Die Uni Baskets rechnen bei der Knieverletzung von Ivan Buntic „mit dem Schlimmsten“
Der Schock sitzt tief

Paderborn -

An einem Abend, der es gut mit den Uni Baskets gemeint hätte, wäre dieses Heimspiel wie folgt gelaufen: Die Gastgeber hätten gegen die Artland Dragons nach frustrierenden ersten zehn Minuten (15:31) auch gegen Ende des dritten Viertels noch mit 20 Punkten (48:68/26.) zurückgelegen, die verloren geglaubte ProA-Partie allerdings dank einer auf Anhieb bockstarken Vorstellung von Rückkehrer Jackson Trapp auf den letzten Metern doch noch zu ihren Gunsten gedreht.

Sonntag, 21.02.2021, 20:08 Uhr aktualisiert: 21.02.2021, 20:10 Uhr
Ivan Buntic (rechts) im Duell mit Quakenbrücks Robert Oehle. Etwas später im Spiel kommt es zu einem Zusammenprall zwischen den beiden Centern, bei dem sich der Paderborner eine schwere Knieverletzung zuzieht.
Ivan Buntic (rechts) im Duell mit Quakenbrücks Robert Oehle. Etwas später im Spiel kommt es zu einem Zusammenprall zwischen den beiden Centern, bei dem sich der Paderborner eine schwere Knieverletzung zuzieht. Foto: Elmar Neumann

So hätten sich die 40 Minuten abspielen können, doch so war es an diesem alles andere als gelungenen Samstagabend nicht. Zwar avancierte Jackson Trapp bei seinem erst wenige Stunden zuvor angekündigten Comeback tatsächlich sogleich zum Topscorer (22 Punkte) und waren die Hausherren nach besagtem Verlauf kurz vor Schluss wieder dran (83:87/39.), aber letztendlich verloren sie nicht allein diese Begegnung (83:92), sondern vor allem ihren Kapitän.

ProA: Uni Baskets Paderborn - Artland Dragons 83:92 (39:55)

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Der ausgesprochen unglückliche Vorfall, der im Anschluss die Gedanken diktierte, ereignete sich im dritten Viertel: In Minute 27 geriet der mehr als 110 Kilogramm schwere Ex-Paderborner Robert Oehle nach einem Kontakt mit Jens Großmann ins Stolpern und fiel auf Kniehöhe ungebremst in den seitlich zu ihm stehenden Ivan Buntic, der das Unheil zu keinem Zeitpunkt kommen sehen konnte. Die schmerzerfüllten Schreie und das Stöhnen des Centers ließen selbst einen halbwegs glimpflichen Ausgang des Unfalls ausgeschlossen erscheinen. Buntic wurde direkt mit dem Krankenwagen abtransportiert. Der dienstälteste Paderborner durfte das Krankenhaus am Sonntag vorerst wieder verlassen, aber abgesehen davon, dass seine Knochen den Zusammenprall heil überstanden haben, sind keine guten Nachrichten zu erwarten. „Die Röntgenbilder haben gezeigt, dass nichts gebrochen ist, aber mit Blick auf die Bänder in seinem Knie und die MRT-Untersuchung, die Anfang der Woche folgt, gehen wir vom Schlimmsten aus. Ich habe Ivan noch nie so schreien hören. Das waren furchtbare Augenblicke“, sagte Geschäftsführer Dominik Meyer und auch Headcoach Steven Esterkamp zeigte sich geschockt: „Natürlich müssen wir erst die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten, aber das, was ich gesehen habe, war gar nicht gut.“

Die Wechselfrist ist am Sonntag abgelaufen

Es ist leider davon auszugehen, dass die siebte Saison im Trikot der Uni Baskets für Ivan Buntic vorzeitig beendet ist. Ohne den gebürtigen Kroaten fehlen seiner Mannschaft 8,6 Punkte und 3,7 Rebounds pro Spiel und noch viel mehr. „Ich hasse es, so etwas sehen zu müssen. Das tut mir für jeden Spieler leid, aber für Ivan natürlich ganz besonders. Er ist ein großartiger Mensch und mit seiner Energie, die er in das Team bringt, sehr, sehr wichtig für uns“, sagte Trapp. Der Rückkehrer, der sich bei seinem zweiten Engagement bis Ende der ProA-Saison 2021/2022 an die Baskets gebunden hat, gab aber auch sofort vor, wie er und die Seinen nun auf diesen Ausfall zu reagieren hätten: „So hart es ist: Wir müssen weiterspielen. Wir haben keine Wahl.“

Sofort wieder mittendrin: Jackson Trapp erzielt im ersten Spiel nach seiner Rückkehr 22 Punkte.

Sofort wieder mittendrin: Jackson Trapp erzielt im ersten Spiel nach seiner Rückkehr 22 Punkte. Foto: Elmar Neumann

Das stimmt sogar im doppelten Sinne, denn während die Verantwortlichen auf die Verletzungen von Tom Alte (Barret Benson) sowie Badu Buck und Daniel Mixich (Jackson Trapp) noch reagieren konnten, ist das nun nicht mehr möglich. Seit Sonntagmittag, 12 Uhr, ist die Wechselfrist abgelaufen. Die Frage, ob eine weitere Nachverpflichtung in einer Saison, in der es keine Absteiger gibt, sinnvoll wäre, müssen sich die Baskets, die zwischenzeitlich auch mal über eine Rückholaktion von Martin Seiferth nachgedacht haben, also gar nicht stellen.

Tom Altes Comeback lässt auf sich warten

Gerade auf den deutschen Positionen spitzt sich die Lage zu. Tom Alte wird frühestens in zwei bis drei Wochen wieder zur Verfügung stehen, Daniel Mixich etwas eher. Hoffnung macht nach der elften Niederlage im 19. Spiel allein die Reaktion, die die Mannschaft nach dem Verletzungsschock am Samstag gezeigt hat. Der Sieg wäre dank einer beeindruckenden Aufholjagd, angeleitet von Jackson Trapp, noch möglich gewesen, aber von einem gelungenen Abend hätte auch im Erfolgsfall niemand gesprochen.

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