Mo., 21.01.2019

Uni Baskets unterliegen Hamburg – starker Wood reicht nicht Bangen um Benzinger

Grant Benzinger bleibt mit schmerzverzerrtem Gesicht kurz am Boden liegen. Der Baskets-Guard hat sich am Knie verletzt und wird am Montag genauer untersucht.

Grant Benzinger bleibt mit schmerzverzerrtem Gesicht kurz am Boden liegen. Der Baskets-Guard hat sich am Knie verletzt und wird am Montag genauer untersucht. Foto: Elmar Neumann

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). 27 Punkte, sechs Dreier, eine 75-prozentige Trefferquote aus dem Feld – der Kanadier Connor Wood liefert im Heimspiel seiner Uni Baskets gegen die Hamburg Towers beeindruckende Werte ab, kann sich über seine Saisonbestleistung aber nicht freuen. Die Gastgeber leisten sich ein zu einseitiges drittes Viertel und verlieren gegen den Tabellenzweiten der ProA 89:98 (43:39).

»Wir haben den Gegner im dritten Viertel zu weit davonziehen lassen, weil es uns da an der Intensität gefehlt hat, die uns über weite Strecken der ersten Halbzeit und des letzten Viertels so stark gemacht hat«, sagte der Topscorer, dem Headcoach Uli Naechster einen »sensationellen« Auftritt attestierte. Während die Uni Baskets (7/12) weiter den 14. Platz belegen und den Blick doch noch mal in Richtung der Abstiegsplätze schweifen lassen müssen, bleiben die ausschließlich auswärts bezwungenen Hamburger (13/5) Spitzenreiter Chemnitz (16/3) auf den Fersen.

Fünf von acht Auftritten in der Fremde hatten die Hanseaten bis Samstag vergeigt und ein sechster Misserfolg wäre allemal möglich gewesen. Nachdem vor 1402 Fans zunächst dem am vergangenen Dienstag verstorbenen Wilfried Finke, der die Baskets im Sommer 2012 vor der Insolvenz bewahrt hatte, gedacht worden war, benötigten die Gastgeber etwas Zeit, um ins Spiel zu finden. 3:12 stand es, als Grant Benzinger mit dem ersten Dreier die Lautstärke in der Maspernhölle erstmals in enorme Höhen trieb. Und es sollte sehr laut bleiben, denn angeführt von Connor Wood drehten die Baskets das Blatt und lagen nach einem Buzzer Beater von Matt Klinewski zur Pause mit 43:39 in Führung.

Es schien nach der Hälfte der Strecke viel für die Mannschaft von Uli Naechster zu sprechen, hätte vor Beginn der zweiten Halbzeit nicht auch das Momentum die Seiten gewechselt. Beim Tabellen-14. lief urplötzlich nichts mehr, beim BBL-Anwärter nahezu alles. Vor allem Beau Beech war nicht zu bremsen. Der Forward gewann das persönliche Duell mit den Baskets in dieser folgenschweren Phase mit 17:13. »Wenn wir ihn noch enger verteidigt hätten, hätten wir eine Anzeige wegen Körperverletzung bekommen. Da war einfach nichts zu machen«, sagte Naechster. Das Viertel selbst ging mit 36:13 an die Nordlichter. Der Trainer machte die krasse Veränderung der Kräfteverhältnisse weniger an einem vermeintlichen Einbruch der Seinen als vielmehr an einer enormen Steigerung des Aufstiegskandidaten fest: »Wir haben schon in der ersten Hälfte ziemlich am Limit gespielt, Hamburg nicht. Im dritten Viertel hat der Gegner gezeigt, was eine Mannschaft mit einem 2,5-Millionen-Etat an individueller Qualität zu bieten hat und da bleibt dir nicht viel mehr, als das dann mal zu akzeptieren.«

Benzingers rechtes Knie wird am Montag genauer untersucht

Neben dem Rückstand, der kurz nach Beginn des finalen Viertels 21 Punkte betrug (56:77), mussten die Uni Baskets auch den Ausfall Grant Benzingers verkraften. Der unverzichtbare Guard verletzte sich am rechten Knie und wird heute genau untersucht. »Jeder Einschätzung meinerseits wäre pure Spekulation. Das Knie ist nicht sehr angeschwollen. Das stimm mich verhalten optimistisch, aber letztlich müssen wir die MRT-Bilder abwarten«, sagte Naechster.

Ohne Benzinger war es umso erstaunlicher, wie die vermeintlich aussichtslos Abgeschlagenen noch einmal auf die Bildfläche zurückkehrten. Nach einem Alley-oop-Dunk von Martin Seiferth auf Zuspiel des ebenfalls überzeugenden Demetrius Ward (18 Punkte, 6 Rebounds, 6 Assists) ging es mit nur fünf Punkten Unterschied (87:92) in die letzte Spielminute. In dieser unterliefen dem Außenseiter aber einige Fehler zu viel, um die wankenden Türme tatsächlich zum Fallen zu bringen. »Wir sind mit Sicherheit noch einmal viel näher herangekommen und haben Hamburg viel mehr geärgert, als das die meisten nach dem dritten Viertel vermutet haben. Wahrscheinlich hätten wir gegen einige andere Mannschaften auch noch gewonnen, aber diese Hamburger stellen ja nicht irgendeine Mannschaft«, sagte Naechster.

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