Coronakrise hat auch Einfluss auf die Planungen der Uni Baskets
Reuter geht – Benzinger bleibt

Paderborn  (WB). Die Coronapandemie hat direkte Auswirkungen auf die Personalplanungen der Uni Baskets. „Eigentlich“, sagt Forward Thomas Reuter, „waren wir uns schon so gut wie einig, dass ich meinen Vertrag verlängere“. Aber statt in Paderborn tatsächlich für ein weiteres Jahr zu unterschreiben, hat sich der gebürtige Hagener nach einer Saison im Uni-Baskets-Trikot doch direkt wieder verabschiedet. Der 28-Jährige läuft in der kommenden Spielzeit für die WWU Baskets Münster in der ProB auf. Erste Trainingseinheiten und der Umzug sind bereits absolviert.

Mittwoch, 29.07.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 08:20 Uhr
Der eine geht, der andere bleibt: Thomas Reuter (rechts) verlässt die Uni Baskets nach einer Saison, um künftig mit Münster um den ProA-Aufstieg zu spielen. Bei Grant Benzinger (links) deuten zahlreiche Indizien auf ein drittes Jahr im Paderborner Trikot hin. Foto: Elmar Neumann
Der eine geht, der andere bleibt: Thomas Reuter (rechts) verlässt die Uni Baskets nach einer Saison, um künftig mit Münster um den ProA-Aufstieg zu spielen. Bei Grant Benzinger (links) deuten zahlreiche Indizien auf ein drittes Jahr im Paderborner Trikot hin. Foto: Elmar Neumann

„Da meine Freundin Antonia bereits lange in Münster wohnt, war das schon immer eine Option für mich. Jetzt hat die Coronakrise das Ganze forciert“, sagt Reuter. Der hatte in der vergangenen Saison zum ersten Mal in seiner Laufbahn als Basketballer ganz auf die Karte Profisport gesetzt und hätte diesen Weg auch sehr gerne weiterverfolgt, doch Covid-19 hat den angehenden Lehrer (Gymnasium und Gesamtschule, Englisch und Pädagogik) dazu bewegt, den Karriereplan kurzfristig abermals zu überarbeiten: „Diese Krise war der ausschlaggebende Punkt, auf meinen Plan B zurückzugreifen. In Münster kann ich im kommenden Sommer mit dem Referendariat beginnen und gleichzeitig auf sehr hohem Niveau Basketball spielen. Das ist eine ideale Chance.“ In Paderborn hätte Reuter, der mit seiner Masterarbeit im Bereich Pädagogik begonnen hat, schon im November Referendar „werden müssen“ und das wäre dem 1,98-Meter-Mann zu stressig geworden.

Die Coronakrise hat das Ganze forciert.

Thomas Reuter

Neben seiner Freundin und der beruflichen Perspektive gab es für den ehemaligen Jugendnationalspieler einen weiteren Wechselgrund und dieser trägt den Namen des Trainers: Philipp Kappenstein. „Philipp war mein Coach, als ich mit 18 Jahren beim BSV Wulfen in der ProB meine erste Erfahrungen auf Profiniveau gesammelt habe. Auch für ihn war es damals seine erste ProB-Saison. Das war eine erfolgreiche Zeit und ist natürlich noch ein wichtiges Argument für den Wechsel nach Münster, zumal Philipp auch selbst Lehrer ist und sich mit der Doppelbelastung, die auf mich wartet, bestens auskennt.“ Abgesehen davon hat Kappenstein, seit 2012 im Amt, Münster zu einer der angesagtesten Adressen unterhalb der BBL gemacht. Vor allem das Zuschauerinteresse sucht seinesgleichen. In der vergangenen Saison war die 3000 Plätze bietende Halle Berg Fidel im Schnitt mit 2625 Fans gefüllt. „Es gibt kaum einen anderen Ort in Deutschland, wo die Entwicklung in jüngster Zeit so durch die Decke gegangen ist“, sagt Reuter, der mit den WWU Baskets den Aufstieg in die ProA anstrebt.

Er hofft auf eine tolle Zeit in Münster, verlässt aber auch Paderborn ausschließlich mit positiven Erfahrungen: „Ich habe die Stadt zu schätzen gelernt und mich in Paderborn extrem wohl gefühlt. Wir hatten eine super Mannschaft, die Teamchemie war top und auch unser Trainer Steve hat tolle Arbeit geleistet. Ich werde das Jahr trotz des ärgerlichen Saisonabbruchs in allerbester Erinnerung behalten.“

Benzingers lange Indizienkette

Thomas Reuter geht und Martin Seiferth hat seine Karriere beendet – diese beiden Abschiede sind beschlossene Sache, aber auch auf der anderen Seite tut sich bei den Baskets was. Kapitän Ivan Buntic und Jens Großmann waren ohnehin noch unter Vertrag, Daniel Mixich und Demetrius Ward haben erneut unterschrieben und Tom Alte (Rostock Seawolves) ist der erste Neue. Darüber hinaus zeichnet sich ab, dass den Baskets auch US-Guard Grant Benzinger erhalten bleibt. Wie im Vorjahr, als er der Pressemitteilung des Zweitligisten mit einem Instagram-Post (#Year2InPaderborn) zuvorkam, ist der 24-Jährige wohl auch anno 2020 wieder vorgeprescht. Diesmal schreibt der Mann aus Cincinnati unter ein Portraitfoto, das auf einen mehr als vorbildlichen Fitnesszustand schließen lässt: „Ready to attack year 3 in Germany.“ Im dazugehörigen Profil bezeichnet sich Benzinger nicht nur als Workaholic, sondern auch als Paderborner. Die Indizienkette verlängert sich beim Blick auf den Baskets-Kader 2020/2021, der auf der offiziellen ProA-Seite zu sehen ist. Dort fehlt zwar noch Neuzugang Alte, doch neben den anderen bereits genannten Akteuren sowie den Nachwuchskräften Leo Döring und Peter Hemschemeier ist dort allein noch der Name Joseph Grant Benzinger zu finden.

Der Spielmacher kam im Sommer 2018 nach Paderborn, war bis zu seinem am 19. Januar 2019 erlittenen Kreuzbandriss Topscorer seines Teams (14,7 Punkte) und kehrte nach einer mehr als ein Jahr währenden Verletzungspause am 1. Februar dieses Jahres auf das ProA-Parkett zurück. Dort wird er wohl auch vom 16. Oktober an wieder zu sehen sein.

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