Uni Baskets Paderborn: Die 2. Basketball-Bundesliga-Saison wird abgebrochen
Jetzt beginnt der Existenzkampf

Paderborn  (WB). Die Saison der 2. Basketball-Bundesliga wird abgebrochen. Das beschloss am Dienstag die Gesellschafterversammlung. „Die Gesundheit ist unser höchstes Gut und wir müssen dazu beitragen die Ausbreitung des Coronavirus so gut es geht zu verlangsamen“, sagte der Liga-Geschäftsführer Christian Krings.

Mittwoch, 18.03.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 12:06 Uhr
Das Bild von Präsident Christoph Schlösser sagt alles: Der Spielbetrieb der Paderborn Baskets ist bedroht. Foto:Agentur Klick
Das Bild von Präsident Christoph Schlösser sagt alles: Der Spielbetrieb der Paderborn Baskets ist bedroht.

Eine Unterbrechung der Saison und Fortsetzung im Mai war nicht möglich, da im Basketball die Spielerverträge im April auslaufen. Das zeigt auch das Beispiel Uni Baskets: Bis auf Ivan Buntic und Jens Großmann hätte Headcoach Steven Esterkamp kein Profi mehr zur Verfügung gestanden.

Finanziell vor einem Scherbenhaufen

„Das ist zwar extrem ärgerlich, aber die richtige Entscheidung“, sagte Christoph Schlösser, Präsident der Paderborn Baskets. Die Domstädter stehen finanziell aber vor einem Scherbenhaufen. „Wir sind in unserer Existenz bedroht“, machte Schlösser auch gestern noch einmal deutlich.

Der Verein, der die Pro A mit einem Etat von etwa 700.000 Euro bestreitet, muss die drei letzten Heimspiele gegen Tübingen, Nürnberg und Bremerhaven ersatzlos streichen. Bei einem Besucherschnitt von etwa 2000 verlieren die Baskets damit pro Partie zwischen 10.000 und 12.000 Euro. Die Zahlen wollte Schlösser nicht näher kommentieren, hofft aber auf die Solidarität der Fans: „Jeder, der jetzt sein gekauftes Ticket nicht erstattet haben möchte, hilft uns in der schwierigen Situation ein kleines Stück weiter.“ In den sozialen Netzwerken deuteten bereits viele Anhänger an, von ihrem Rückgaberecht kein Gebrauch machen zu wollen. Vor der Saison hatten die Baskets etwa 900 Dauerkarten verkauft.

Gespräche liegen auf Eis

Doch wie geht es nun weiter? Die US-Amerikaner Christopher Trapp, Kendale McCullum, Ryan Logan und Grant Benzinger sollen bereits heute in die Heimat zurückfliegen. Wer zu Beginn der neuen Saison wieder für die Baskets spielt, ist noch ungewiss. „Wir hatten bereits erste Gespräche geführt, aber im Moment liegen alle Verhandlungen auf Eis, und die nehmen wir auch erst dann wieder auf, wenn klar ist, wie es weitergeht”, sagte Baskets-Pressesprecher Patrick Lüke.

Gestern Abend tagte der Beirat der Baskets-Spielbetriebs GmbH. Hier wurden erste Handlungsschritte und Konsequenzen besprochen. Welche Maßnahmen konkret folgen, will der Verein heute bekannt geben.

Klarheit besteht in der Auf-und Abstiegsregelung

Klarheit besteht dagegen in der Auf-und Abstiegsregelung: Der aktuelle Stand wird zur Abschlusstabelle erklärt. Der Erst- und Zweitplatzierte der Pro A (Chemnitz und Bremerhaven) erhält das sportliche Aufstiegsrecht in die BBL. Außerdem muss kein Bundesligist aus der Pro A in die Pro B absteigen. Die genaue Ligenstärke soll erst nach dem Lizenzierungsverfahren festgelegt werden.

Kommentar

Eine Liga ohne Spieler – die Absage der laufenden Saison in der Pro A war alternativlos. Doch die Probleme beginnen jetzt erst. Zunächst muss die abgebrochene Saison von den Baskets bezahlt werden. Die fehlenden Einnahmen aus drei Heimspielen tun da richtig weh. Dazu ist äußerst fraglich, ob die Sponsoren ihren Verpflichtungen überhaupt noch nachkommen können. Denn auch die Kaufmannschaft der Stadt steht vor der größten Herausforderung seit Kriegsende. Jeder einzelne Unternehmer wird in den kommenden Monaten hart kämpfen, um seine Mitarbeiter und Lieferanten zu bezahlen. Erst dann kommt das Sport-Sponsoring. Deshalb wird es für die Baskets auch so schwierig, einen konkurrenzfähigen Etat für die kommende Spielzeit auf solide Beine zu stellen. Die Probleme sind riesig. Aber vielleicht ist Paderborns Zusatz “Sportstadt” ja wirklich mehr als nur schmückendes Beiwerk.

Matthias Reichstein

 

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