Für Golfprofi Alexander Knappe geht es im Saisonendspurt um jede Menge
Keine Zeit für den Strand

Paderborn (WB). Viereinhalb Wochen ist das Ende jener frustrierenden Phase jetzt alt, in der sich Alexander Knappe ob eines fragwürdigen Coronatests fälschlicherweise in Quarantäne verbannt fühlte. Die Zwangspause hat dem Paderborner Golfprofi die Teilnahme an der Italian Challenge Open gekostet. Der 31-Jährige musste tatenlos mitansehen, wie die Konkurrenten im Kampf um die Topplätze im Challenge-Tour-Ranking bedeutenden Boden gutmachten.

Mittwoch, 04.11.2020, 20:00 Uhr
Der Endspurt beginnt: Auf Golfprofi Alexander Knappe warten im November die drei entscheidenden Challenge-Tour-Turniere. Foto: Imago
Der Endspurt beginnt: Auf Golfprofi Alexander Knappe warten im November die drei entscheidenden Challenge-Tour-Turniere. Foto: Imago

In Abwesenheit Knappes spielten da zwei andere Deutsche groß auf. Der Gesamtführende Marcel Schneider und Hurly Long schafften es mit dem Engländer Matt Ford in ein Play-off um Platz eins. Letztlich triumphierte der gebürtige Heidelberger Long, feierte seinen ersten Erfolg auf der Tour und schob sich in der Rangliste dank eines in Punkte umgewandelten Preisgeldes von 48.000 Euro um satte 70 Positionen auf den vierten Platz vor. Knappe hingegen blieb nichts anderes übrig, als sein Abrutschen vom achten auf den 13. Rang zu akzeptieren. „Es war mit meiner Freundin abgesprochen, dass ich mir das Leaderboard erst am letzten Tag ansehen durfte. Andernfalls hätte ich zu schlechte Laune gehabt. Aber auch so war es hart. Ich habe mich für Hurly und Marcel gefreut, war aber andererseits auch echt geschockt, denn ich habe mir gedacht: Wenn die zwei um den Sieg gekämpft haben, dann hätte ich da sicherlich auch eine gute Rolle gespielt.“

Ich kann, will und muss eigentlich gewinnen.

Alexander Knappe

Was nicht war, das muss nun werden. Der Quarantäne-Ärger ist vergessen, der Blick wieder nach vorne gerichtet. Noch sind die fünf Spielberechtigungen für die European Tour, über die sich die Top5 der Rangliste freuen dürfen, nicht vergeben. Inklusive des Grand Finals auf Mallorca, für das sich die besten 45 Golfer qualifizieren, stehen noch drei Turniere aus – allesamt auf spanischem Boden. Um den Coronavorgaben leichter gerecht werden zu können, verweilt der Tour-Tross nun zwei Wochen lang in der Hafenstadt Cadiz. Am heutigen Donnerstag beginnt dort im Real Club de Golf Novo Sancti Petri die Andalucía Challenge de España. Der gebürtige Briloner schlägt um 9.25 Uhr Ortszeit an der Seite des Schweden Jens Dantorp und des Spaniers Alfredo Garcia-Heredia ab. Sieben Tage später geht es am selben Ort mit der Andalucía Challenge de Cádiz weiter. Während diese beiden Events mit jeweils 200.000 Euro dotiert sind, stehen im Finale 350.000 Euro auf dem Spiel. Auf die Sieger warten noch zweimal 32.000 und einmal 50.000 Euro. Mindestens ein Spitzenresultat wird Knappe benötigen, um die aktuell etwa 17.000 Punkte Rückstand auf den fünften Rang wettzumachen: „Ich kann, will und muss eigentlich gewinnen, aber ich darf mich nicht zu sehr unter Druck setzen. Ich werde versuchen, nur von Tag zu Tag zu blicken und hoffe, dass ich mein derzeit gutes Spiel auf den Platz bringen kann.“

Trainieren, spielen, essen, schlafen

Abseits des Platzes ist den Profis auch in Cadiz nicht viel vergönnt. Immerhin: Während die Akteure vor sechs Wochen in Portugal allein in ihren Hotelzimmern essen mussten und diese auch lediglich in Richtung Golfplatz verlassen durften, gibt es in Spanien einen Hauch mehr an Freiheiten: Im Restaurant wartet ein Buffet und zudem ist es erlaubt, eine Stunde pro Tag am Strand zu verbringen. „Selbst da laufen fast alle Menschen nur mit Maske herum. Man merkt deutlich, dass Corona Spanien noch deutlich härter getroffen hat als Deutschland bislang“, sagt Knappe, der sich den Atlantik aber nicht nur deshalb eher selten aus der Nähe ansieht: „Ich konzentriere mich auch hier ganz auf das Turnier. Trainieren, spielen, essen, schlafen – für mehr habe ich keine Zeit und keine Augen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7663464?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352966%2F2514646%2F
Maskenattest: Diagnose nennen ist nicht Pflicht
Beschäftigte in den Ordnungsämtern kontrollieren - wie hier in Pforzheim - die Maskenpflicht.
Nachrichten-Ticker