LC Paderborn ist mit vier Athleten bei den Leichtathletik-Meisterschaften in Dortmund vertreten
Kein Pinto-Comeback bei DM

Paderborn -

Eine wichtige Standortbestimmung und ein bedeutender Baustein im Vorbereitungsprozess auf die Olympischen Spiele in Tokio: Der LC Paderborn entsendet an diesem Wochenende vier Athleten zu den 68. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften.

Freitag, 19.02.2021, 02:44 Uhr aktualisiert: 20.02.2021, 06:48 Uhr
Yasmin (links) und Keshia Kwadwo, hier bei der Hallen-DM 2020 in Leipzig, freuen sich auf die Titelkämpfe in Dortmund und sind fit.
Yasmin (links) und Keshia Kwadwo, hier bei der Hallen-DM 2020 in Leipzig, freuen sich auf die Titelkämpfe in Dortmund und sind fit. Foto: Wolfgang Birkenstock

Für Tatjana Pinto bedeuten die Titelkämpfe in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle allerdings keine Rückkehr auf die Bahn. Wegen eines Muskelfaserrisses, den sie sich im Januar beim Test-Wettkampf in Leverkusen zugezogen hatte, verzichtet die 28-Jährige vorsorglich, um ihre Sommersaison samt der Olympischen Spiele nicht zu gefährden.

In Leverkusen hatte sie mit 7,18 Sekunden über die 60 Meter auf Anhieb die Norm für die Hallen-Europameisterschaft Anfang März in Torún (Polen) unterboten und führt mit dieser Zeit die deutsche Top-Ten-Liste immer noch an. Auch verknüpft Pinto mit der Dortmunder Halle gute Erinnerungen. Wie 2016 gewann sie dort ebenfalls 2018 DM-Gold über 60 Meter. Ihre damalige Siegerzeit von 7,06 Sekunden ist immer noch persönlicher Rekord.

Dafür stehen Yasmin und Keshia Kwadwo am Samstag in Dortmund im Feld über die 60 Meter. Die Schwestern hatten im Vorjahr in Leipzig beide das Finale erreicht.

Bei ihrem späten Saisoneinstieg vor erst knapp zwei Wochen war Keshia Kwadwo mit 7,36 Sekunden nur zwei Hundertstelsekunden über ihrer persönlichen Bestzeit geblieben. „Ich gehe mit dem Ziel in die Deutschen Meisterschaften, das Bestmögliche abzurufen. Das, was ich im Training schon zeigen konnte. Wir werden sehen, wofür das reicht.“ Ihr Trainer Thomas Prange prognostiziert zuversichtlich: „Ich denke, dass eine deutliche Steigerung möglich ist.“

Yasmin Kwadwo zeigte sich in den zurückliegenden Wochen sehr konstant und liegt mit 7,31 Sekunden auf Rang acht im deutschen Vergleich. „Bei Nationalen Titelkämpfen werden die Karten immer neu gemischt. Mein Ziel ist es, das abzurufen, was ich mir in den vergangenen Wochen und Monaten erarbeitet habe“, erzählt sie. Prange traut ihr einen „Platz ganz weit vorne“ zu – wenn sie ihre Trainings-Leistung abrufen kann.

Derweil hofft Monika Zapalska, in Leipzig Vierte, auf eine Medaille über die 60 Meter Hürden. Mit ihrer Zeit von 13,33 Sekunden über 100 Meter Hürden, die sie bei den Deutschen Meisterschaften vergangenen Sommer in Braunschweig aufstellte und sich damit Bronze sicherte, wird sie an Position drei geführt. Ein Blick auf die aktuelle Deutsche Bestenliste, die die Leistungen der laufenden Hallensaison abbildet, zeigt Zapalska mit einer Saisonbestzeit von 8,32 Sekunden im nationalen Vergleich hinter Favoritin Ricarda Lobe (MTG Mannheim, 8,16 sec) auf Rang zwei. „Mein Ziel ist es, eine Medaille zu holen und eine schnelle Zeit zu laufen; möglichst nah an meine Bestzeit heran“, sagt sie selbstbewusst. „Ich konnte in diesem Winter bisher noch nicht ganz zeigen, was ich drauf habe. Am Samstag habe ich nochmal die Chance dazu.“ Trainer Thomas Prange schätzt ihre Chancen als gut ein: „Monika ist für mich eine klare Kandidatin für einen der vorderen Plätze. Bei einem optimalen Rennen traue ich ihr eine deutlich schnellere Zeit als 8,32 Sekunden zu.“

Nachwuchstalent Marvin Orthmann, der im Sommer über die 100 Meter bei der U20-DM Bronze ersprintete, geht in Dortmund über die 60 Meter im Feld der Männer an den Start. Mit starken 6,77 Sekunden in diesem Winter braucht er sich nicht zu verstecken. Die Top-20 der Männer bewegen sich alle sehr eng im Rahmen zwischen 6,60 und 6,80 Sekunden. „Ich bin sehr froh, dass ich bei dieser DM starten kann. Wir haben das Training auf diesen Saisonhöhepunkt ausgerichtet, auch wenn lange nicht feststand, wie die Meldelisten aussehen.“ Orthmann wähnt sich „gut vorbereitet, fit und in guter Form.“ Er ist gespannt auf seine erste DM im Männerfeld und geht „ohne große Erwartungen“ in den Wettkampf. „Ich werde mein Bestes geben und möchte Erfahrungen sammeln. Alles weitere ist Bonus.“ Prange vertraut auf den Burschen, der bewiesen habe, dass er auch in schweren Situationen in der Lage ist, Leistung abzuliefern. „Er sollte als Ziel haben, eine neue Bestzeit zu laufen. Wofür das dann reicht, wird man sehen.“

Ines Wäntig, die Sportliche Leiterin des LC, blickt zuversichtlich aufs Wochenende: „Yasmin, Keshia und Monika haben in der Halle schon gezeigt, dass sie fit sind. Ich denke, alle drei werden bei dieser Meisterschaft ihr volles Potenzial abrufen.“ Besonders freut sie sich über die Zulassung Marvin Orthmanns. Der brenne darauf, sich ein zweites Mal im Sprint-Zirkus der „Großen“ zu beweisen.

Dieser Hallen-DM liegt aufgrund der Corona-Pandemie ein strenges Hygienekonzept zugrunde. Mit dabei sind nur 265 Teilnehmer, halb so viele wie normalerweise. Und es sind keine Zuschauer zugelassen. Alle in der Halle müssen sich vor Ort einem Corona-Schnelltest unterziehen. Das Tragen einer FFP2-Maske ist verpflichtend. Im Internet (www.leichtathletik.de) wird es einen Livestream geben.

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