Di., 04.12.2018

Trotz der Niederlage gegen Ehingen: Uni Baskets bleiben positiv Seiferth setzt Signale

Unterschiedlicher kann die Gemütsverfassung der beiden Parteien nicht sein. Martin Seiferth von den Uni Baskets (rechts) schaut grimmig, der Ehinger Kevin Yebo grinst verschmitzt. Paderborn verlor den Pro A-Krimi nach zweimaliger Verlängerung.

Unterschiedlicher kann die Gemütsverfassung der beiden Parteien nicht sein. Martin Seiferth von den Uni Baskets (rechts) schaut grimmig, der Ehinger Kevin Yebo grinst verschmitzt. Paderborn verlor den Pro A-Krimi nach zweimaliger Verlängerung. Foto: Agentur Klick

Von Timo Schäfers

Paderborn (WB). Auch wenn die 100:113-Niederlage nach doppelter Verlängerung gegen das Team Ehingen Urspring unglaublich ärgerlich war, haben die Spieler der Uni Baskets phasenweise bewiesen, dass sie zu den spielerisch besten in der gesamten 2. Basketball-Bundesliga gehören. Speziell ein Spieler sorgte einmal mehr für spektakuläre Szenen, die die Zuschauer von ihren Sitzen rissen: Martin Seiferth.

Seiferth, der vor der Saison von den Niners Chemnitz an die Pader wechselte, ist abseits des Parketts ein stiller Zeitgenosse. Kein Mann großer Worte, aber auch keiner, der eine Konfrontation scheut. So war es wenig verwunderlich, dass er sich auch nach dem Ehingen-Spiel umgehend stellte und die Paderborner Schwächen in der Schlussphase schonungslos offenlegte: »Wir waren in der entscheidenden Situation nicht fokussiert genug, vielleicht dachten wir, dass wir das Spiel schon gewonnen haben. Ich habe dafür keine Erklärung. Das müssen wir erst mal sacken lassen und dann gründlich analysieren.«

»Das war eine Mischung aus Pech und den falschen Entscheidungen«

Bis zu den unheilvollen 90 Schlusssekunden der regulären Spielzeit, als die Baskets einen Acht-Punkte-Vorsprung aus der Hand gaben, war Seiferth (20 Punkte) auf dem Weg, gemeinsam mit Topscorer Connor Wood (22 Punkte) und Grant Benzinger (19 Punkte) ein Gesicht des vermeintlich vierten Paderborner Heimsiegs zu werden. Im Schlussviertel drehte der 28-Jährige nämlich richtig auf, zeigte einen krachenden Alley-Oop in der Offensive, verteidigte den Korb mit zwei wichtigen Blocks und stellte einmal mehr unter Beweis, dass er der Mann für die spektakulären Momente im Paderborner Spiel ist. »Martin hat durch seine Athletik immer wieder Szenen, die eine Signalwirkung an die Mannschaft haben. Aber er macht auch viele Dinge, die später nicht auf dem Scouting auftauchen. Er hat ein sehr gutes Timing in der Defensive, was es sehr schwer macht, über ihn hinweg zu werfen. So verändert er Würfe, indem er die Arme hochnimmt, ohne ein Foul zu begehen. Das ist dann nicht spektakulär, aber für uns enorm wichtig«, lobt Paderborns Headcoach Uli Naechster. Der räumt ein, dass die vielen Alley-Oops von Seiferth in dieser Saison kein Zufall seien: »Das wird schon ab und an im Training angesprochen.« Dabei schauen sich die Baskets auch durchaus mal etwas bei der Konkurrenz ab. Die Spielzüge, die beispielsweise dazu führten, dass der gebürtige Berliner sowohl das dritte als auch das vierte Viertel in Trier mit einem krachenden Dunk eröffnete, haben die Paderborner von Rostock abgeschaut. »Als Rostock das gegen uns gespielt hat, haben wir gemerkt, dass dieser Spielzug zu unserem Personal noch besser passen würde. Für so etwas sind wir immer offen«, gibt Naechster zu, der optimistisch ist, dass die bittere Niederlage gegen Ehingen seine Mannschaft nicht umwirft: »Zunächst einmal bin ich der Meinung, dass wir die Jungs jetzt aufbauen müssen und nicht draufhauen dürfen. Ich bin sicher nicht der Einzige, der in den vergangenen Nächten nicht gut schlafen konnte, weil in den letzten eineinhalb Minuten alles gegen uns lief. Das war eine Mischung aus Pech und den falschen Entscheidungen zur falschen Zeit, da wir kurz vor Ende hätten foulen müssen und sogar die Möglichkeit dazu hatten. Allerdings haben wir davor gegen eine Mannschaft, die aus den vergangenen neun Spielen sieben Siege geholt hat, ein richtig gutes Spiel gemacht. Das müssen wir mitnehmen.«

Am kommenden Wochenende geht es gegen Phoenix Hagen

Am kommenden Wochenende wartet mit Phoenix Hagen erneut ein Team, das momentan einen Lauf hat und die vergangenen vier Spiele allesamt für sich entscheiden konnte. Für Naechster aber kein Grund, sich zu verstecken: »Wir haben in Rostock und Trier bereits bewiesen, dass uns die Rolle des Underdogs durchaus liegt. Daran wollen und werden wir am Samstag anknüpfen.«

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