Fr., 09.08.2019

Interwiev mit Steven Esterkamp, dem neuen Headcoach der Uni Baskets »Mir geht es um Team-Basketball«

Der neue Headcoach Steven Esterkamp startet mit den Uni Baskets am Samstag um 15 Uhr in die Vorbereitung auf die ProA-Saison 2019/2020.

Der neue Headcoach Steven Esterkamp startet mit den Uni Baskets am Samstag um 15 Uhr in die Vorbereitung auf die ProA-Saison 2019/2020. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB). Am Samstag um 15 Uhr beginnt mit dem Trainingsauftakt der Uni Baskets ein neue Zeitrechnung. Nach fünf Jahren unter der Regie von Uli Naechster heißt der Headcoach des Zweitligisten ab sofort Steven Esterkamp (38). Vor der ersten Übungseinheit im Sportzentrum Maspernplatz hat der ehemalige Baskets-Kapitän mit Elmar Neumann über seine Rückkehr, den Paderborner Kader und die Ziele für die kommende ProA-Saison 2019/2020 gesprochen.

Steven, eine Frage vorab: Wie geht es Grant Benzinger, der sich im Januar einen Kreuzbandriss zugezogen hat und mit dem die Baskets den Vertrag trotzdem verlängert haben?

Steven Esterkamp: Grant geht es immer besser, aber er wird sich auch während der Vorbereitung noch ganz auf seine Rehamaßnahmen konzentrieren. Der Genesungsprozess nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch, als wir gedacht haben. Daher werden wir auch noch einen Ersatzmann verpflichten, der in den ersten drei bis vier Monaten Grants Rolle übernimmt.

 

Kommen wir zu Ihnen, wie fühlt es sich an, Headcoach der Uni Baskets Paderborn zu sein?

Esterkamp: Super – bislang haben wir ja noch kein Spiel verloren (lacht). Nein, im Ernst: Nach meinen fünf Jahren als Spieler hier nun Trainer sein zu dürfen, ist ein unglaubliches Gefühl. Ich fühle mich wie Zuhause. Auch die Reaktionen nach meiner Unterschrift waren durchweg positiv. Ich habe viele Nachrichten bekommen, vor allem natürlich von unserer 2006er-Meistermannschaft, ob Marius Nolte, Tim Black, Daniel Lieneke, Martin Duggen oder Karsten Kemna – sie alle haben sich gemeldet und sich für mich gefreut.

»Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft«

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Kader, den neuen Uni Baskets?

Esterkamp: Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft, die wir haben. Wir haben viel dafür getan, um diesen Kader zusammenzustellen, aber die richtig harte Arbeit geht erst am Samstag los.

 

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ist es den Baskets gelungen, mit Ivan Buntic, Martin Seiferth, Daniel Mixich, Demetrius Ward und Grant Benzinger gleich fünf Spieler zu halten. Wie wichtig ist das aus Ihrer Sicht?

Esterkamp: Es war ein großer Teil meines Plans, dass wir fünf Spieler aus dem Kader der vergangenen Saison behalten. Das ist sehr gut für unsere Mannschaft. Sie kennen Paderborn, sie wissen, wie es hier läuft, sie können den neuen Spieler helfen, sich bei uns zurechtzufinden. So ein Gerüst zu haben, macht vieles einfacher. Eine ganz neue Mannschaft benötigt bestimmt fünf, sechs Wochen mehr, um sich aufeinander abzustimmen und das entsprechende Spielverständnis zu entwickeln.

»Kendale McCullum ist ein sehr guter Ballverteiler«

Welche Qualitäten bringen die bislang fünf neuen Spieler mit?

