Do., 22.11.2018

Experten diskutieren in Herford über Pro und Contra zum E-Sport »Zocken ist kein Nischen-Hobby mehr«

Mehr als nur ein Trend? Danny Liepolt, E-Sport-Profi beim Team Fokus Clan, demonstriert einige Spielzüge beim Computerspiel »Fifa«, einer Fußballsimulation. In Deutschland hat E-Sport schon mehr als drei Millionen Anhänger, entweder als Spieler oder Fans.

Mehr als nur ein Trend? Danny Liepolt, E-Sport-Profi beim Team Fokus Clan, demonstriert einige Spielzüge beim Computerspiel »Fifa«, einer Fußballsimulation. In Deutschland hat E-Sport schon mehr als drei Millionen Anhänger, entweder als Spieler oder Fans.

Von Lukas Brekenkamp

Herford (WB). E-Sport spaltet die Gemüter. Ist er wirklich Sport? Und wie sollten Vereine mit diesem Thema umgehen? Experten aus verschiedenen Bereichen haben in Herford auf Einladung des Kreissportbundes versucht, eine Antwort zu geben.

E-Sport liegt im Trend. Das meint auch Medienpädagoge Philipp Dubberke aus Bielefeld. Dabei betont er: »Normales Zocken ist nicht gleich E-Sport.« Man müsse differenzieren. Fakt ist aber auch: »Mittlerweile spielen fast alle Kinder«, sagte Dubberke. Laut einer Studie würden nur zehn Prozent der Jugendlichen angeben, nie digitale Spiele zu spielen – inbegriffen sind Spiele an Computern und Konsolen, als auch am Tablet oder Smartphone. »Es ist vorbei, dass Zocken ein Nischen-Hobby ist.«

Drei Millionen Spieler und Fans

Laut des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) sind mehr als drei Millionen Deutsche im E-Sport aktiv – als Zuschauer oder Spieler. 48 Prozent der E-Sport-Fans sind zwischen 21 und 35 Jahren. 24 Prozent der deutschen Internetnutzer (16,5 Millionen) hätten darüber hinaus bereits von E-Sport gehört und kennen die Bedeutung.

Für Inklusion gut geeignet

Lukas Matthäus Kotowicz vom OWL-eSports e.V. sieht viele Möglichkeiten: »Jeder fängt bei Null an, es gibt kein Handicap.« Auch Inklusion sei daher gut möglich. Es müsse zwischen E-Sport und normalem Zocken differenziert werden: »Eine Couch-Potato wird nicht gut sein im E-Sport.« Prof. Dr. Heiko Meier, Sportsoziologe der Universität Paderborn, fügte hinzu: »Professioneller E-Sport setzt große körperliche Fitness voraus. Die erlangt man nicht nur vor dem Computer.«

Auch Arminia ist interessiert

Wie wichtig das Thema E-Sport bei den Vereinen ist, zeigen die Beispiele einiger Fußball-Bundesligisten Bundesligisten. VfL Wolfsburg, Schalke 04 oder RB Leipzig haben eigene E-Sport-Abteilungen. Jakob Amico vom Club-Marketing des DSC Arminia Bielefeld erklärt: »Wir beschäftigen uns intensiv damit. Gerade im Marketing und der Vermarktung ist das Thema hochinteressant. Wir sehen den Wettkampf-Charakter.« Am ehesten käme der Fußball-Simulator »Fifa« für Arminia in Frage. »Wir denken nicht, dass E-Sport dem Fußball die Leute wegnimmt. Wir sehen da Chancen – das heißt aber nicht, dass wir auch unbedingt dort einsteigen wollen«, sagte Amico.

 

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