Trainingsgast ist ein Freund von Coach Steven Esterkamp und hebt das Niveau
John Bryant hält sich bei Uni Baskets fit

Paderborn (WB/jm). Geisterspiele im November: Die Kröte, die die 2. Basketball-Bundesliga ProA als Mittel zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie schlucken muss.

Donnerstag, 29.10.2020, 21:00 Uhr
Headcoach Steven Esterkamp (links) ist froh, dass sein Freund John Bryant mit den Uni Baskets trainiert. Der Center hebt das Niveau. Foto: Jörg Manthey
Headcoach Steven Esterkamp (links) ist froh, dass sein Freund John Bryant mit den Uni Baskets trainiert. Der Center hebt das Niveau. Foto: Jörg Manthey

Immerhin darf der Spielbetrieb fortgesetzt werden. „Wir sollten froh sein, dass es für uns noch ein Stück Alltag und Normalität gibt. Das wünschen sich gerade viele andere, das ist ein echtes Privileg“, findet Dominik Meyer, Geschäftsführer der Uni Baskets Paderborn.

Der begleitet am Samstag die Mannschaft, die tags darauf (18 Uhr) bei den Tübingen Tigers antritt, an den Neckar und hat sich folglich am Donnerstag ebenfalls dem obligatorischen Corona-Test unterzogen. Gespannt ist Meyer, ob am Sonntag die genehmigten 500 Zuschauer in die Tübinger Paul-Horn-Arena dürfen. „Die Lockdown-Regelung gilt ja offiziell erst ab Montag. Aber es wäre kein gutes Zeichen, finde ich.“

Keine Fans, die Existenzgrundlage massiv gefährdet. BBL-Chef Stefan Holz hat stellvertretend für alle deutschen Basketballprofiklubs seinen Protest schon kundgetan: „Aus unserer Sicht gibt es fachlich-hygienisch keine Gründe dafür, warum wir nicht zumindest mit einem Teil von Zuschauern planen können. Wir haben Konzepte vorgelegt und gezeigt, dass diese funktionieren.“ Fragezeichen bleiben. Dominik Meyer verweist auf die kommende Woche. „Da haben wir eine Videokonferenz, in der die Klubs sich abstimmen.“

Gegner Tübingen blickt auf eine unruhige Vorbereitung zurück. „Wir wissen nicht so recht, was auf uns zukommt“, sagt Dominik Meyer nachdenklich, doch bei ihm überwiegt Zuversicht. „Wenn wir unser Niveau abrufen, geht was.“

„Beide Seiten profitieren“

Derweil haben sie in Paderborn momentan einen prominenten Trainingsgast: John Bryant. Der 2,11 Meter große Kalifornier war am Samstag Zuschauer beim Heimsieg über die Karlsruhe Lions. Bryant ist ein guter Freund von Uni Baskets-Headcoach Steven Esterkamp. Beide spielten 2013 zusammen in Ulm. „Beide Seiten profitieren“, meint Esterkamp. „John ist fit für seinen nächsten Job, und unsere Center Ivan und Tom macht er besser.“

Im Sommer hatte der 33-jährige Center nach drei Spielzeiten den Gießen 46ers den Rücken gekehrt. Im Schnitt erzielte John Bryant für Gießen 18,2 Punkte und 10,7 Rebounds je Begegnung. In der BBL absolvierte er mehr als 300 Spiele, wurde unter anderem zweimal zum wertvollsten Spieler der Hauptrunde gewählt. Der vereinslose Amerikaner nahm Mitte Dezember 2018 die deutsche Staatsbürgerschaft an und verfügt seither über zwei Pässe.

Bryant im Dress der Uni Baskets? Das wäre ein Traum. „Ein super Traum“, schmunzelt Steven Esterkamp – wird aber wohl auch eine Utopie bleiben. „Wir haben gerade Badu Buck verpflichtet und keine finanziellen Mittel mehr, zumal die Situation wegen der Corona-Thematik eher noch schlimmer wird, wenn uns die Zuschauereinnahmen wegbrechen“, erläutert Meyer. „John hat bei uns angefragt, ober sich hier fithalten darf. Wir sind natürlich froh. Er hebt das Trainingsniveau, und von so einem können sich unsere Jungs viel abgucken. Alle haben jedenfalls viel Spaß. Mal gucken, wie sich die Sache weiterentwickelt.“

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