Jackson Trapp ist bei seinem Comeback für die Uni Baskets direkt der Topscorer
Als wäre er nie weg gewesen

Paderborn -

Elfeinhalb Monate lagen zwischen Jackson Trapps bis dahin letztem Auftritt im Trikot der Uni Baskets und seinem Comeback am vergangenen Samstag. Das ist fraglos eine sehr lange Zeit, aber der US-Amerikaner spielte gegen die Artland Dragons auf Anhieb so auf, als habe er Paderborn niemals verlassen.

Dienstag, 23.02.2021, 02:06 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 02:10 Uhr
Kaum zurück bei den Uni Baskets, bereitet Jackson Trapp seinen Gegenspielern (hier Quakenbrücks Leon Okpara) schon wieder erhebliche Probleme.
Kaum zurück bei den Uni Baskets, bereitet Jackson Trapp seinen Gegenspielern (hier Quakenbrücks Leon Okpara) schon wieder erhebliche Probleme. Foto: Elmar Neumann

Erst drei Tage zuvor an die alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, genügten dem 28-Jährigen weniger als 19 Minuten Einsatzzeit, um mit 22 Punkten und der bekannt starken Dreierquote (5/9) zum Topscorer seines Teams zu avancieren. Jetlag hin oder her – der Mann aus Orlando (Florida) war es auch, der in der Crunchtime forsch voranging und den ehemaligen 20-Punkte-Rückstand mit zwei weiteren Treffern aus der Maximaldistanz innerhalb von 30 Sekunden jeweils auf vier Punkte verkürzte. Allein das Happy-end blieb Trapp versagt, wobei der Jubel ob der Verletzung von Mannschaftskapitän Ivan Buntic ohnehin eher gedämpft ausgefallen wäre.

Die Freude darüber, wieder in Paderborn zu sein, darf jedoch groß sein und das ist sie auch: „Ich habe schon für einige Teams gespielt, zu denen ich definitiv kein zweites Mal wechseln würde, aber mit den Uni Baskets ist das etwas ganz anderes. Hier treffe ich auf eine tolle Organisation, tolle Mitspieler und ein tolles Umfeld. Schon nach dem ersten konkreteren Telefongespräch mit Coach Steve war mir klar, dass ich das wieder mache.“

Das vergebliche Warten auf bessere Angebote

Mit dem sensationellen Sieg gegen Aufsteiger Chemnitz – im letzten Heimspiel vor dem Saisonabbruch – hatte sich Trapp am 6. März des Vorjahres aus Paderborn verabschiedet. Das tat er mit dem Ziel, nicht mehr als Spieler zurückzukehren, denn die Zahlen, die er in jener Saison aufgelegt (14,1 Punkte, 2,8 Assists, 2,4 Rebounds) und der Gesamteindruck, den er hinterlassen hatte, schienen doch Bewerbungsschreiben genug, um mit einem besser dotierten Job in einer höheren Liga belohnt zu werden. „Du suchst immer nach besseren Angeboten. So läuft das Geschäft. Ich habe auch mit einigen Teams gesprochen, aber es ist nie mehr daraus geworden. Die Pandemie hat auch mir in dieser Situation bestimmt nicht geholfen.“

Der Kontakt zu Steven Esterkamp aber ist auch in diesen schwierigen Zeiten nie abgebrochen und Mitte Januar fragte der Baskets-Headcoach dann erstmals vorsichtig an, ob sich der Shooting Guard nicht eine Rückkehr in die ProA und nach Paderborn vorstellen könnte. „Ich bin noch immer überrascht, dass Jackson keinen anderen Verein gefunden hat. Er ist ein sehr guter Spieler, ein super Werfer und ein starker Verteidiger. Umso glücklicher sind wir natürlich, dass er jetzt wieder bei uns ist“, sagt Esterkamp.

Vertrag mit Ausstiegsklausel

Der kann zumindest bis zum Ende dieser Saison auf Trapp zählen, aber vielleicht auch noch ein Jahr länger. Der Scharfschütze hat einen Vertrag bis zum Abpfiff der Spielzeit 2021/2022 unterschrieben, sich aber eine Option einbauen lassen, die besagt: Ein Wechsel innerhalb der ProA ist ausgeschlossen, doch bekommt er ein Angebot aus einer höheren europäischen Liga, lassen ihn die Uni Baskets ziehen. Ein Zugeständnis, das Geschäftsführer Dominik Meyer aber relativiert wissen will: „Zum einen ist uns Jackson finanziell erheblich entgegengekommen. Zum anderen wird er bald 29 und wenn ihm plötzlich jemand 5000 Euro im Monat bietet, bittet er uns doch trotzdem um seine Freigabe – unabhängig davon, ob es nun eine Klausel gibt.“

Leistungen wie die zum Einstand gegen die Dragons erhöhen die Gefahr, dass der Mann mit dem ganz feinen Händchen nicht so lange bleibt wie erhofft, aber jetzt ist er erst einmal hier und hat Bekanntes im Blick. Als er ging, waren die Uni Baskets Sechster und da will er wieder hin: „Das ist das ultimative Ziel und wir können es erreichen.“

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