Uni-Baskets-Youngster Peter Hemschemeier bekommt auch in Nürnberg viel Spielzeit
Noch am Anfang des Weges

Paderborn -

Nach der Entscheidung der Gesellschafterversammlung der 2. Basketball-Bundesliga, in dieser Saison den Abstieg aus ProA auszusetzen, ist für die Teams im Tabellenkeller der ganz große Druck raus.

Mittwoch, 24.02.2021, 02:16 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 02:20 Uhr
Auf und davon: Youngster Peter Hemschemeier darf sich angesichts des mit deutschen Spielern gut gefüllten Uni Baskets-Lazaretts über vermehrte Spielanteile freuen und scheut sich trotz seiner Jugend auch nicht, Verantwortung zu übernehmen.
Auf und davon: Youngster Peter Hemschemeier darf sich angesichts des mit deutschen Spielern gut gefüllten Uni Baskets-Lazaretts über vermehrte Spielanteile freuen und scheut sich trotz seiner Jugend auch nicht, Verantwortung zu übernehmen. Foto: Elmar Neumann

Vor allem fürs abgeschlagene Schlusslicht Nürnberg Falcons, im Nachholspiel am Abend (18 Uhr) Gastgeber der Uni Baskets Paderborn. Die Falken, die erst vier Zähler angesammelt haben, stehen in diesem Jahr noch ohne Sieg da und haben elfmal in Folge verloren.

Für die Paderborner ist die Fahrt ins Frankenland der Auftakt einer kleinen Auswärtstournee. Die Truppe von Headcoach Steven Esterkamp hat nicht vor, sich im Eventpalast am Flughafen als Aufbaugegner zur Verfügung zu stellen. Zumal die folgenden Aufgaben beim Zweiten Rostock Seawolves und bei den punktgleichen Gladiators Trier kniffliger werden dürften. Um weitere eine realistische Play-off-Chance zu haben, ist ein Sieg in Nürnberg Pflicht. „Ich erwarte einen Gegner mit viel Energie. Denn die müssen“, sagt Esterkamp und hofft, dass seine Defense von Anfang an „da“ ist. „In den vergangenen sechs Spielen haben wir in der ersten Hälfte immer ohne Verteidigung gespielt. Wir brauchen in Nürnberg aber schon in der ersten Hälfte eine starke Team-Verteidigung“, verlangt er.

Peter Hemschemeier hat seit Montag wieder Präsenzunterricht im Reismann-Gymnasium. „Ein Stück Alltag kehrt damit zurück. Es ist schön, Freunde wiederzutreffen“, sagt der 17-Jährige, der freilich als ProA-Spieler eine besondere Verantwortung trägt und „sehr aufpassen muss. „Das Risiko einer Ansteckung steigt. Ich trage ständig eine Maske“, sagt Paderborns Nachwuchssportler des Jahres 2019. Die Uni Baskets machen gerade eine schwierige Saisonphase durch. Angesichts des gut gefüllten Lazaretts ist er einer von nur noch vier einsatzfähigen deutschen Jungs. Dieser kleinen Rotation wird mithin mehr Spielzeit eingeräumt. Erster Kandidat für eine Rückkehr aufs Parkett ist Daniel Mixich. „Das entscheidet sich kurzfristig. Ich bin aber eher skeptisch“, meint Esterkamp. Der vertraut dem angesagten Zauberlehrling Hemschemeier voll. „Der Junge arbeitet jeden Tag hart, lernt jeden Tag dazu. Das zu sehen, macht Spaß. Er ist ein vielfältiger Playmaker, kann sehr gut Pick-and-Roll.“

Keiner ist sauer, wenn ich mal einen Fehler mache.

Peter Hemschemeier

Der 1,91 Meter-Schlaks will beweisen, dass er „auf diesem Level konstant spielen“ und „den nächsten Schritt nach vorne gehen“ kann. „Die Team-Chemie im Training ist extrem gut und wird immer besser“, findet Hemschemeier. „Ich bekomme viele Tipps von allen, von denen ich profitiere. Keiner ist sauer, wenn ich mal einen Fehler mache, vielmehr werde ich gepusht.“

Peter Hemschemeier gilt als eines der größten Talente, seit in Paderborn Leistungsbasketball gespielt wird. Der Guard trägt das Trikot mit der Nummer 8. Das trug auch schon sein Vater Dirk Happe, der mit den Baskets 1984 in die 2. Liga und 1994 in die Bundesliga aufstieg. Happe ist auch abseits der Eltern-Sichtweise ziemlich stolz auf seinen Filius. „Peter macht das gut, er hat die Einstellung und den Willen. Der Übergang aus dem Jugendbereich in die ProA, die schon ein hohes athletisches Niveau hat, ist extremst schwierig. Es gehört viel dazu!“ Dirk Happe lobt, dass Trainerteam und Umfeld an seinen Burschen glauben. „Er bekommt die Chance, die er nutzen muss – und will! Peter nimmt es an. Letztlich ist er aber immer noch am Anfang des Weges.“

Am liebsten mit Paderborn in die BBL

Perspektivisch Bundesliga zu spielen, ist natürlich der Traum des Ausnahmetalentes. „Klar, dass ich am liebsten mit meiner Mannschaft aufsteigen würde“, grinst er. Die Qualifikation für die Play-offs hätte aber auch schon was. Ein Ausrutscher in Nürnberg wäre da fatal. „Wir haben stark an unserer Defense gearbeitet, die war zuletzt nicht so gut“, meint der beste NBBL-Spieler der Vorsaison. Der Plan: „Wir wollen unser Spiel durchsetzen und auf jeden Fall gewinnen.“

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