Fr., 22.03.2019

Professor Claus Reinsberger ist für die Uni Baskets von besonderer Bedeutung Gold wert

Unverzichtbarer Ratgeber: Co-Trainer Professor Claus Reinsberger im Gespräch mit Baskets-Headcoach Uli Naechster.

Unverzichtbarer Ratgeber: Co-Trainer Professor Claus Reinsberger im Gespräch mit Baskets-Headcoach Uli Naechster. Foto: Elmar Neumann

Paderborn (WB/en). »Nichts ist derart unterdiagnostiziert wie eine Gehirnerschütterung«, sagt Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger, »dabei ist das gefährlich und sogar lebensbedrohlich. Schon ein zweiter Schlag kann tödlich sein.« Ivan Buntic, der Kapitän des Zweitligisten Uni Baskets, musste innerhalb von nur acht Tagen gleich zwei Gehirnerschütterungen verkraften. Daher wird der 27-Jährige das abschließende Heimspiel dieser ProA-Saison – am Samstag (19.30 Uhr) gegen die Nürnberg Falcons – nur als Zuschauer verfolgen dürfen.

Zunächst zog sich Buntic gegen die MLP Academics Heidelberg ein Schleudertrauma zu, nach dem erst mit ein bisschen Verzögerung Symptome einer Gehirnerschütterung zu erkennen waren. Dann prallte er bei der Partie in Chemnitz im Fallen an das Knie von Niners-Power-Forward Ivan Elliott und war sogleich komplett außer Gefecht gesetzt. Der 2,08-Meter-Mann schwankte benommen und orientierungslos durch die Halle – war allerdings nie in Lebensgefahr. »Eine zweite Gehirnerschütterung kann dann tödlich enden, wenn die erste noch nicht komplett ausgeheilt ist. Aber das war bei Ivan der Fall«, sagt Reinsberger und der weiß das so genau wie kaum ein anderer. Der 44-Jährige ist neben Yannis Wiele einer der beiden Co-Trainer von Headcoach Uli Naechster, jedoch insbesondere der erste Neurologe deutschlandweit, der einen sportmedizinischen Lehrstuhl leitet – den des sportmedizinischen Instituts der Universität Paderborn.

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Claus ist für mich auf vielen Ebenen eine große Hilfe.

Uli Naechster

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2014 ist der 1994er-Abiturient des Gymnasiums Theodorianum von der renommierten Harvard University im US-amerikanischen Boston in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Seit drei Jahren ist er festes und unverzichtbares Mitglied im Coaching Staff. Die basketballerische Kompetenz des ehemaligen Paderborner und Salzkottener Flügelspielers ist das eine, die einzigartige Zusatzqualifikation als Neurologe und Sportmediziner das andere. »Claus ist für mich auf vielen Ebenen eine große Hilfe. Mit unserem kleinen Budget sind wir darauf angewiesen, dass unsere Spieler gesund bleiben, und da ist einer wie Claus – mit so einem kleinen Basketball-Nagel im Kopf – Gold wert«, sagt Naechster.

Reinsberger war in dieser Saison schon derjenige, über dessen Tisch der Großteil der Kommunikation ging, nachdem sich Grant Benzinger einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, und er ist jetzt derjenige, der Ivan Buntic den besten Weg zur Genesung bereitet: »Nach der ersten Gehirnerschütterung haben wir uns exakt an das Sechs-Tage-Protokoll gehalten, haben im Institut eine Batterie von Untersuchungen durchgeführt und ihn sowohl im Training als auch außerhalb des Trainings genau beobachtet. Als er Ende der Woche dann erstmals wieder die komplette Teameinheit mitmachen konnte, gab es das Go für Chemnitz.« Ein Go für das Heimspiel gegen Nürnberg wird es nun aber nicht geben: »Beim zweiten Mal müssen wir einfach noch vorsichtiger sein. Wir werden sehen, wie das Gehirn auf langsam ansteigende Belastung reagiert und dann gegen Ende der Woche entscheiden, ob er zum Abschluss gegen Schalke vielleicht für einen Einsatz in Frage kommt.«

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Es kommt nicht selten vor, dass sich Ex-Spieler bei mir melden.

Claus Reinsberger

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Diese verantwortungsvolle Vorgehensweise weiß Ivan Buntic sehr zu schätzen und möchten selbst einige ehemalige Spieler der Uni Baskets nicht missen. »Es kommt gar nicht mal so selten vor, dass sich Jungs, die jetzt woanders spielen, bei mir melden und wissen wollen, wie sie mit diesem oder jenem Problem am besten umgehen«, sagt Reinsberger. Namen nennt er nicht, aber sowohl der Professor als auch der Headcoach wissen: »Wir genießen in puncto medizinischer Betreuung ligaweit einen guten Ruf, und das ist natürlich auch ein Argument, das zum Tragen kommen kann, wenn es darum geht, den einen oder anderen Spieler zu halten oder neu zu verpflichten.«

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