in mehreren Volleyball-Ligen Spielabsagen- und -verlegungen gegeben. Auch die Partien der DJK Delbrück gegen den FCJ Köln sowie der Damen von VoR Paderborn beim FCJ Köln II waren betroffen.

Dienstag, 20.10.2020, 13:38 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 13:42 Uhr
Das Für und Wider sorgfältig abgewogen: Rudolf Fraune, der 1. Vorsitzende des Volleyball-Drittligisten DJK Delbrück. Foto: Jürgen Spies
Das Für und Wider sorgfältig abgewogen: Rudolf Fraune, der 1. Vorsitzende des Volleyball-Drittligisten DJK Delbrück. Foto: Jürgen Spies

Am Donnerstag reifte bei Rudolf Fraune, 1. Vorsitzender der DJK Delbrück, die Entscheidung, das Heimspiel gegen Köln abzusagen. Diesen Entschluss machte Fraune sich nicht leicht. Er stand nicht nur im ständigen Kontakt mit dem geschäftsführenden DJK-Vorstand, sondern sprach auch mit den Spielern und Trainer Uli Kussin. Zudem beriet er sich mt dem Delbrücker Bürgermeister, dem Sportamt und holte sich Rat bei einem Arzt und einem Apotheker. Unter Abwägung aller Argumente für und wider einer Spielabsage entschied sich Fraune für die Gesundheit und sprach für alle Abteilungen der DJK eine Absage für solche Spiele aus, bei denen der Gegner aus einem vom Robert-Koch-Institut deklarierten Risikogebiet kommt. „Ich habe keinerlei Kenntnis über die Kontakte der gegnerischen Spieler und kann nicht verantworten, wenn es durch ein Spiel in unserer Halle zu einem Ausbruch kommt“, erklärte Fraune. Aus der Mannschaft habe es auch kritische Stimmen gegeben. „Das kann ich verstehen. Wir haben gerade einen Lauf mit zwei Siegen, wollen aufsteigen, aber ich bin der Überzeugung, dass es die richtige Entscheidung war, die Partie gegen Köln abzusagen.“

Staffelleiter akzeptieren Gründe nicht

Als das klar war, wurde dies Staffelleiter Bodo Thiel mitgeteilt. Dessen Antwort: Eine Absage aus den von der DJK angeführten Gründen werde nicht akzeptiert, da es dafür weder vom Volleyball-Verband noch den Behörden eine Handhabe gebe. Das Spiel werde also als verloren gewertet. Es sei aber möglich, Köln um eine normale Spielverlegung zu bitten. Die lehnten das Ansinnen ab, da alle Ausweichtermine verplant seien.

Die Wortwahl des Staffelleiters stieß beim 1. Vorsitzenden auf Unverständnis. Von Seiten der Delbrücker würden „Mannschaften stigmatisiert und unter Generalverdacht gestellt“, schrieb der Staffelleiter. „Das ist aber absolut nicht der Fall. Bei uns hat eine vernünftige Abwägung stattgefunden“, erwidert Fraune. Der steckt wie alle anderen Vereinsverantwortlichen in dem Dilemma, dass es für so ein Szenario, wie jetzt eingetreten, keine eindeutige Regelung durch den Verband gibt.

DJK legt Einspruch gegen die Wertung ein

„Wir werden diese Woche etwas Schriftliches vom Verband bekommen, oder eine Wertung wird im Verbandssystem eingestellt. Ich kann aber jetzt schon sagen, dass wir dagegen Einspruch einlegen werden“, kündigt Fraune an, ein 0:3 und eine drohende Ordnungsstrafe nicht hinzunehmen (Mittlerweile ist diese Wertung mit 0:3 Sätzen und 0:75 Punkten vorgenommen worden, Anm. d. Red.).

Auch die Damen von VoR Paderborn traten zu ihrem Spiel in Köln nicht an. Im Vorfeld hatte VoR, als der 7-Tage-Inzidenzwert in der Domstadt immer weiter stieg, beim Verband und Gegner erst formlos, dann offiziell um eine Spielverlegung gebeten, der nicht entsprochen wurde. Auch hier sah Staffelleiterin Dagmar Francke keine Handhabe, einer Absage zuzustimmen. Der FCJ hatte auf die erste Anfrage geantwortet, keine Zuschauer zuzulassen. Einer Spielverlegung wurde nicht zugestimmt. Somit sagte VoR die Partie ab. „Das Nichtantreten war eine einstimmige Entscheidung im Verein. Uns war und ist klar, dass wir unsere teils noch minderjährigen Spielerinnen schützen müssen. Wir sind keine Profis“, erklärt VoR-Trainer Alexandros Sarmas.

Wir werden nun von Fall zu Fall entscheiden.

Alexandros Sarmas

Infiziere sich eine Spielerin oder müsse in Quarantäne, ziehe das möglicherweise Konsequenzen durch den Arbeitgeber nach sich. „Alle wollen Volleyball spielen, aber nicht um jeden Preis. Wir werden die Gesundheit nicht aufs Spiel setzen“, so Sarmas, der dem Verband keinen Vorwurf macht, auch Ordnungsstrafe sowie Spielwertung akzeptieren wird. „Wir werden nun von Fall zu Fall entscheiden, wie es weitergeht“, erklärt Sarmas, der den WVV und DVV angeschrieben hatte, um eine Stellungnahme zum Zwiespalt, in dem sich die Mannschaftsverantwortlichen derzeit befinden, zu erhalten. Der WVV hatte am Sonntag schon reagiert: Der nächste Spieltag von der Oberliga bis zur Kreisklasse findet erst in zwei Wochen statt, im Jugendbereich erst in drei Wochen. Tenor: „Das Präsidium ist sich der Verantwortung für die Volleyballerinnen und Volleyballer im Spielbetrieb bewusst.“

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