Mi., 06.03.2019

Basketball: 15-jähriges Toptalent mischt als Anführer die JBBL auf Hemschemeier sorgt für Furore

Seinen Gegnern einen Schritt voraus: Peter Hemschemeier (rechts) im Duell mit den Rostock Seawolves.

Seinen Gegnern einen Schritt voraus: Peter Hemschemeier (rechts) im Duell mit den Rostock Seawolves. Foto: Elmar Neumann

Von Timo Schäfers

Paderborn (WB). Die Jugendarbeit der Uni Baskets gilt seit jeher als das Prunkstück des Vereins. Auch wenn die großen Erfolge des Basketball-Zweitligisten in den Nachwuchsbundesligen einige Jahre zurückliegen, ist es den Paderbornern wieder einmal gelungen, ein Top-Talent zu formen: Peter Hemschemeier.

Der Filius der Baskets-Legende Dirk Happe sorgt aktuell in der JBBL für Furore, kommt auf 45,2 Punkte, 9,2 Rebounds sowie 6,2 Steals pro Partie und durfte im vergangenen Sommer bereits Nationalmannschaftsluft schnuppern. Beim Nordsee-Cup kam Hemschemeier in der deutschen U15 zum Einsatz und trat damit in die Fußstapfen seines Vaters, der 1983 und 1984 an der Kadetten- beziehungsweise Junioreneuropameisterschaft teilnahm. »Für die Nationalmannschaft zu spielen, ist eine große Ehre, auch wenn ich beim ersten Mal sehr aufgeregt war«, berichtet Hemschemeier.

Erst im Alter von elf Jahren kam der Schüler zum Basketball

Erst im Alter von elf Jahren kam der Schüler des Reismann-Gymnasiums zum Basketball. Zuvor probierte er sich im Fußball und vor allem im Turnen aus. In der U12 der Paderborner wurde aber schnell klar, dass der heute 15-Jährige – genau wie sein Bruder Fritz, der aktuell in der ProB in Oldenburg aktiv ist – ein gewisses Talent geerbt hat. Er wurde prompt zum Leistungsträger. Vor zwei Jahren spielte Hemschemeier erstmals in der JBBL und deutete sein Potenzial bereits an, als er bei einem Auswärtsspiel in Hamburg mehr als 50 Punkte erzielte.

»Peter hat sich Jahr für Jahr weiter gesteigert. Dass es in diesem Jahr so gut klappt, damit hätte ich nicht unbedingt gerechnet. Aber es freut mich natürlich«, meint Dirk Happe, der bei den Baskets als Spieler, Trainer und Sportdirektor aktiv war. Im Jahr 1984 stieg der Aufbauspieler mit dem VBC Paderborn zunächst in die 2. Bundesliga, zehn Jahre später gar ins Oberhaus des deutschen Basketballs auf. 2010 sprang Happe als Interimstrainer ein, nachdem sich der Verein von Headcoach Olaf Stolz getrennt hatte. Den Abstieg aus der BBL konnte aber auch Happe nicht mehr verhindern. Im Anschluss wurde er dann Sportdirektor, bis heute ist er Präsidiumsmitglied.

U16 in der laufenden Spielzeit in die Play-offs der JBBL geführt

Sein Sohn Peter hat die U16 in der laufenden Spielzeit in die Play-offs der JBBL geführt und dabei seinen Headcoach Werner Gorsky restlos überzeugt: »Ich habe Peter seit zweieinhalb Jahren in meinem Team. Neben der großen basketballerischen Entwicklung, die für jeden ersichtlich ist, finde ich es sehr positiv, wie er sich als Anführer entwickelt hat. Er zeigt sich sehr kommunikativ, sowohl den Mitspielern als auch den Coaches gegenüber.« Mit der Verantwortung kommt das Talent nach eigenem Bekunden gut zurecht: »Mir geht es in erster Linie darum, der Mannschaft zu helfen. Ich gehe nicht in eine Partie, um möglichst viele Punkte zu machen, sondern will meinen Teil dazu beitragen, dass wir gewinnen.«

Die guten Leistungen in der Jugend haben dazu geführt, dass Hemschemeier auch im Herrenbereich für die Baskets zum Einsatz kommt. Wenn es zeitlich passt, ist er für die zweite Mannschaft in der 2. Regionalliga aktiv.

Dort spielt er unter anderem mit einem gewissen Uli Naechster zusammen. Auch der Profi-Headcoach der Uni Baskets ist von den Qualitäten Hemschemeiers überzeugt: »Was Peter in der JBBL abliefert, ist schon abgefahren. Alle wissen, dass er die Punkte macht, aber keiner kann es verhindern. Ich erlebe ihn seit September des vergangenen Jahres im Training. Zu Beginn war er ein wenig zurückhaltend, hat dann aber schnell gemerkt, dass die anderen nicht aus Stahl sind. Seitdem macht er das echt gut.«

Der 35-Jährige kann sich durchaus vorstellen, dass Hemschemeiers Weg in den Profibasketball führt: »Ich habe im gleichen Alter Luis Figge und Lars Kamp erlebt und bei Peter ist sogar noch ein klein wenig mehr Luft nach oben. Allerdings sollten wir alle die Ruhe bewahren und seine weitere Entwicklung abwarten. Es sind noch eine Menge Schritte zu gehen.« Wie es mit dem talentierten Youngster weitergeht, ist Zukunftsmusik, die Gegenwart heißt am kommenden Wochenende ALBA Berlin in den JBBL-Play-offs.

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