Fr., 14.02.2020

Die Uni Baskets und ihre schwache Bilanz gegen die Topteams Stark genug?

Baskets-Center Martin Seiferth (links) im Zweikampf mit Heidelbergs Armin Trtovac. Auch gegen die Academics mussten sich die Paderborner geschlagen geben. Gelingt am Samstag im Heimspiel gegen Trier ein Sieg gegen eines der Topteams der Liga?

Baskets-Center Martin Seiferth (links) im Zweikampf mit Heidelbergs Armin Trtovac. Auch gegen die Academics mussten sich die Paderborner geschlagen geben. Gelingt am Samstag im Heimspiel gegen Trier ein Sieg gegen eines der Topteams der Liga? Foto: Elmar Neumann

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Vor Saisonbeginn hätten sich die Uni Baskets mit der Aussicht, nach 22 ProA-Partien elf Siege auf dem Konto zu haben, relativ problemlos anfreunden können. Jetzt, vor ihrem Heimspiel gegen die Gladiators Trier (Samstag, 19.30 Uhr, Sportzentrum Maspernplatz), fällt der Blick auf die 50:50-Bilanz etwas anders aus.

Ja, die Mannschaft, die ob ihres Etats nicht zwingend zu den Top8 zählen müsste, ist als Liganeunter noch immer ganz nah dran an den Play-off-Rängen, aber: Vor einem Monat gestaltete sich die Situation noch weitaus vielversprechender. Nach dem spektakulären 114:95-Triumph in Karlsruhe wurde das Team von Headcoach Steven Esterkamp als Fünfter geführt. Selbst der vierte Platz und das damit verbundene Heimrecht im Viertelfinale erschien als realistisches Ziel. Doch drei Niederlagen gegen direkte Konkurrenten später – 87:91 in Kirchheim, 82:103 in Leverkusen und 94:96 gegen Heidelberg – ist die Lage längst nicht mehr so luxuriös, wie sie (kurzzeitig) war, sind vor allem auch wertvolle direkte Vergleiche (gerade die mit Kirchheim und mit Leverkusen) nicht mehr zu retten.

Gegen die Top8 lautet die Baskets-Bilanz 1:10

Jetzt müssen die Baskets Boden gutmachen, sie müssen aber auch noch unter Beweis stellen, dass sie zu den besten acht Teams der Liga gehören. Wer das trotz einiger begeisternder Darbietungen bezweifelt, findet in der folgenden Zwischenbilanz eine erstaunliche Portion Bestätigung: Von den elf Spielen, die die Paderborner gegen die acht aktuell hinter ihnen rangierenden Mannschaften bestritten haben, haben sie zehn gewonnen (10:1). Doch in den elf Spielen gegen die Teams, die derzeit die Plätze eins bis acht belegen, sind sie nur ein Mal – zuhause gegen die Bayer Giants Leverkusen – als Sieger vom Feld gegangen (1:10).

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Wir dürfen Fehler machen.

Steven Esterkamp

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Sind die Uni Baskets stark, aber für die Topteams nicht stark genug? Statt hier ein grundsätzliches Urteil zu fällen, bleibt Esterkamp einem bekannten Ansatz treu, der auch auf die 76:91-Niederlage im Hinrundenduell mit den Gladiators zutrifft. „Wie in Trier kommt es einfach zu häufig vor, dass wir 30, 32 oder 34 Minuten lang fokussiert und unserem Stil treu sind, dann allerdings immer auch fünf, sechs oder sieben Minuten haben, in denen wir wirklich schlecht sind, es uns an Konzentration und Disziplin mangelt“, sagt der 39-Jährige. Agierten die Seinen mal nahezu die komplette Spieldauer über an ihrem Limit, da ist sich Esterkamp sicher, „dann haben wir gegen jeden Gegner eine sehr gute Chance“. Auch am Samstagabend gegen die Trierer, deren Topscorer Jordan Geist am Mittwoch bei der 97:104-Heimniederlage nach Verlängerung gegen Heidelberg 38 Punkte gesammelt hat. Fehler sind nicht verboten, allerdings müssen es wesentlich weniger werden: „Wenn wir unseren Stil spielen, wenn wir schnell spielen, werden wir Fehler machen, das wissen wir, aber wir dürfen diese Fehler keinesfalls vier, fünf Minuten lang aneinanderreihen.“

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Jetzt respektieren uns die Gegner, nehmen uns viel ernster.

Steven Esterkamp

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Esterkamp gibt sich und seinen Spielern einen großen Teil der Schuld an der drei Spiele währenden Niederlagenserie, findet dafür aber auch noch einen etwas anderen Grund: „Am Anfang haben die Gegner noch gedacht, dass sie ja ‚nur gegen Paderborn‘ spielen und es für sie nicht so hart wird. Jetzt respektieren sie uns, nehmen uns viel ernster, weil sie wissen, wie schwierig es ist, gegen uns zu gewinnen. Das darf man als ein großes Kompliment für meine Mannschaft werten, macht es für uns aber auch noch schwieriger.“

Zehn Begegnungen bleiben, um zumindest wieder den einen entscheidenden Schritt nach vorne zu setzen und noch wird der Cheftrainer nicht ungeduldig: „Ja, wir waren Fünfter und sind jetzt Neunter, aber wenn man auf die Tabelle guckt, sieht man, wie eng das alles ist. Zwischen dem fünften Platz und dem 13. Platz liegen nur drei Siege. Da ist noch vieles möglich, doch klar ist auch, dass spätestens jetzt wirklich jedes Spiel zählt.“

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