John Bryant, Neuzugang der Uni Baskets Paderborn, wartet auf andere Angebote
„Meine Situation ist schwierig“

Paderborn -

Der Mann, der in seiner BBL-Karriere mit dem FC Bayern München Deutscher Meister geworden ist, jeweils zweimal als MVP und als bester Offensivspieler ausgezeichnet wurde sowie dreimal bester Rebounder der 1. Bundesliga war, spielt nun in der ProA. Was sehr ungewöhnlich klingt, fühlt sich für John Bryant auch alles andere als normal an.

Montag, 16.11.2020, 17:24 Uhr
Im ersten Heimspiel für die Uni Baskets liefert John Bryant eine respektable Offensivleistung ab. Hier wirft er den Ball über Rostocks Letten Ronalds Zakis hinweg.
Im ersten Heimspiel für die Uni Baskets liefert John Bryant eine respektable Offensivleistung ab. Hier wirft er den Ball über Rostocks Letten Ronalds Zakis hinweg. Foto: Elmar Neumann

„Aber wir leben eben auch in sehr ungewöhnlichen Zeiten“, sagte der Neuzugang nach seinem ersten Heimspiel im Trikot der Uni Baskets. Als der Zweitligist vor neun Tagen, kurz vor dem Gastspiel bei den Artland Dragons, die spektakuläre Verpflichtung des Kaliforniers öffentlich machte, sorgte diese Nachricht bundesweit für jede Menge Verwunderung. Das ist natürlich auch „Big“ John selbst nicht entgangen, doch er schenkt der Meinung Unbeteiligter nicht viel Beachtung. „Es interessiert mich nicht im Geringsten, was andere Leute über mich denken oder über mich sagen. Die können machen, was sie wollen. Ich habe keinen Job. Ich habe kein Angebot. Ich helfe jetzt meinem guten Freund Steve. Es ist eine schwierige Situation für mich, aber ich komme da durch. Ich reiße mir hier den Hintern auf, um richtig in Form zu kommen und dann sehen wir, was passiert.“

Nach einem holprigen Einstieg bei der klaren Niederlage im Artland (77:93) reichte es für Bryant und die Uni Baskets auch gegen Rostock nicht zu einem Sieg. Beim 96:107 (45:59) gegen die Seawolves deutete der 33-Jährige allerdings sehr deutlich an, dass er noch immer weitaus mehr zu bieten hat als die brachiale Erscheinung und den prominenten Namen. Mit 21 Punkten und einer 57-Prozent-Quote aus dem Feld war er in der Offensive nach Topscorer Demetrius Ward (22) Paderborns zweitwichtigster Faktor, überzeugte mit einem sehr feinen Händchen und enormer Entschlossenheit – wie Rostocks Center Ronalds Zakis am eigenen Leib erfahren musste: Der ehemalige lettische Nationalspieler, selbst schwerlich zu übersehen (2,09 Meter/110 Kilo), wurde im letzten Viertel von Bryant (2,11 Meter/135 Kilo) aus dem Weg gerammt und zog sich in der Szene eine schwere Schulterverletzung zu, die ihm den langen Rest dieser Saison kosten dürfte.

Wie die weitere Saison für den Ersatz des verletzten Tom Alte (Mittelhandbruch) verlaufen wird, ist nicht absehbar. „Ich kann auf diese Frage keine definitive Antwort geben. Ich bin für alles offen, aber jetzt bin ich erst einmal hier und versuche dem Team so gut zu helfen, wie ich kann. Ich tue das, was ich liebe: Basketball spielen“, sagt Mittelhessens Sportler des Jahres 2018. Der Ex-Gießener gibt sich bemerkenswert unkompliziert und begeistert seine neuen Teamkollegen mit dieser bescheidenen Art des Auftretens mindestens genauso wie mit seinen basketballerischen Fähigkeiten. „Ich hätte nie gedacht, mal mit John zusammenspielen zu dürfen. Er ist ein mega-guter Spieler, aber auch ein super Typ. Ich freue mich jedes Mal riesig auf das Training mit ihm, weil man unglaublich viel lernen kann. Ihn bei uns zu haben, ist das Beste, was uns passieren konnte – abgesehen von Toms Verletzung logischerweise“, sagt Kapitän Ivan Buntic.

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