2. Basketball-Bundesliga ProA: Uni Baskets Paderborn haben im Nachholspiel die Eisbären Bremerhaven zu Gast
„Ein ebenbürtiger Gegner sein“

Paderborn -

Tabellenbegradigung statt freiem Wochenende: Die Uni Baskets Paderborn, Achter, bestreiten am heutigen Samstag (17 Uhr) in der einmal mehr verwaisten Maspernhalle ein willkommenes Nachholspiel gegen die Eisbären Bremerhaven.

Samstag, 16.01.2021, 02:01 Uhr aktualisiert: 16.01.2021, 02:10 Uhr
Kapitän Ivan Buntic strebt mit den Uni Baskets Paderborn gegen die Eisbären Bremerhaven den fünften Heimsieg in dieser Saison an.
Kapitän Ivan Buntic strebt mit den Uni Baskets Paderborn gegen die Eisbären Bremerhaven den fünften Heimsieg in dieser Saison an. Foto: Elmar Neumann

Die weisen ebenfalls zwölf Punkte auf und haben Rang sechs inne. Beseelt vom 105:79-Streich zum Jahresauftakt in Ehingen, wollen die Uni Baskets den nächsten Schritt in Richtung Play-offs machen. „Das wäre cool“, wünscht sich Teamkapitän Ivan Buntic (29).

Der Härtetest ist das Spiel eins nach John Bryant. Fortan steht wieder das Duo Ivan Buntic/Tom Alte unter dem Brett im Blickpunkt. Buntic ist‘s „egal, wer‘s macht – Hauptsache, wir gewinnen.“ Die Center werden sich mit John Bohannon, Marcel Keßen und Moses Pölking messen müssen. An der spielerischen Ausrichtung werde sich im Grundsatz nichts ändern. „Wir spielen genauso wie vorher, außer dass John mit seinen überragenden Fähigkeiten nicht mehr da ist. Perfekt, dass Tom rechtzeitig wieder fit ist.“ 2,08-Meter-Mann Buntic stellt sein Team auf Schwerstarbeit ein. „Die sind individuell hervorragend besetzt, auf Schlüsselpositionen mit Leuten aus der NBL G-League. Wir müssen an unser Maximum kommen.“

Geschäftsführer Dominik Meyer setzt ein bisschen auf die Verzinsung der Bryantschen Entwicklungshilfe. „Ich denke, dank John sind wir einen Schritt weiter in der Entwicklung. Ich hoffe, dass wir einen richtigen Kampf abliefern und einer guten Bremerhavener Mannschaft ein ebenbürtiger Gegner sein können.“ Immerhin waren die Eisbären 2020 zum Zeitpunkt des Saisonabbruches Vizemeister und bekamen die Möglichkeit zum Aufstieg ins Oberhaus offeriert. Rein wirtschaftliche Gründe zwangen den Klub, den Antrag auf die BBL-Lizenz zurückzugeben.

Auch diesmal kam der runderneuerte Favorit gut aus den Startlöchern und eroberte mit fünf Auftaktsiegen die Spitzenposition, ehe die verfügte Corona-Quarantäne Bremerhaven ins Straucheln brachte. Der Gast hat erst neun Partien absolviert, zwei weniger als die Uni Baskets, fünf weniger als die Kirchheim Knights. Grund für die verzerrte Tabellenoptik sind insgesamt sechs Covid-19-Fälle im Eisbären-Team (plus Trainer Michael Mai), was zu entsprechenden Quarantänemaßnahmen und mehreren Spielverlegungen führte. Manche Spieler mussten eine Trainingspause bis zu 20 Tagen erdulden. Zuletzt gab‘s kurz nach Weihnachten eine knappe 88:89-Niederlage bei den Karlsruhe Lions.

Baskets-Headcoach Steven Esterkamp, der personell aus dem Vollen schöpfen kann, fordert „viel Spielerbewegung“ und möchte ein „fokussiertes sowie diszipliniert auftretendes Team“ sehen, das „viel Energie“ investiert. „Wir müssen über 40 Minuten an uns und unser Spiel glauben und definitiv besser agieren als in Ehingen, um eine Chance zu haben. Am Limit.“

Bei Esterkamp mögen Erinnerungen aufkeimen. Er war schließlich selber mal ein Eisbär; zumindest auf dem Papier. 2009 war er zusammen mit Coach Doug Spradley aus Paderborn nach Bremerhaven gegangen. Der Wechsel stand unter keinem guten Stern. „Es war keine schöne Zeit. Ich konnte wegen eines Knorpelschadens im Knie eineinhalb Jahre nicht spielen“, verknüpft Esterkamp keine guten Gedanken mit der Leidenszeit an der Nordsee.

Wieder fließen am Samstag keine Zuschauereinnahmen. Gut, dass angesichts der angespannten Lage das Corona-Hilfspaket für den Profisport in die Verlängerung gegangen ist. Das wäre regulär im Dezember ausgelaufen, wird aber nun bis Ende Juni 2021 fortgesetzt, sogar erweitert. „Das schafft Planungssicherheit“, sagt Dominik Meyer erleichtert. „Ohne diese Staatshilfe würde kein Verein überleben.“ Er hat es sich abgewöhnt, über Virus-Zukunftsszenarien, womöglich gar düstere, zu sinnieren. „Das ist ein Schutzmechanismus für mich. Mit solchen Gedanken tut man sich nichts Gutes. Keiner weiß, was noch passieren kann.“ So bleibt Meyer positiv gestimmt. „Dass wir dank regelmäßiger Testungen unserem Job nachgehen dürfen, ist ein Privileg, ein Stück Alltag. Und das tut so gut.“ Einzig der Blick in den Spiegel sei inzwischen mitunter irritierend. „Ich war seit zwei Monaten nicht mehr beim Friseur.“

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