So., 10.03.2019

Die Uni Baskets gehen beim 101:107 gegen Heidelberg nie in Führung Es fehlt der letzte Schritt

Wie Connor Wood erzielt auch Martin Seiferth 23 Paderborner Punkte. Hier setzt sich der Ex-Heidelberger gegen den aktuellen Heidelberger Phillipp Heyden durch.

Wie Connor Wood erzielt auch Martin Seiferth 23 Paderborner Punkte. Hier setzt sich der Ex-Heidelberger gegen den aktuellen Heidelberger Phillipp Heyden durch. Foto: Elmar Neumann

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Erstmals seit dem 23. März 2014, als Science City Jena mit 101:97 bezwungen wurde, erzielen die Uni Baskets am Samstagabend gegen die MLP Academics Heidelberg in den eigenen vier Wänden in 40 Minuten Spielzeit wieder mehr als 100 Punkte. Den 101 Zählern gegen den Tabellenzweiten waren im Sportzentrum Maspernplatz immerhin 74 vergebliche Versuche vorangegangen. Mit einem Erfolgserlebnis wird die Offensivvorstellung von Seltenheitswert jedoch nicht belohnt. Heidelberg entscheidet den intensiven Vergleich mit 107:101 (57:48) für sich.

Bei der bitteren 100:113-Niederlage gegen Ehingen Anfang Dezember hatten die Paderborner zwei Verlängerungen und damit 50 Minuten gebraucht, um dreistellig zu werden, am viertletzten Spieltag lieferten sich der Drittletzte und der Zweite der ProA ein Duell, das Baskets-Center und Co-Topscorer Martin Seiferth (23 Punkte) anschließend als »Offensivschlacht« bewertete: »Aber leider haben wir gerade in der ersten Hälfte die Defensivarbeit etwas vernachlässigt und das hat uns letztlich das Genick gebrochen.«

In der einseitigen Anfangsphase lagen schnell 13 Punkte (7:20/7.) zwischen beiden Parteien. Heidelbergs Starting Five mit Sharon Ely (19 Punkte), Jaleen Smith (17), Niklas Würzner (15), Dan Opp­land (15) und Phillipp Heyden (10) offenbarte über viele Phasen aufstiegsreife Qualität, die auch 2,08-Meter-Mann Seiferth nicht übersehen wissen wollte: »Wir haben zu viel zugelassen, aber man muss anerkennen, dass unser Gegner nicht zufällig so weit oben in der Tabelle steht. Das ist ein starkes Team mit jeder Menge Klasse.«

Und doch sind und waren die Uni Baskets wieder gut genug, um sich auch gegen Konkurrenten von diesem Format ins Spiel zurückzuarbeiten. Von der Bank kommend, war es allen voran Connor Wood, der die Hausherren in die Spur brachte und sich bei 100-prozentigen Quoten (3/3 Dreier) schon in der ersten Halbzeit 13 seiner am Ende ebenfalls 23 Punkte gutschreiben lassen durfte. Nachdem sich das Team von Headcoach Uli Naechster bis auf einen Zähler herangekämpft hatte (36:37/15.), entwickelte sich eine Art Ziehharmonikapartie.

An der Freiwurflinie gibt es eine mitentscheidende Differenz

Wie bis zur Pause (48:57) zogen die Gäste nach Wiederbeginn immer wieder davon, um sich von den Gastgebern ebenso regelmäßig einfangen zu lassen. Ballverluste gab es auf beiden Seiten verschwindend wenige (Paderborn 6, Heidelberg 7), Punkte ohne Ende. Selbst als die Academics sechs Minuten vor dem Ende wieder mit einem Dutzend führten (78:90), war die Entscheidung nicht gefallen. Woods fünfter Dreier (5/6) zum 93:95 (38.) ließ die 1730 Fans – Saisonbestwert – abermals ausrasten, allein der eine letzte, psychologisch so wertvolle Schritt wollte einfach nicht gelingen. »Wir haben Moral bewiesen, mehrmals aufgeholt und ausgeglichen, es aber nicht ein einziges Mal über den Hügel geschafft. Immer wenn wir drauf und dran waren, mal in Führung zu gehen, haben uns unterschiedlichste Nackenschläge zurückgeworfen«, sagte Naechster. Ankreiden lassen müssen sich die Seinen die nur 66-prozentige Freiwurfquote (25/38), der die Heidelberger 87 Prozent (27/31) entgegenzusetzen hatten und wenn die Uni Baskets in der Crunchtime doch erwünscht eng verteidigten, spielte der Aufstiegskandidat seine individuelle Klasse aus. »Jungs wie Shy Ely haben Bundesligaformat. So einer macht im entscheidenden Moment fast nichts falsch und es dem Gegner super schwer«, sagte Kapitän Ivan Buntic, um dann aber vor allem eine Feststellung treffen zu müssen: »Wenn du 101 Punkte erzielst, darfst du nicht als Verlierer aus der Halle gehen. Erst recht nicht, wenn es deine Halle ist. In Sachen Verteidigung haben wir noch viel Arbeit vor uns.«

Arbeit, die trotz der fünften Niederlage in Folge und gerade neun Siegen insgesamt auch in der nächsten Saison in der ProA verrichtet werden dürfte. Nur wenn der Vorletzte Hanau (7/20) seine abschließenden drei Aufritte (in Hamburg, zuhause gegen Schalke sowie in Chemnitz) gewänne und die Baskets ihre (in Chemnitz, zuhause gegen Nürnberg und in Oberhausen gegen Schalke) verlören, müssten die Tabellennachbarn noch die Plätze tauschen.

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