Der westfälische Fußball-Verband annulliert die Saison 2020/2021
„Es ist vorbei“

Paderborn -

Eine Alternative gab es schon lange nicht mehr, jetzt ist es amtlich. Nach einem Konferenz-Marathon am Wochenende trat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen am Montagnachmittag vor die Öffentlichkeit und verkündete das, was wohl fast alle Vereine mittlerweile erwartet und sich auch gewünscht hatten.

Dienstag, 20.04.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 21.04.2021, 07:12 Uhr
Die Luft ist raus, Corona hat gesiegt: Der Fußball- und Leichtathletik-Verband hat die Amateursaison 2020/2021 annulliert.
Die Luft ist raus, Corona hat gesiegt: Der Fußball- und Leichtathletik-Verband hat die Amateursaison 2020/2021 annulliert. Foto: imago

Die Fußball-Saison 2020/2021 der Amateure ist – wie berichtet – auch in Westfalen beendet. Sie wird, noch mit Ausnahme des Westfalenpokals, in allen Bereichen annulliert. Es gibt keine Aufsteiger, einzig und allein die vor der Unterbrechung zurückgezogenen Mannschaften steigen ab.

In einem Schreiben an die Kreise und Vereine heißt es: „In verschiedenen Sitzungen in den letzten Tagen sowohl beim WDFV, beim FLVW und in den Kreisen haben die entsprechenden Gremien beschlossen, die aktuelle Fußball-Saison im Jugend- wie im Seniorenbereich (Männer und Frauen) abzubrechen. Sie wird zum 30. Juni 2021 beendet, ohne dass weitere Spiele stattfinden. Das Spieljahr 2020/21 bleibt gemäß der Sonderregelung des §41 Abs. 2b der SPO/WDFV nun ohne Wertung, da auf Grund der Corona-Pandemie weniger als 50 Prozent der Spiele ausgetragen werden können. Es gibt keine Meister und keine Auf- und Absteiger. Die Ligen starten zum 15. August 2021 in gleicher Besetzung zur Saison 2021/22, wobei natürlich die Meldungen der Mannschaften insbesondere im Jugendbereich Berücksichtigung finden.“

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski sagte den Meiden: „Es ist vorbei. Das war keine willkürliche Entscheidung, wir haben sie so lange aufgeschoben, wie es rechtlich notwendig und moralisch vertretbar war. Es ist keine Zeit mehr, die Saison sportlich gerecht zu Ende zu führen, daher blieb uns nichts anderes übrig.“ Die meisten Sportplätze seien gesperrt und es hätten keine gesundheitsgefährdende Beschlüsse gefasst werden dürfen, machte Walaschewski deutlich.

Nur drei Spieltage Zeit

Er zeigte Verständnis für die Vereine, die aufsteigen wollten, ist letztlich aber froh, dass es nun Klarheit gibt: „Ich bin erleichtert, das hat bei allen an den Nerven gezehrt. Ich denke, dass die meisten Vereine zufrieden sind, dass sie jetzt Planungssicherheit haben und sich auf die Vorbereitung für die neue Saison konzentrieren können.“ Auch Manfred Schnieders, Vize-Präsident für den Amateurfußball, möchte die vergangenen Monate nicht noch mal erleben: „Ich hoffe, das ist das letzte Mal, dass wir über dieses Thema sprechen. Das war nicht vergnügungssteuerpflichtig, aber es ging darum, juristisch korrekt zu handeln.“

Letztlich ausschlagend für die Entscheidung waren die hohen Infektionszahlen und die Vorgaben der Behörden. Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen wurde vom 18. April aktuell zwar nur um eine Woche bis zum 26. April verlängert, aber gleichzeitig mitgeteilt, dass frühestens am 10. Mai wieder in Gruppen trainiert werden könne. Da der Verband schon vor Monaten eine vierwöchige Vorlaufzeit zugesichert hatte, bevor dann der Spielbetrieb wieder losgeht, hätte die Saison frühestens am 13. Juni fortgesetzt werden können. Um die für eine Wertung notwendigen 50 Prozent aller Spiele durchzuführen, wären also bis zum spätmöglichsten Saisonfinale am 30. Juni ganze drei Spieltage geblieben. „Wochenspiele hätten wir aufgrund von Ausgangssperren nur schwer durchführen können und keiner weiß, ob es noch schärfere Lockdowns in einzelnen Kreisen gibt“, sagte Schnieders. So muss man kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass die Zeit nicht reicht. Zumindest bei der großen Mehrheit der Ligen, allen voran der Oberliga mit 21 Teams. Dass einzelne Staffeln, wie etwa die Paderborner Kreisliga B der Frauen, dennoch ans Ziel hätten kommen können, wurde so nicht gesehen. Schnieders: „Wir haben uns alle Staffeln angeschaut. Es waren nur 23 Prozent der Spiele absolviert, das hätten wir aufgrund der Unwägbarkeiten nicht hinbekommen.“

Alle 29 Kreise stimmten zu

Die 29 Kreisvorsitzenden stimmten den Beschlüssen in einer virtuellen Sitzung am Samstag in allen Punkten zu. Der Paderborner Fußball-Obmann Gero Wittkemper sagte in einer offiziellen Stellungnahme: „Die angestrebten 50 Prozent der Spiele waren nicht mehr zu erreichen, deshalb tragen wir die Entscheidungen des Verbandes mit und haben die Saison in sämtlichen Staffeln beendet. Auch der Kreispokal wird nicht fortgesetzt. Es wird keinen Kreispokalsieger 2021 geben, die Mannschaften können für den Pokal-Wettbewerb 2021/2022 neu melden.“ Weiter teilte Wittkemper mit, dass der Kreis die Spielabgaben für die zwei Monate, in denen gespielt wurde (September und Oktober 2020), erlasse.

Der Verbands-Jugendausschuss übernahm die Regelungen der Seniorenklassen. In Abstimmung mit dem Westdeutschen Fußballverband sei auch in den Regionalligen und Nachwuchsrunden Schluss, wie der zuständige FLVW-Vize Holger Bellinghoff erklärte.

Was ist mit dem Westfalenpokal?

Ein Fragezeichen gibt es noch hinter dem Westfalenpokal. Da geht es darum, die Teilnehmer am DFB-Pokal zu ermitteln. Am heutigen Dienstagabend ist eine Videokonferenz mit allen Klubs des laufenden Wettbewerbs angesetzt. Aus dem Kreis Paderborn sind im Westfalenpokal der Delbrücker SC, SCV Neuenbeken (Herren) sowie bei den Damen der SC Borchen und noch einmal der DSC vertreten. Es ist davon auszugehen, dass das für die neue Saison übernommen wird.

Mit den Oberligisten soll es ebenfalls am Dienstag eine Schalte geben, um die Serie 2021/2022 zu besprechen. „Bei dieser Staffelstärke müssen wir überlegen, ob wir das Risiko einer kompletten Saison eingehen“, sagte Schnieders, der nicht ausschloss, dass es für alle erst am ersten September-Wochenende wieder losgehen könnte.

Auch die Jugend-Bundesligen werden den Spielbetrieb einstellen. Die entsprechende Beschlussvorlage soll am kommenden Donnerstag vom zuständigen Ausschuss des Deutschen Fußball-Bundes umgesetzt werden. Betroffen aus heimischer Sicht sind die A- und B-Junioren des SC Paderborn 07.

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