Tatjana Pinto vom LC Paderborn sprintet in Leverkusen die 60 Meter in 7,18 Sekunden
Trotz Verletzung EM-Norm geknackt

Paderborn. -

Topsprinterin Tatjana Pinto vom LC Paderborn hat die Teilnahme am Einladungswettkampf in Leverkusen zu nutzen gewusst und sich in bestechender Form präsentiert. Über die 60 Meter knackte die 28-Jährige auf Anhieb die geforderte Norm für die Hallen-Europameisterschaft (4. bis 7. März im polnischen Torun).

Montag, 25.01.2021, 21:46 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 21:50 Uhr
Tatjana Pinto hat in ihrem ersten Rennen der neuen Hallensaison gleich die Norm für die EM in Polen geknackt. Imago
Tatjana Pinto hat in ihrem ersten Rennen der neuen Hallensaison gleich die Norm für die EM in Polen geknackt. Imago

Außerdem gab es zwei neue persönliche Bestleistungen.

Für die meisten Sprinter des LC war der gut organisierte Trainingswettkampf für Kaderathleten, der unter Beachtung eines strengen Hygienekonzeptes ohne Zuschauer durchgeführt wurde, der Einstieg in diese Hallensaison. Tatjana Pinto setzte sich bereits im Vorlauf mit 7,18 Sekunden über 60 Meter deutlich gegen die Konkurrenz durch; ihre beste 60-Meter-Zeit seit drei Jahren. Auf die Plätze verwies sie Jennifer Montag (Bayer Leverkusen/7,31 sec) und ihre Paderborner Kollegin Yasmin Kwadwo (7,36 sec).

Damit konnte Tatjana Pinto bereits in ihrem ersten Rennen der Saison die geforderte Norm für die Hallen-EM (7,25 sec) abhaken und sich auf Platz eins der aktuellen Deutschen Bestenliste positionieren. Der Wermutstropfen: Während des Laufes zog sie sich nach etwa 35 Metern eine leichte muskuläre Verletzung zu. Ihre trotzdem enorm starke Zeit unterstreicht ihr Topniveau. „Ich denke, dass sie sich einen kleinen Muskelfaserriss zugezogen hat“, vermutet Sprinttrainer Thomas Prange. „Da wird jetzt wohl eine kleine Pause nötig sein, um in Absprache mit ihren Therapeuten von ProPhysio Paderborn und Prof. Dr. Reinsberger von der Uni Paderborn das weitere Vorgehen abzustimmen.“ Prange geht aber davon aus, „dass die Deutschen Meisterschaften und die Sommersaison nicht in Gefahr sind.“

Die 68. Deutschen Hallenmeisterschaften sind für den 20./21. Februar in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle geplant; ohne Zuschauer. Wie auch in Leverkusen benötigen alle Athleten für die DM-Teilnahme – gewertet dafür werden nur Freiluftleistungen aus dem Jahr 2020 – einen negativen PCR-Covid19-Test. Der LC-Trainer traut seiner Spitzenathletin, wenn die verletzungsfrei ist, eine neue Bestzeit zu. Mithin eine Zeit unter 7,06 Sekunden.

Ebenfalls überzeugen konnte U20-Sprinter Marvin Orthmann. Gleich zwei Mal steigerte er seine bisherige 60-Meter-Bestzeit. Im Vorlauf blieb er mit 6,79 Sekunden zwei Zehntelsekunden unter der bisherigen Bestmarke. Im Endlauf konnte er sich erneut auf 6,77 Sekunden steigern. Damit liegt er im nationalen Vergleich aktuell an Position zwei in seiner Altersklasse. Thomas Prange freut sich: „Marvin konnte gleich zwei Mal seine Bestzeit steigern, das hat mich sehr gefreut! Und 6,77 Sekunden sind für die U20 extrem stark!“

Auch Orthmann strahlte hinterher: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wettkampf. Ehrlich gesagt war ich selbst etwas überrascht von der Zeit. Ich wusste nicht, was aktuell in der Lockdownzeit möglich ist.“ Allerdings hätten sich solche Zeiten im Training schon angedeutet. „Ich sehe in naher Zukunft, wenn alles gut läuft, durchaus noch Potenzial, mich weiter zu verbessern. Das war ja erst mein Saisoneinstieg“, so Orthmann.

Da die Deutschen Jugendmeisterschaften bereits abgesagt worden sind, hofft er auf die Möglichkeit, sich bei den Nationalen Titelkämpfen der Männer beweisen zu können, um zu sehen, was dort möglich ist. „Für den Sommer habe ich mir die U20-EM und -WM als Ziel gesetzt. Dafür will ich weiterhin gut trainieren und mich körperlich, technisch und mental weiterentwickeln, um auch langfristig eine gute Basis für den Einstieg in den U23- und Herrenbereich im kommenden Jahr zu legen.“

Einen ebenfalls guten Saisoneinstieg verbuchte Hürdensprinterin Monika Zapalska. Mit 8,35 Sekunden konnte sie sich sehr deutlich gegen ihre Konkurrenz durchsetzen. Zweite wurde die Leverkusenerin Anna Maiwald (8,64 sec). „Moni ist eigentlich ohne Konkurrenz gelaufen. Die anderen Athletinnen lagen drei Zehntel hinter ihr. Mit Konkurrenz traue ich ihr noch schnellere Zeiten zu“, resümierte Thomas Prange.

Ebenfalls über die 60 Meter unterwegs war Yasmin Kwadwo, die (wie berichtet) schon vor Wochenfrist in Frankfurt in die Saison eingestiegen war. Mit 7,36 und 7,33 Sekunden lag sie in einem ähnlichen Bereich wie bei ihrem ersten Hallenwettkampf. „Sie hatte eine sehr starke Beschleunigungsphase. An der zweiten Rennhälfte müssen wir noch arbeiten, aber das passt gut in den Fahrplan“, so Prange, der insgesamt ein positives Leverkusen-Resümee zieht. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wettkampf. Das waren alles gute Leistungen für den Einstieg. Das ist sicherlich auch den guten Trainingsmöglichkeiten zu verdanken, die wir momentan im Ahorn-Sportpark für die Kader- und Berufssportler haben. Dort können wir auf einem ganz hohen Niveau trainieren.“

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