Uni Baskets Paderborn verlieren trotz prominenter Unterstützung in Quakenbrück
Bryant-Comeback missglückt

Quakenbrück -

Keine Frage, dieser sensationelle Coup geht in die Geschichte der Uni Baskets ein: Nach vier Wochen als Trainingsgast hat der zweimalige BBL-MVP „Big“ John Bryant am Sonntag beim Gastspiel in Quakenbrück tatsächlich zum ersten Mal das Trikot des Zweitligisten getragen – aber die Premiere war nicht von Erfolg gekrönt:

Sonntag, 08.11.2020, 19:11 Uhr aktualisiert: 08.11.2020, 21:18 Uhr
Er ist es tatsächlich: Der zweimalige BBL-MVP John Bryant hat am Sonntag in Quakenbrück bei den Uni Baskets ausgeholfen, der 2,11-Meter-Mann konnte die 77:93-Niederlage gegen die Artland Dragons aber auch nicht verhindern.
Er ist es tatsächlich: Der zweimalige BBL-MVP John Bryant hat am Sonntag in Quakenbrück bei den Uni Baskets ausgeholfen, der 2,11-Meter-Mann konnte die 77:93-Niederlage gegen die Artland Dragons aber auch nicht verhindern. Foto: Rolf Kamper

Zwei Tage nach der starken Leistung beim 94:86 (40:46)-Sieg über Science City Jena mussten sich die Baskets den Artland Dragons – trotz Bryant – klar mit 77:93 (32:45) geschlagen geben.

Seit einem Monat trainiert der 33-Jährige bei den Uni Baskets mit, ursprünglich mit dem Ziel, sich auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber bei seinem Kumpel Steven Esterkamp fit zu halten. Zuletzt war der 2,11 Meter große und etwa 135 Kilogramm schwere Riese von 2017 bis 2020 für die Giessen 46ers am Ball gewesen. Bryant und Paderborns Headcoach sind seit gemeinsamen Ulmer Zeiten Buddys, wurden dort vor acht Jahren mit den Schwaben Deutscher Vizemeister. Der Deutsch-Amerikaner ist in München beheimatet, wohnt derzeit allerdings bei Esterkamp und hat sich nun mit diesem spektakulären Freundschaftsdienst bedankt. Ob es bei dem einen Einsatz bleibt oder doch ein längeres Engagement entsteht, ist offen. „Wir wollen keine falschen Erwartungen wecken und schauen wirklich von Spiel zu Spiel. Erst einmal sind wir froh, dass wir das überhaupt alles noch so kurzfristig hinbekommen haben. Die letzten Details mit der Liga haben wir erst im Laufe des Sonntags geklärt“, sagte Geschäftsführer Dominik Meyer.

Entstanden war die Idee am späten Freitagabend, notgedrungen, nachdem sich beim Heimsieg gegen Jena nach dem ohnehin noch lange fehlenden Fünfer Tom Alte (Mittelhandbruch) auch noch Ivan Buntic verletzt hatte: „Ivan hat einen Schlag auf den Muskel bekommen und das Risiko, nach einem weiteren Schlag vielleicht komplett ohne Center dazustehen, wollten wir auf jeden Fall vermeiden“, sagte Meyer. Der entscheidende Dialog soll sich dann in etwa wie folgt zugetragen haben: „Wir haben gesagt: John, wir haben fast kein Geld, aber kannst du dir trotzdem vorstellen, am Sonntag für uns zu spielen? Und John hat nur geantwortet: Bevor ich den ganzen Tag auf der Couch abhänge, helfe ich euch gerne.“

Zu Beginn der Partie in Quakenbrück stand jedoch erst einmal Buntic auf dem ProA-Parkett, während Bryant neun Monate nach seinem letzten Ligaeinsatz – eine Gießener Niederlage in Vechta am 29. Februar – auf der Bank Platz nahm. Nach 4:08 Minuten im ersten Viertel war dann beim Stand von 7:7 aber der Moment gekommen: Buntic verließ das Feld und der imposante Neuzugang mit der Nummer 54 betrat die Basketball-Bühne, machte bei seinem ersten Kurzeinsatz jedoch nur mit einem Foul auf sich aufmerksam. Weder bei Bryant noch bei den Uni Baskets wollte in der Anfangsphase viel gelingen. Stattdessen zogen die Gastgeber in den ersten zehn Minuten bis auf 23:12 davon und sah sich Esterkamp zu einer Auszeit gezwungen. Direkt im Anschluss sorgte „Big“ John mit einem verwandelten Freiwurf für den ersten Paderborner Punkt in seiner kurzweiligen Karriere. Die ersten beiden Zähler aus dem Feld ließ er zu Beginn des zweiten Viertels folgen. Für den dritten Saisonsieg im fünften Spiel sollten die Gäste trotzdem nicht mehr in Frage kommen. Die Dragons, in der Preseason bereits 105:82-Sieger über Paderborn, zogen im dritten Viertel auf mehr als 20 Punkte (66:45/27.) davon und zeigten sich von Bryants Präsenz nur noch höchst selten beeindruckt. 3:48 Minuten vor dem Ende war dessen Comeback nach dem fünften Foul vorbei. In der Reboundbilanz hieß es am Ende 47:29 für die Drachen.

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