Di., 10.12.2019

Die Uni Baskets erwarten den starken Aufsteiger Bayer Giants Leverkusen Duell der Überraschungsteams

Jens Großmann fehlt nicht nur am Mittwochabend gegen Leverkusen: Bis der Small Forward wieder in Aktion zu sehen ist, werden acht bis zehn Wochen vergehen.

Jens Großmann fehlt nicht nur am Mittwochabend gegen Leverkusen: Bis der Small Forward wieder in Aktion zu sehen ist, werden acht bis zehn Wochen vergehen. Foto: Elmar Neumann

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Als Geschäftsführer Dominik Meyer und Vereinspräsident Christoph Schlösser die Uni Baskets jüngst bei einem ProA-Workshop in Neckarsulm vertraten, durfte das Duo von den Konkurrenten reichlich Lob entgegennehmen. „Mensch, bei euch läuft es ja gut“, hieß es von vielen Seiten.

Mit sechs Siegen aus zwölf Spielen (6/6) liegt Paderborn in der Liga auf Platz neun und ist im Ranking der positiven Überraschungen Zweiter. Für noch größeres Erstaunen sorgt allein das Abschneiden der Bayer Giants Leverkusen, die mit dem ehemaligen Paderborner Luca Kahl und acht Erfolgserlebnissen (8/5) Tabellensechster sind. An diesem Mittwoch (20 Uhr, Sportzentrum Maspernplatz) kommt es zum direkten Duell der zwei Überraschungsteams.

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Auch für mich ist Leverkusen die größte Überraschung.

Steven Esterkamp

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„Es war schon beeindruckend, wie die Leverkusener durch die ProB marschiert sind. Daher war ich sicher, dass sie mit dem Abstieg nichts tun haben würden, aber dass es so gut läuft – Respekt“, sagt Meyer über Bayer und erhält Zuspruch von Headcoach Steven Esterkamp: „Auch für mich ist das die bisher größte Überraschung. Trainer Hansi Gnad macht in Leverkusen einen richtig guten Job. In der Offensive spielen sie sehr schnell, in der Defensive sind sie sehr variabel. Das wird eine sehr schwierige Aufgabe für uns.“

Aber auch eine, die trotzdem gelöst werden soll, um mit einer dann positiven Bilanz die Position im gesicherten Mittelfeld weiter zu festigen. Meyer und Esterkamp sprechen von einem „richtungsweisenden Spiel“, der Trainer setzt gegen die in eigener Halle (6/1) erst einmal gestutzten, aber auswärts (2/4) überschaubar erfolgreichen Riesen vor allem auf den Heimvorteil. „Wir haben unsere Fans hinter uns, sind gut drauf und wollen nach dem Sieg gegen Schalke den nächsten Schritt nach vorne machen.“ Bis auf die Freiwurfquote (6/16) und das Reboundverhältnis (25:40) war er mit dem Auftritt in Oberhausen einverstanden. Vor allem am Trend findet der 38-Jährige nach zwei Siegen in Folge Gefallen: „Gerade gegen Schalke haben wir guten Teambasketball gezeigt, den Ball laufen lassen. Aber auch in der Verteidigung verstehen die Jungs das System immer besser. 75 gegnerische Punkte sind für jedes ProA-Spiel ein guter Wert.“

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Langfristig ist es mein Ziel, in der 1. Liga zu spielen.

Jens Großmann

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Gute Werte hatte in seiner ersten Saison auf diesem Niveau auch Neuzugang Jens Großmann vorzuweisen. Der 19-Jährige stand in den ersten zehn Spielen im Schnitt 18:33 Minuten auf dem Feld (3,3 Punkte), muss nun aber eine lange Verletzungspause einlegen. Im Training umgeknickt, hat der Small Forward bereits die Partien gegen die Artland Dragons sowie Schalke verpasst und wird noch erheblich länger zuschauen müssen: „Wie lange es genau dauert, bis ich wieder spielen kann, weiß ich nicht, aber ich muss wohl von acht bis zehn Wochen ausgehen“, sagt der Physikstudent, der sich einen knöchernen Abriss des Syndesmosebandes zugezogen hat.

Großmann war in der Vorsaison für das Team der Internationalen Basketball Akademie München in der NBBL und für den MTSV Schwabing (mit dem Ex-Paderborner Nick Freer) in der Regionalliga am Ball. Die Lücke, die sein Fehlen reißt, ist deutlich größer als Esterkamp das vor Saisonbeginn vermutet hätte: „Wir waren alle erstaunt, wie schnell sich Jens auf diesem Niveau zurechtgefunden hat. Dass er fast 20 Minuten spielt, war nicht geplant, aber er macht seinen Job wirklich gut. Umso trauriger ist es für uns und gerade für ihn, dass er nun so lange verletzt fehlen wird.“ Die unfreiwillige Auszeit passt natürlich so gar nicht in die Planungen des jungen 2,04-Meter-Mannes, aber auf seine langfristigen Ziele hat sie keinerlei Einfluss: „Ich denke, dass ich mit meinen bisherigen Leistungen im Großen und Ganzen zufrieden sein kann, aber ich will logischerweise immer mehr. Ich möchte mich bei den Baskets Stück für Stück weiterentwickeln und mit der Zeit immer mehr Verantwortung übernehmen. Langfristig ist es mein Ziel, in der 1. Liga zu spielen.“ Ein Wunsch, den sein aktueller Coach durchaus für realistisch hält: „Keine Frage, Jens muss noch eine ganze Menge lernen, aber er bringt alle Anlagen und auch die nötige Einstellung mit, um mal ein richtig guter Spieler zu werden“, sagt Esterkamp.

Doch zunächst drückt der verletzte Zweitligadebütant erst mal seinen Baskets am Mittwochabend im Duell der Überraschungsteams die Daumen.

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