Esterkamp: Mit Kendale McCullum bekommen wir einen sehr schnellen Pointguard, der extrem gut verteidigen kann und ein sehr guter Ballverteiler ist. Ryan Logan ist ein schlauer Power Forward, der uns auf der Drei, wenn wir klein spielen, aber auch auf der Fünf weiterhelfen kann. Er hat einen sehr guten Wurf, kann sehr gut passen und ist ein echter Teamplayer. Thomas Reuter ist ein Spieler mit sehr viel Energie und verfügt über ein hohes Spielverständnis. Er kann noch mehr, als er zuletzt in Schwelm gezeigt hat. Auch er verfügt über einen guten Wurf und ist in der Verteidigung auf mehreren Positionen einsetzbar. Jens Großmann ist ein großes Talent, dem wir die Zeit geben, die er braucht. Henning ist ein starker Guard mit einem guten Zug zum Korb. Er braucht nach seiner Knieverletzung auch noch ein bisschen Zeit, bringt aber ebenfalls eine ganze Menge Potenzial mit.

 

Wie wird die Art des Basketballs aussehen, die Steven Esterkamp spielen lassen wird?

Esterkamp: Bei mir geht es in erster Linie um Team-Basketball. Darauf liegt der Fokus. Bei uns geht es nicht um das Eins-gegen-eins. Wir werden nur dann erfolgreich sein, wenn wir in der Defense wie in der Offense als Team auftreten, geschlossen verteidigen, uns gegenseitig helfen, den Extrapass spielen – und vor allem: niemals aufgeben.

 

Kendale McCullum ist für das Spiel der Baskets qua Amt von besonderer Bedeutung. War es Ihnen deshalb so wichtig, ihn in den USA persönlich zu treffen?

Esterkamp: Ja, er ist der Mann, der den Ball am häufigsten in der Hand hat. Es ist sehr wichtig, dass wir zwei gut zusammenarbeiten, uns gut verstehen. Wir haben uns in Chicago getroffen. Ich habe eineinhalb Stunden mit ihm gesprochen und von Beginn an ein sehr gutes Gefühl gehabt. Aber nicht nur bei einem Pointguard ist es mir wichtig, ihn vorher persönlich kennenzulernen. Bei so einem Treffen erfährt man einfach viel mehr über jemanden, als wenn man ihn nur mal am Handy hört.

Am ersten Spieltag nur Zuschauer

Da die Nürnberg Falcons nicht aufsteigen durften, besteht die ProA in dieser Saison aus 17 Vereinen. Das heißt, dass immer ein Team spielfrei ist. Die Baskets schauen gleich am ersten Spieltag zu. Gefällt Ihnen das?

Esterkamp: Ich sehe das eher als einen Vorteil für uns. Wir können am ersten Spieltag ganz in Ruhe ansehen, was unser erster Gegner Heidelberg in Ehingen abliefert und gewinnen dabei vielleicht Erkenntnisse, die uns eine Woche später eine Hilfe sein können.

 

Wie stark schätzen Sie die Liga in dieser Saison ein?

Esterkamp: Sehr, sehr stark. Über Nürnberg haben wir schon gesprochen. Die sind immer gut. Dann gibt es noch Chemnitz, Jena, Heidelberg – es gibt so viele gute Teams. Das wird keine einfache Saison für uns. Die Liga ist mindestens so gut wie in der vergangenen Saison, was heißt, dass du an jedem Abend gewinnen, aber auch an jedem verlieren kannst.

»Öfter gewinnen als in der Vorsaison«

Wie lautet das Saisonziel?

Esterkamp: Unser Ziel ist es, jeden Abend zu gewinnen. Und dann haben wir am Ende hoffentlich öfter gewonnen als in der vergangenen Saison.

 

Zum Abschluss darf die obligatorische Frage nach einem Play-off-Platz natürlich nicht fehlen.

Esterkamp: Tja, die Play-offs sind wirklich nicht leicht zu erreichen. Den Baskets ist das seit dem BBL-Abstieg nur ein einziges Mal gelungen. Ich hoffe, dass wir uns die Chance auf eine Play-off-Teilnahme erarbeiten können, aber bis dahin ist es ein sehr langer Weg.

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