Sa., 27.10.2018

ProA: Favoriten tun sich schwer – Chance für Überraschungsteams Die Liga spielt verrückt

Der Mann für den Spielaufbau der Uni Baskets: Paderborns Demetrius Ward muss im schwierigen Auswärtsspiel in Hamburg einen kühlen Kopf bewahren.

Der Mann für den Spielaufbau der Uni Baskets: Paderborns Demetrius Ward muss im schwierigen Auswärtsspiel in Hamburg einen kühlen Kopf bewahren. Foto: Agentur Klick

Von Timo Schäfers

Paderborn (WB). Wenn die Uni Baskets Paderborn am Samstag (19.30 Uhr) zu den Hamburg Towers reisen, erwartet die Zuschauer auf dem Papier eine eindeutige Angelegenheit. Auf der einen Seite der Aufstiegsanwärter aus dem hohen Norden, auf der anderen das vermeintliche Kellerkind aus Ostwestfalen. Dennoch gibt es Anlass zur Hoffnung aus Sicht der Gäste.

In den vergangenen Jahren war die zweite Basketball-Bundesliga eine Zweiklassengesellschaft. Zwei, maximal drei Mannschaften marschierten vorne weg, für den Rest ging es lediglich darum, sich möglichst gut zu präsentieren. In diesem Jahr scheint allerdings alles anders: Bis auf die bislang ungeschlagenen Chemnitzer und Nürnberger hat jede Mannschaft schon mal verloren. »Es ist in dieser Saison unglaublich schwer, etwas vorauszusagen«, erklärt Paderborns Trainer Uli Naechster.

Hamburg-Coach Taylor: »Wir haben einen aufstiegsreifen Kader«

Auch die Hamburger, die vor der Spielzeit von mehr als der Hälfte der ProA-Coaches als Aufstiegsfavorit genannt wurden, haben schon ein Mal verloren. Das 68:82 gegen die bis dato noch sieglosen White Wings Hanau kam für viele Beobachter überraschend. Zumal Hamburgs Trainer Mike Taylor vor der Spielzeit auf der Ligahomepage vollmundig angekündigt hatte, dass »wir das Team besitzen, das am besten auf die Liga vorbereitet ist. Wir haben einen aufstiegsreifen Kader«.

Naechster will die Niederlage in Hanau auch nicht zu hoch bewerten: »Aus meiner Sicht war das lediglich ein Ausrutscher der Hamburger. Das kann jeder Mannschaft passieren.« Zumal der 35-Jährige darauf aufmerksam macht, dass die Towers bislang vor allem zuhause stark waren und in jedem Heimspiel mehr als 100 Punkte erzielt haben. »Sie werden topmotiviert sein. Die Jungs müssen sich auf eine lautstarke Atmosphäre einstellen. In Rostock haben wir aber auch schon bewiesen, dass wir in einer vollen Halle bestehen können.« Viel wird in der hitzigen Atmosphäre der Edel-optics.de-Arena auf die erfahrenen Spieler wie Demetrius Ward ankommen, der für den Spielaufbau zuständig ist.

Jede Mannschaft ist in der Liga momentan zu bezwingen

Der Trend in der ProA ist nichtsdestotrotz unverkennbar: Jede Mannschaft ist zu bezwingen, selbst der Topfavorit. In einer Liga, in der der Hauptrundenerste seit 2014 maximal drei Niederlagen kassiert hat, ist dies durchaus eine Nachricht. »Sinnbildlich für die Ausgeglichenheit ist für mich der FC Schalke, der innerhalb von zwei Wochen erst mit 37 Punkten Vorsprung gegen Artland gewonnen und sieben Tage später mit 35 Punkten Unterschied gegen Hagen verloren hat. Wenn man bedenkt, dass Artland kurz zuvor gegen Hagen gewonnen hat, ist das eigentlich kaum zu erklären«, meint Naechster, der mit seinem Team die Patzer der Konkurrenz genutzt hat und aktuell Vierter ist.

Die Bilanz der Uni Baskets in der Hansestadt ist ausbaufähig: Der letzte Paderborner Erfolg bei den Towers datiert vom 31. Oktober 2014. Damals gewannen die Ostwestfalen dank 19 Punkten von Thomas Bropleh knapp mit 74:72.

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