Baskets-Guard Grant Benzinger feiert nach 54 Wochen sein Comeback
„Das bedeutet die Welt für mich“

Paderborn (WB). Vom 19. Januar 2019 bis zum 1. Februar 2020: Drei Minuten und 34 Sekunden vor Ende des ersten Viertels im Heimspiel gegen Heidelberg (94:96) hat die lange Leidenszeit von Grant Benzinger ein Ende. 108 Sekunden vertraut Headcoach Steven Esterkamp dem Guard der Uni Baskets bei dessen Comeback an. Nach diesem ersten Kurzeinsatz hat Elmar Neumann mit dem 23-jährigen US-Amerikaner gesprochen.

Dienstag, 04.02.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 05:03 Uhr
Die letzten Augenblicke vor der Einwechslung.  54 Wochen nach dem am 19. Januar 2019 erlittenen Kreuzbandriss feiert Grant Benzinger im Baskets-Heimspiel gegen die Academics Heidelberg (94:96) sein Comeback. Foto: Elmar Neumann
Die letzten Augenblicke vor der Einwechslung.  54 Wochen nach dem am 19. Januar 2019 erlittenen Kreuzbandriss feiert Grant Benzinger im Baskets-Heimspiel gegen die Academics Heidelberg (94:96) sein Comeback. Foto: Elmar Neumann

Grant, ein Jahr und zwei Wochen nach Ihrem Kreuzbandriss haben Sie zum ersten Mal wieder das Baskets-Trikot getragen. Wie hat sich das für Sie angefühlt?

Grant Benzinger: Es hat sich super angefühlt, wieder zurück zu sein. Der Applaus der Zuschauer, als ich eingewechselt worden bin, hat mir sehr, sehr gut getan. Endlich kann ich wieder das machen, was ich so liebe. Das bedeutet die Welt für mich.

 

Haben Sie das längste Jahr Ihres Lebens hinter sich?

Benzinger: Ja, das kann man wohl so sagen (lacht). Es gab viele Schwierigkeiten, viele Rückschläge. Erst dachte ich, dass ich schon nach sechs Monaten zurück sein könnte, aber dann ist mein Knie wieder angeschwollen und das Ganze hat mich ein weiteres halbes Jahr zurückgeworfen. Das war wirklich hart. Aber so läuft das Leben manchmal. Du musst solche Phasen irgendwie überstehen und versuchen, jeden Tag das Beste daraus zu machen.

 

Wie schwierig war es, den Kopf oben zu behalten und wer hat Ihnen dabei besonders geholfen?

Benzinger: Puh, das war ziemlich schwierig. Aber zum Glück hatte ich viele tolle Menschen an meiner Seite. Diese alle zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Da gibt es die Leute, die mit mir die Rehamaßnahmen gemacht haben. Wir haben uns fast täglich gesehen, sind Freunde geworden. Aber auch der Coach, das Management, das Team und die Fans haben mich immer unterstützt. Niemand hat mich unter Druck gesetzt. So behandelt zu werden ist etwas, was man sich als Spieler nur wünschen kann. Das alles hat mich auch immer wieder darin bestätigt, wie richtig es war, nach der Verletzung nicht zurück in die USA zu gehen, sondern hier in Paderborn zu bleiben und auf das super Umfeld zu vertrauen.

 

Wie fühlt sich das Knie nach dem ersten Kurzeinsatz unter Wettkampfbedingungen an?

Benzinger: Es fühlt sich wirklich sehr gut an. Bei diesem ersten Mal ging es ja nur darum, in den Ligaalltag zurückzukommen. Ich wusste, dass ich nicht viel spielen würde. Aber im Training mache ich alles mit, belaste das Knie zu 100 Prozent und vertraue ihm komplett. Es gibt jetzt nichts mehr, was mich zurückhalten könnte.

 

Wie weit sind Sie von 100 Prozent Leistungsfähigkeit entfernt?

Benzinger: Oh, das ist natürlich schwierig zu beantworten. Vielleicht bin ich bei 75 Prozent? Ich weiß es nicht. Ich habe ja nur eine Minute und 48 Sekunden lang gespielt. Vielleicht sind es auch nur 50 Prozent. In jedem Fall habe ich noch einen langen Weg vor mir.

 

Bist zu Ihrer Verletzung waren Sie der Topscorer der Baskets. Mit welchen Zielen sind Sie jetzt auf den Court zurückgekehrt?

Benzinger: Mein Ziel ist nur, dem Team dabei zu helfen, Spiele zu gewinnen. Wir haben alle Puzzleteile, um die Play-offs zu erreichen. Ich werde dafür alles tun, was in meiner Macht steht – Rebounds holen, hart verteidigen oder Punkte erzielen. Ich kann null oder 20 Punkte machen. Das ist nicht entscheidend für mich.

 

Es war schon extrem hart für Sie, verletzt auf der Bank zu sitzen, aber ist jetzt nicht vielleicht sogar noch etwas härter, wieder fit zu sein und zunächst nur wenig Spielzeit zu bekommen?

Benzinger: Ja. Das ist schon schwierig. Du willst da draußen sein. Du willst helfen. Aber ich unterhalte mich auf der Bank ziemlich viel mit Leo (Döring, Anm. d. Red.) und er hilft mir, ruhig und geduldig zu bleiben.

 

Ihr Comeback war für die Baskets nicht von Erfolg gekrönt. Wie lautet Ihr Fazit der 94:96-Niederlage gegen Heidelberg?

Benzinger: Offensiv war das in Ordnung. 94 Punkte sind gut. Aber wir haben den Ball viel zu oft verloren. 20 Turnover sind zu viel. Unsere Gegner dürfen keine 96 Punkte machen. Die Defense ist unser Problem. Deshalb verlieren wir Spiele. Aber wir wissen das, arbeiten daran jeden Tag und ich bin extrem glücklich, dass ich jetzt wieder dabei mithelfen, wieder ein Teil des Teams sein kann.

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