Do., 14.02.2019

Herforder Jugendsportlerwahl – Folge 2: Anastasja Fast-Vogt »Als Mädchen sollte man sich wehren können«

Treffer: Anastasja Fast-Vogt trainiert bei der TG Herford in der Halle und zuhause im Kinderzimmer mit ihrem ein Jahr älteren Bruder Nikita (rechts). Bei der Deutschen U15-Meisterschaft gewann die erst Zwölfjährige die Bronzemedaille.

Treffer: Anastasja Fast-Vogt trainiert bei der TG Herford in der Halle und zuhause im Kinderzimmer mit ihrem ein Jahr älteren Bruder Nikita (rechts). Bei der Deutschen U15-Meisterschaft gewann die erst Zwölfjährige die Bronzemedaille. Foto: Krückemeyer

Von Lars Krückemeyer

Herford (WB). Ju-Jutsu ist japanisch und heißt übersetzt sanfte Kunst. Dabei geht’s ganz schön zur Sache: Mundschutz und Polster auf dem Handrücken sind Pflicht. Anastasja Fast-Vogt liebt diesen Kampfsport und ist erfolgreich. Als Dritte der deutschen U15-Schülermeisterschaft ist sie für die Herforder Jugendsportlerwahl des Jahres nominiert .

»Ich wollte mal was Neues ausprobieren, mein Papa ist dann auf Ju-Jutsu gekommen. Als Mädchen sollte man sich wehren können«, berichtet die zwölfjährige Schülerin der Geschwister-Scholl-Realschule. Seit vier Jahren trainiert Anastasja Fast-Vogt zusammen mit ihrem ein Jahr älteren Bruder Nikita bei der TG Herford, beide tragen den grünen Gürtel.

Trainer Stefan Kochsiek legt großen Wert darauf, dass bei dem traditionellen Selbstverteidigungssport aus Japan auch der Spaß nicht zu kurz kommt. »Bei uns darf auch gelacht werden, aber wir wahren natürlich ein Mindestmaß an Tradition.«

Schon 1,71 Meter groß

Anastasja Fast-Vogt wirkt mit ihren 1,71 Metern Größe (»In meiner Familie sind alle so groß«) älter als zwölf Jahre. Ihr Alltag ist ganz auf den Sport ausgerichtet. Montags wird im Verein trainiert, Mittwoch übt sie mit ihrem Bruder zuhause (»Das machen wir im Kinderzimmer«), Donnerstag bis Samstag geht’s ebenfalls im Verein und zuhause auf die Matte, bei der TGH engagiert sich Anastasja als Nachwuchstrainerin. Laufen, Radfahren und Seilspringen gehören außerhalb der Matte zum Trainingsprogramm der jungen Kontaktsportlerin.

Den Lohn für ihren Trainingseifer erntete sie im vergangenen Jahr. Zunächst gewann sie in der Gewichtsklasse bis 63 Kilo die NRW-Meisterschaft, in der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft kam sie mangels Konkurrenz kampflos weiter und erreichte die Endrunde in Maintal bei Frankfurt. Zwei Minuten dauert ein Kampf, gelungene Attacken und Verwarnungen bringen Punkte. Nach einem schwer erkämpften Sieg im Viertelfinale musste sich Anastasja Fast-Vogt im Halbfinale geschlagen geben, dafür sicherte sie sich im kleinen Finale mit einem klaren Sieg die Bronzemedaille – ihr bisher größter Erfolg. Geht es nach der Zwölfjährigen, kommen in den nächsten Jahren noch weitere hinzu.

Nächste DM erst 2020

Aufgrund einer Altersklassenreform kann sie ihren Titel nicht verteidigen, denn in der neuen U14 gibt es keine Deutsche Meisterschaft mehr. So kann sie sich in Ruhe auf die DM 2020 vorbereiten, dann kämpft Anastasja in der U16. Ihr nächstes Ziel ist erst mal der grün-blaue Gürtel im Sommer. »Dann werden neue Techniken verlangt und die Qualität der Ausführung bewertet. So eine Prüfung macht man in der Regel einmal im Jahr«, erklärt Trainer Stefan Kochsiek, Träger des zweiten Dans..

Bis Anastasja Fast-Vogt auch den schwarzen Gürtel umbinden kann, wird es noch eine Weile dauern. Doch wer das ehrgeizige Mädchen kennt, ahnt, dass das nur eine Frage der Zeit ist.

Bisher erschienen:

Folge 1: Von Bestleistung zu Bestleistung – Frida Buchtmann

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6390297?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198409%2F2514650%2F