Tom Alte, Center der Uni Baskets, ist nach elfwöchiger Verletzungspause zurück
„Die Zeit mit John war extrem lehrreich“

Paderborn -

Genau das nennt man wohl einen fließenden Übergang: Das erste Spiel des wiedergenesenen Tom Alte ist zugleich das letzte seines prominenten Ersatzes John Bryant.

Donnerstag, 14.01.2021, 02:27 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 07:48 Uhr
Diese Zeiten sind vorbei: Tom Alte hat seinen Mittelhandbruch auskuriert, John Bryant spielt ab sofort wieder für Gießen.
Diese Zeiten sind vorbei: Tom Alte hat seinen Mittelhandbruch auskuriert, John Bryant spielt ab sofort wieder für Gießen. Foto: Elmar Neumann

„Big John“ ist nach sieben Einsätzen für die Uni Baskets zurück bei den Gießen 46ers, Tom Alte froh darüber, endlich zurück auf dem ProA-Parkett zu sein. Auch darüber hat sich Elmar Neumann mit dem 25-Jährigen unterhalten.

Tom, Sie haben in Ehingen zum ersten und zum letzten Mal mit John Bryant zusammenspielen dürfen. Sind Sie enttäuscht, dass es – höchstwahrscheinlich – bei diesem einen Mal bleibt oder froh, dass es überhaupt noch dazu gekommen ist?

Tom Alte: Sowohl als auch. Einerseits war ich natürlich froh. Es macht super viel Spaß, mit ihm zu spielen. Man hat ja gegen Ehingen direkt gesehen, wie viele Räume sich für mich ergeben, wenn ich mit ihm zusammen auf dem Feld stehe. Dass er eher früher als später wieder gehen würde, war allerdings absehbar, denn mit den Zahlen, die er aufgelegt hat, musste er wieder großes Interesse von BBL-Teams auf sich ziehen.

Was hat die Zeit mit „Big John“ den Uni Baskets gebracht?

Alte: Unfassbar viel. Seine Erfahrung und sein Wissen haben uns unglaublich weitergeholfen. Insbesondere natürlich Ivan (Buntic, Anm. d. Red.) als Center und dann nach auskurierter Verletzung auch mir. Die Zeit mit John, die professionelle Art, mit der er jedes Training und Spiel angeht, war aber für uns alle extrem lehrreich. Es war letztlich eine klare Win-win-Situation für alle Beteiligten. John konnte zeigen, dass er noch nicht aus dem Geschäft ist und für uns war es perfekt, dass wir meine Verletzungspause mit einem Mann seiner Qualität überbrücken konnten.

John Bryant ist weg, Tom Alte wieder da – was bedeutet das für die Uni Baskets?

Alte: Klar, Johns Abschied ist ein Verlust. Aber wir werden auch ohne ihn versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Abgesehen davon wird sich unser Spiel wieder etwas ändern. Es wird schneller, wenn ich zurück auf der Fünf bin.

Die angesprochenen Räume, die John Bryant Ihnen in Ehingen auf der Vier verschafft hat, haben Sie zu 18 Punkten in 13 Minuten zu nutzen gewusst. War Tom Alte nach elfwöchiger Pause direkt wieder der Alte?

Alte: (lacht) Ja, das kann man schon so sagen. Bis auf die Kondition ist letztendlich alles wieder beim Alten. Es hat sich sehr gut angefühlt, es macht einfach Spaß, wieder zurück zu sein. Ich bin kurz vor Neujahr ins Training eingestiegen, aber die Absage des Heidelberg-Spiels hat uns allen eine längere Pause beschert. Entsprechend heiß waren wir auf die Partie in Ehingen. Mein Comeback dort hätte wirklich kaum besser laufen können. Meine Mitspieler haben mich sehr gut gefunden. Ich konnte mich immer in gute Positionen bringen und dass das dann so funktioniert, ist natürlich top.

Der Mittelhandbruch hat Ihnen eine Zwangspause von elf Wochen beschert. Sie haben acht Spiele verpasst. Das ist in normalen Zeiten schon schwerlich zu überstehen, wie hart war die Auszeit während der Corona-Pandemie für Sie?

Alte: Ich muss sagen, dass ich als Basketball-Profi einer von denen bin, die am wenigsten unter der Corona-Krise gelitten haben beziehungsweise leiden. Wir können in die Halle, wir können ganz normal arbeiten. Klar, der Verein ist davon betroffen, aber wir als Sportler haben ein ruhiges Leben und nicht die Gedanken, die andere Menschen in dieser Zeit beschäftigen. Für mich ist es ja sogar so, dass ich ohne Corona in dieser Phase noch mehr Spiele verpasst hätte. Daher habe ich diese Zeit nicht als so schlimm empfunden.

Nach dem dritten Spiel für die Uni Baskets stehen Sie bei 16,3 Punkten und 5,6 Rebounds in nicht einmal 20 Minuten Einsatzzeit. Das sind im Vergleich zu Ihrer ProA-Zeit in Rostock völlig andere Werte. Sind Sie selbst überrascht von dieser Zwischenbilanz?

Alte: Wir haben hier ein anderes Spielsystem und es ist natürlich viel einfacher, wenn man richtig in das System eingebunden ist, man seine Stärken ausspielen kann. Nach drei Begegnungen kann man zwar noch nicht von konstanten Leistungen auf diesem Niveau sprechen und vielleicht gehen die Werte noch etwas nach unten, doch die Abstimmung mit meinen Teamkollegen passt und wenn das so bleibt, habe ich leichtes Spiel. Genau deshalb bin ich aber auch hierhin gekommen. Ich kenne Coach Esterkamp schon aus Wolfenbüttel, weiß, wie er spielt, dass seine Art des Basketballs gut für mich ist und er auf mich setzt.

Die Uni Baskets haben jetzt sechs Spiele gewonnen und sind Sechster. Was sagt die Platzierung zu diesem Zeitpunkt aus?

Alte: Einiges. Wir stehen gut da. Wenn man mehr als 50 Prozent gewinnt, ist das in einer ausgeglichenen Liga wie der ProA schon in Ordnung. Wenn man dazu noch bedenkt, dass wir die ersten beiden Spiele sehr unglücklich verloren haben, ist das eine respektable Zwischenbilanz.

Wie optimistisch sind Sie, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann?

Alte: Das ist schwer zu sagen. Mit der mutierten Virus-Variante weht noch einmal ein völlig neuer Wind in dieser Geschichte. Aber ich hoffe sehr, dass wir so viele Spiele machen können wie möglich, vielleicht sogar die Play-offs bestreiten können und irgendwann auch mal wieder Fans in der Halle begrüßen dürfen.

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