DFB-Pokal: Rödinghausen empfängt am Samstag (15.30 Uhr) in Lotte Dynamo Dresden
»Wir wollen gewinnen!« – aber...

Rödinghausen (WB). Große Bühne für den SV Rödinghausen: Der Tabellenzweite der Fußball-Regionalliga empfängt am Samstag (15.30 Uhr) in der Frimo-Arena in Lotte Zweitligist Dynamo Dresden zum Erstrundenspiel im DFB-Pokal. 6000 Fans werden erwartet.

Samstag, 18.08.2018, 07:08 Uhr aktualisiert: 18.08.2018, 07:10 Uhr
So jubelten die Fußballer des SV Rödinghausen nach dem Erreichen der 1. DFB-Pokalrunde am 31. Mai durch einen 3:1-Sieg beim SV Lippstadt. Foto: Klaus Münstermann
So jubelten die Fußballer des SV Rödinghausen nach dem Erreichen der 1. DFB-Pokalrunde am 31. Mai durch einen 3:1-Sieg beim SV Lippstadt. Foto: Klaus Münstermann

Enrico Maaßen lässt die Kampfansage fast beiläufig fallen. »Wir wollen gewinnen«, sagt der Trainer des SV Rödinghausen bei der Pressekonferenz vor dem Pokal-Kracher. Das klingt deutlich. Aber als angriffslustig will er keineswegs verstanden wissen, immer wieder arbeitet der 34-Jährige das »Aber« heraus. Doch spürbar ist: Die Rödinghauser glauben an ihre Chance.

»Dresdener nicht größer machen als sie sind«

Selbst wenn die Rollen für Maaßen klar verteilt sind: »Man kann als Regionalligist gegen einen Zweitligisten gewinnen – aber es ist ein deutlicher Qualitätsunterschied. Wir müssen die Dresdener nicht größer machen als sie sind. Uns aber auch nicht. Ich sage mit aller Bescheidenheit, aber auch aus Überzeugung: Das ist ein Zwei-Klassen-Unterschied, das ist David gegen Goliath.« Ein Vergleich, der beim alljährlichen Erstrunden-Vorgeplänkel nicht fehlen darf. DFB-Pokal – das ist immer auch Phrasendrescherei.

Viel deutet im beschaulichen Rödinghausen aber nicht auf das DFB-Pokalspiel hin, nur in der Geschäftsstelle herrscht emsiges Treiben. Anders in Drochtersen. Dort geben sich dieser Tage die Kamerateams die Klinke in die Hand. Als der SV Drochtersen/Assel vor einem Jahr Borussia Mönchengladbach in der ersten Runde zu Gast hatte (0:1), saß Enrico Maaßen auf der Trainerbank. Eine spannende Zeit.

»Spiel ist ein Geschenk«

»Wir hatten jeden Tag drei Kamerateams beim Training und unser Maurer Meikel Klee musste für die Fotografen reihenweise Tore zumauern«, erinnert sich Maaßen. Samstag empfängt Drochtersen Meister Bayern München. »Da ist das Medieninteresse noch dreimal größer«, sagt Maaßen. »Das ist ein Event für die gesamte Region. So ein Spiel ist ein Geschenk.«

Ein Geschenk, das sich in Rödinghausen viele gewünscht hätten. Nun kommt Dresden. Und das ist gar nicht so schlimm. »Nach einem solchen Highlight sind viele Spieler emotional ausgelaugt«, weiß Maaßen. Die Chancen seines Ex-Clubs gegen Bayern beziffert er mit einer Null vor dem Komma – und einer Null dahinter. Für den SVR fällt die Pokal-Arithmetik etwas freundlicher aus. Statt eines Events könnte es ein echtes Match werden. »Ich wünsche es mir«, sagt Maaßen. »Wichtig ist, dass wir alle daran glauben.«

Gegen Arminia gewonnen – ein Zeichen?

Dass Rödinghausen gegen höherklassige Teams bestehen kann, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: ein Sieg im Westfalenpokal bei Preußen Münster, Testspielsiege gegen höherklassige Teams wie Arminia Bielefeld, zuletzt in der Vorbereitung. »Ich wusste, dass der Arminia-Quervergleich kommt«, sagt Maaßen bei der Pressekonferenz.

Bielefeld besiegte am Wochenende Dresden in der Liga 2:1, Rödinghausen Bielefeld in der Vorbereitung 1:0 – ganz so einfach ist es nicht. »Mit dem Testspielsieg haben wir aber etwas Gutes getan für unser Gefühl. Das ist sehr wichtig für Samstag.« Warum also nicht Dresden schlagen? Bayern München kann immer noch kommen. Vielleicht in Runde zwei.

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