Fr., 02.11.2018

Fußball-Bezirksliga: Daniel Halfar feiert Sonntag Premiere auf Kirchlengerns Trainerbank »Ich freue mich, dass es losgeht«

Ein Ex-Armine auf der Bezirksliga-Trainerbank: Daniel Halfar feiert am Sonntag im Spiel gegen den FC Herford sein Debüt als Kirchlengern-Coach.

Ein Ex-Armine auf der Bezirksliga-Trainerbank: Daniel Halfar feiert am Sonntag im Spiel gegen den FC Herford sein Debüt als Kirchlengern-Coach. Foto: Lukas Brekenkamp

Von Lukas Brekenkamp

Kirchlengern (WB). 290 Einsätze in der 1. und 2. Bundesliga, 21 Spiele im DFB Pokal sowie drei Länderspiele für die deutsche U21-Nationalmannschaft – Daniel Halfar kann eine Menge Erfahrung vorweisen. Nun steht der 30-jährige Ex-Profi beim Fußball-Bezirksligisten Rot-Weiß Kirchlengern an der Seitenlinie – als Trainer. Am Sonntag feiert er gegen den FC Herford seine Premiere.

Sohn spielt bei RWK in der F-Jugend

»Meine Frau kommt aus Herford und wir wollten nach meiner Karriere in die Region zurück. So hat es uns nach Kirchlengern verschlagen«, erklärt Halfar. Die Idee, Trainer zu werden, hegte der Ex-Profi schon lange – zuletzt machte er seinen Trainerschein. Der Kontakt zum Verein ergab sich vor allem durch seinen Sohn. »Der spielt hier in der F-Jugend«, sagt Daniel Halfar.

Bis zum Sommer stand der Mittelfeldspieler beim Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag. Dass Halfar schon mit 30 Jahren seine Karriere beendet hat, ist Verletzungen geschuldet. »Meine Hüften sind komplett hinüber«, sagt Halfar. Angefangen hatten die Probleme vor etwa zweieinhalb Jahren. Doch vom Fußball lassen wollte der Ex-Armine nicht.

Engagement vor der Haustür

Nun also Bezirksliga, statt Profifußball. »Den Schritt habe ich bewusst gewählt. Es tut gut, bei den Basics anzufangen. Wenn man die Möglichkeit hat, vor der Haustür ein Traineramt anzunehmen, war das für mich eine logische Entscheidung«, erklärt Halfar.

Sportlich läuft es für Rot-Weiß Kirchlengern zurzeit nicht rund. Die Mannschaft holte bisher 16 Punkte aus zwölf Spielen und steht auf Platz acht der Bezirksliga-Tabelle. Nach der 0:6-Niederlage gegen den FC Bad Oeynhausen vor knapp drei Wochen schmiss der bisherige RWK-Trainer Aleksandar Knezevic hin . Aber: Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge gab es gegen die FT Dützen einen 2:1-Sieg. »Es war wichtig, dass wir das letzte Spiel gewonnen haben. Dadurch ist vielleicht auch Selbstvertrauen wieder zurückgekehrt.«

Zur Person

Daniel Halfar (30) wurde am 7. Januar 1988 in Mannheim geboren. Seine erste Station im Profifußball war der 1. FC Kaiserslautern. Im Alter von 19 Jahren unterschrieb er 2007 bei Arminia Bielefeld – für eine Ablöse in Höhe von 800.000 Euro.

Für den DSC stand er in 78 Pflichtspielen auf dem Platz. Dabei schoss er zwei Tore und bereitete sieben weitere vor. 2010 wechselte der Mittelfeldspieler zu 1860 München, drei Jahre später zum 1. FC Köln.

Im Jahr 2015 ging er zurück zu seinem Jugendverein Kaiserslautern, wo er im Sommer diesen Jahres seine Karriere verletzungsbedingt beendete. Insgesamt kommt Halfar auf 311 Einsätze in der 1. (84) und zweiten 2. (206), sowie im DFB-Pokal (21).

»Das große Kennenlernen findet auf dem Platz statt«

Ziele für die laufende Saison will sich der neue Trainer aber noch nicht setzen. »Die fliegen einem sowieso um die Ohren«, sagt er. Wichtig sei, die Mannschaft kennenzulernen und die Spielidee zu vermitteln. »Die Jungs und ich haben sich bisher nur kurz vorgestellt«, sagt der Trainer vor dem ersten gemeinsamen Training.

Dabei betont er: »Das große Kennenlernen findet auf dem Platz statt.« Intensiv vorbereitet und die Trainingseinheiten besprochen hat sich Halfar bereits mit seinem Trainerteam. Dabei stand ihm auch Videomaterial zur Verfügung. »Wir wollen als Trainerteam die richtigen Schlüssel finden, um wieder in die Spur zu kommen.«

Jugendspieler sollen integriert werden

Auch Spieler aus der A-Jugend und der zweiten Mannschaft will er nach Möglichkeit integrieren. »Ich muss immer die Augen offen haben. Ich will Spieler nach oben holen und im Training oder bei Spielen beobachten. Im Endeffekt zählt aber das Leistungsprinzip. Wenn jemand heraussticht, stehen die Türen immer offen.« Dabei wären dem Trainer parallele Trainingszeiten recht.

Persönliche Ziele hat Halfar allerdings schon: »Ich will mich auf Dauer als Trainer weiterentwickeln und dann auch die nächsten Schritte gehen.« Wo der Weg aber hinführt, sei für ihn zweitrangig. »Jetzt geht es erst mal darum, Erfahrung zu sammeln.«

Positive Erfahrung unter Stöger und Korkut

In seiner Karriere hatte er einige Trainer, von denen der Ex-Profi für seine aktuelle Aufgabe etwas mitgenommen hat. »Peter Stöger war für mich ein extrem positives Beispiel. Tayfun Korkut war ein taktisch guter Trainer, obwohl er immer wieder in der Öffentlichkeit nicht so gut weggekommen ist.« Er betont aber auch: »Man nimmt von jedem Trainer etwas mit – Positives wie Negatives.«

Am Sonntag feiert Daniel Halfar sein Debüt als Trainer: Dann geht’s gegen den FC Herford. »Ich freue mich, dass es losgeht.«

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