Uni Baskets Paderborn erwarten Rostock – das Tabellenbild wird immer unübersichtlicher
„Natürlich ist das nicht fair“

Paderborn -

Schon am offiziellen Eröffnungsspiel wird das coronabedingte Dilemma deutlich, in dem sich auch die 2. Basketball-Bundesliga, die ProA, befindet: Es ist einen Monat nach dem eigentlichen Termin und nach zwei vergeblichen Versuchen noch immer nicht über die Bühne gegangen.

Freitag, 13.11.2020, 16:26 Uhr
Dominik Meyer, der Geschäftsführer der Uni Baskets, ist von der Disziplin der Paderborner Profis beeindruckt.
Dominik Meyer, der Geschäftsführer der Uni Baskets, ist von der Disziplin der Paderborner Profis beeindruckt. Foto: Elmar Neumann

Ursprünglich hätten die Gladiators Trier und die MLP Academics Heidelberg am Freitag, 16. Oktober, die erste Begegnung der neuen Spielzeit bestreiten sollen. Daraus wurde allerdings nichts, da die Heidelberger zuvor ein letztes Testspiel gegen Ligarivale Kirchheim Knights bestritten hatten, und weil im Anschluss daran zwei Ritter positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, wurde auch für die Academics vorsorglich eine Quarantäne angeordnet. Anlauf Nummer zwei, in Trier anzutreten, war nun für diesen Freitag geplant, doch wieder wurde in der Arena Trier kein Basketball bewegt, da die Gladiatoren nach vier positiven Ergebnissen erst seit Dienstag zurück aus der Zwangspause sind und man sich mit den Heidelbergern verständigt hat, das Spiel wieder zu verschieben. Versuch Nummer drei? Termin offen.

„Offenbar im Gegensatz zu einigen anderen war mir von vornherein klar, dass das eine sehr ruckelige Saison werden würde“, sagt Dominik Meyer, der Geschäftsführer der Uni Baskets. Wobei „ruckelig“ beim Blick auf den aktuellen Spieltag einer kapitalen Untertreibung gleichkommt. Während die Uni Baskets am Samstag (19.30 Uhr, Sportzentrum Maspernplatz) auf die Rostock Seawolves treffen, fallen – abgesehen vom besagten Nachholspiel – noch drei weitere Partien aus. Nürnberg (zehn Spieler infiziert), Hagen (Headcoach, Assistenztrainer und sechs Spieler infiziert) sowie der Tabellenführer Bremerhaven (zwei Spieler infiziert) haben sich in eine 14-tägige Quarantäne verabschiedet. Für Heidelberg heißt das: Statt des erwarteten Doppelspieltags (Freitag Trier, Sonntag Hagen) ist das Wochenende plötzlich spielfrei. Oder nicht? Da Jenas für Sonntag angesetzter Auftritt in Nürnberg ebenfalls abgesagt wurde, hätten beide Parteien Zeit, sich statt am 3. April schon am 15. November in Heidelberg gegenüberzustehen. Von der Liga gab es für den Einfall sofort Grünes Licht. In Tagen wie diesen darf fast nichts unmöglich sein.

Die zahlreichen Absagen haben aber natürlich zur Folge, dass das Tabellenbild Woche für Woche unübersichtlicher wird. Derweil bei den Uni Baskets, die eines von fünf Teams mit schon fünf absolvierten Spielen sind, bislang alles den Umständen entsprechend reibungslos verläuft, kann davon in Trier (1 Spiel) und Hagen (2) keinerlei Rede sein. Die Wettbewerbsverzerrung wird immer offensichtlicher. „Über den sportlichen Wettkampf müssen wir im Moment nicht diskutieren. Natürlich ist das nicht fair. Wir haben alle darauf gehofft, dass die Infektionszahlen nicht so ansteigen würden, wie sie es jetzt tun, aber nun ist es so und wir müssen versuchen, damit klarzukommen. Ein Saisonabbruch ist keine Alternative“, sagt Meyer.

Für verpflichtende, regelmäßige Coronatests fand sich vor der Saison keine Mehrheit unter den 15 Vereinen. Aus Kostengründen, wie es heißt, waren zu viele Clubs dagegen. Die Uni Baskets waren es nicht und bleiben ihrem hochsensiblen Umgang mit dem Problem treu. Angeleitet von Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger, Co-Trainer des Zweitligisten, aber vor allem Leiter des Sportmedizinischen Instituts der Universität Paderborn, hielten sich alle Beteiligten bislang vorbildlich an die Maßnahmen, wie Meyer betont. Vor allem den Spielern zollt er großen Respekt: „Die höchste Ansteckungsgefahr – das sagen ja auch die Experten vom Robert-Koch-Institut – besteht im privaten Bereich. Den können wir nicht kontrollieren. Da müssen wir uns ganz auf die Selbstdisziplin unserer Spieler verlassen und die scheint sehr ausgeprägt zu sein. Ein großes Lob an die Jungs, dass uns da noch nichts passiert ist.“

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