Yasmin Kwadwo und Monika Zapalska laufen bei der Hallen-DM im Trikot des LC Paderborn auf Rang drei
Zweimal Bronze – aber auch eine Portion Pech

Paderborn (WB/en) -

Das Quartett, das den LC Paderborn bei den 68. Deutschen Hallen-Meisterschaften vertreten hat, ist mit zwei Bronzemedaillen aus Dortmund zurückgekehrt. Sowohl Yasmin Kwadwo (60 Meter) als auch Monika Zapalska (60 Meter Hürden) sprinteten in der Helmut-Körnig-Halle auf Rang drei.

Sonntag, 21.02.2021, 17:55 Uhr aktualisiert: 21.02.2021, 17:58 Uhr
Probleme an der ersten Hürde kosten Monika Zapalska ein noch besseres Ergebnis als Rang drei.
Probleme an der ersten Hürde kosten Monika Zapalska ein noch besseres Ergebnis als Rang drei. Foto: Wolfgang Birkenstock

„Das ist eine zufriedenstellende Bilanz, aber es wäre noch etwas mehr drin gewesen“, sagte LC-Trainer Thomas Prange und hatte dabei zwei dramatische Zieleinläufe im Blick.

60 Meter Frauen

Hinter der souveränen Siegerin Amelie-Sophie Lederer (7,12/München), der Prange einen „gigantischen Auftritt“ attestierte, ging es unglaublich eng zu: Jennifer Montag (Bayer Leverkusen), Yasmin Kwadwo (je 7,19) und Rebekka Haase (7,20/Wetzlar) rasten innerhalb einer Hundert­stel über die Linie. Das Zielfoto wurde zur Medaillenvergabe herangezogen und die Entscheidung traf bei Prange auf Unverständnis: „Wir haben auch Einspruch eingelegt, weil aus keiner Perspektive zu erkennen ist, dass die Leverkusenerin vor Yasmin liegt. Aber die Kampfrichter haben trotzdem irgendwo eine Tausendstel Unterschied entdeckt und sind bei ihrer Entscheidung geblieben, statt zweimal Silber zu vergeben.“ Grund zur Freude blieb aber auch so genug: über Bronze, über eine neue persönliche Bestzeit (zuvor 7,24) und über die Nominierung für die Hallen-EM in Torun (Polen, 4. bis 7. März), die nur noch offiziell bestätigt werden muss. „Ich bin froh, endlich das zeigen zu können, was ich mir über den Winter erarbeitet habe. Es war immer noch nicht ganz das, was ich kann, aber ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ich bin extrem glücklich, nach so vielen Jahren eine Bestzeit unter 7,20 Sekunden zu haben“, sagte die 30-Jährige.

Yasmin Kwadwo lässt sich nach dem 60-Meter-Finale von Lisa Marie Kwayie gratulieren.

Yasmin Kwadwo lässt sich nach dem 60-Meter-Finale von Lisa Marie Kwayie gratulieren. Foto: Wolfgang Birkenstock

Ihre 21-jährige Schwester Keshia lief im Halbfinale zum dritten Mal in dieser Saison eine 7,36 (Bestzeit: 7,34) und schrammte als Vierte ihres Laufs um drei Hundertstel am Finale vorbei. Ihr Coach sieht die ehemalige Wattenscheiderin aber auf einem sehr guten Weg: „Keshia ist nach gesundheitlichen Problemen erst seit Januar wieder im Training. Im Vergleich zu ihrer Schwester fehlt es ihr nur noch an Erfahrung, aber wenn sie so weitermacht, ist sie für mich eine Kader-Kandidatin für die Olympia-Staffel“, sagt Prange.

60 Meter Hürden Frauen

Als Monika Zapalska ins Ziel lief, sah es im Livestream zunächst so aus, als könnte sie das Rennen gewonnen haben, doch der Eindruck täuschte. „Auch da haben wir uns das Zielfoto zeigen lassen und auf dem war zu erkennen, dass die Siegerin ihre Schulter im richtigen Moment nach vorne gedreht hat“, sagte Prange. Die Siegerin hieß Ricarda Robe (8,19/Mannheim). Louisa Grauvogel (8,21/Leverkusen) und Zapalska (8,23) folgten auf den Plätzen. Hätte die Paderbornerin nicht an der ersten Hürde einen kleinen Fehler eingebaut, wäre der Meistertitel allemal möglich gewesen. „Leider bin ich viel zu tief aus dem Startblock raus und an der ersten Hürde sehr lange geflogen, da habe ich sehr viel verloren und musste hinterherlaufen, um mich noch auf einen Medaillenrang zu retten. Das ist ärgerlich. Aber ich weiß, was ich kann und ab jetzt wird für den Sommer trainiert – da wird dann angegriffen“, sagte Zapalska.

60 Meter Männer

Marvin Orthmann feierte in Dortmund seine DM-Premiere im Feld der Großen. „Das war für mich eine gute Erfahrung. Ich bin mit meiner Performance ziemlich zufrieden“, sagte der 18-Jährige. Der Wunsch, seine Bestzeit (6,77) zu steigern, erfüllte sich nicht. Aber von Prange gab‘s auch für die 6,83 Sekunden ein Lob: „Marvin hat sich sehr gut verkauft. Leider hat er den Start verpennt, aber selbst eine neue Bestzeit hätte in den super-schnellen Rennen nicht für das Finale gereicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, so ein Niveau schon mal gesehen zu haben“, sagte Prange und meinte nicht nur, aber vor allem den neuen Deutschen Meister. Sieger Kevin Kranz (Wetzlar) stellte in 6,52 Sekunden den fünf Jahre alten Deutschen Rekord von Julian Reus ein.

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